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Überraschung: W.A.S.P. haben ein Konzept-Album aufgenommen! Ja, ich weiß, ist in etwa genauso überraschend wie die Erkenntnis, dass es der Papst beim Pinkeln einfach laufen lässt. Und dann auch noch ein Thema wie die Apokalypse, was den guten Blackie beim Blättern in der Bibel förmlich angesprungen ist - revolutionär wie Babypuder in ner Windel ...
Die Erwartungshaltung meinerseits ist also trotz recht guten Auftritts auf dem diesjährigen Bang Your Head-Festivals eher gering, als ich "Babylon" einlege. Umso erstaunlicher, dass die Scheibe gut rockt und bis zur Halbballade "Into The Fire" die Power hoch hält. Ok, gleich mit einer Blaupause von "Wildchild" mit der Neubezeichnung "Crazy" einzusteigen, ist so clever wie auf Nummer Sicher gegangen. Was nichts daran ändert, dass der Song sofort ins Ohr und der Drive in die Beine geht.
"Live To Die Another Day" und "Babylon's Burning" zischen hinterher und runden das Einstiegstrio gelungen ab. W.A.S.P. in Reinkultur. Wie man sie kennt, liebt oder hasst. Am Stil der Truppe wird sich nichts mehr ändern, allerdings scheint Gitarrist Doug Blair seinen Chef immer wieder zu neuen Höhstleistungen zu pushen und darf dafür ein paar erstklassige Leads und Soli beisteuern. Wie ein echter W.A.S.P.-Song zu klingen hat, weiß schließlich keiner besser, als Blackie Lawless und der hat das Ruder immer noch fest in der Hand.
Sogar so fest, dass er eine Deep Purple-Nummer beinahe wie einen eigenen Song klingen lassen kann. Die Coverversion "Burn" passt sich jedenfalls perfekt in das Album ein, was beim abschließenden "Promised Land" von Chuck Berry nicht so ganz funktioniert. Keine Frage, der Song, den auch schon Elvis Presley und Meat Loaf vertont haben, ist toll und auch die W.A.S.P.-Version kann sich hören lassen, steht am Ende der Scheibe jedoch etwas verloren herum.
Ruhigere Töne schlagen sie mit dem bereits erwähnten "Into The Fire" und "Godless Run" an. Allerdings lassen sich beide nur bedingt als Ballade bezeichnen, da Blackie bei Erstgenanntem einen herrlich wütenden und anklagenden Ton anschlägt. Bei Letzterem ist einfach zu viel Saft dahinter, um in träumerische Stimmung zu verfallen. Der Mann kann es also immer noch und ist mit seinem derzeitigen Line-Up durchaus in der Lage, ein paar richtig gute Metal-Songs zu schreiben.
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W.A.S.P. sollen doch wie W.A.S.P. klingen und das tun sie auf der Scheibe beinahe zu 100%. Den Zenit hat der gute Blackie bestimmt schon überschritten, aber n gute Eintopf schmeckt aufgewärmt doch auch immer noch lecker, oder? 

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