Porträt

laut.de-Biographie

Uwe Banton

Wie kommt ein Junge aus Lage im Kreis Lippe in der Nähe von Bielefeld zum Reggae? Nun, die Vibes erweisen sich hier ja nicht zum ersten Mal als hochgradig infektiös. Angefixt durch die Bob Marley-Platten eines Schulkollegen trifft der 15-jährige Uwe Schäfer 1981 im Urlaub auf Jamaika auf die geballte Macht der dortigen Musikszene. Aus Faszination erwächst Begeisterung.

Kann man das selber machen? Ein Jahr darauf, bei seinem zweiten Aufenthalt auf der karibischen Insel, liefert ein Festival-Besuch die Antwort. Während des Auftritts von Yellowman denkt sich Uwe, wie er später im Gespräch mit MKZwo Revue passieren lässt: "Wenn er das als so krasser Außenseiter schaffen kann, warum soll ich das dann nicht auch versuchen?"

Wieder zu Hause wird die bis dahin weitgehend verachtete Gitarre ausgepackt. Geprägt vom Reggae der späten 70er, von Bob Marley, Peter Tosh, Burning Spear oder Culture, interessiert sich Uwe zunehmend für das Spielen von Instrumenten. Er schreibt eigene Texte und beschäftigt sich intensiv mit der ihm auf Jamaika untergekommenen Rastafari-Philosophie. 1984 greift er im Neons-Club in der Metropole Steinhagen erstmals zum Mikrofon. Gemeinsam mit Freunden jamaikanischer Abstammung, die in den Reihen der britischen Armee nach Deutschland kamen, singt und toastet er zu bekannten Riddims wie Sleng-Teng und kommt auf den Geschmack.

Freunde verpassen Uwe kurzerhand den Beinamen "Banton", ein im Jamaikanischen gängiger Ausdruck für einen besonders eloquenten Zeitgenossen. Seine Texte sind in Deutsch oder Englisch abgefasst, um die internationale Reggaegemeinde zu erreichen, liegt der Schwerpunkt aber von Anfang an auf Lyrics in Englisch oder Patois. Erste Gehversuche macht Uwe Banton im Dancehall-Bereich. Eingehendes Studium der Hintergründe führt ihn jedoch schnell in die wunderbare Welt des Roots-Reggae.

1992 tritt er auf ausdrücklichen Wunsch des Sängers und Keyboarders Junior Mandingo dessen Reggae-Gruppe One Vibe bei. Hier sammelt er bei zahlreichen Auftritten reichlich Bühnenerfahrung. Das Glück ist allerdings nicht von Dauer, die Wege trennen sich. Im Sommer 1993 schart Uwe Banton Musiker aus Deutschland, Jamaika, den USA und Afrika um sich. Gemeinsam formieren sie sich zu Movements.

In ständig wechselnder Besetzung bleiben die Movements der Mission Roots-Reggae verpflichtet. Uwe Banton komponiert, textet und interpretiert die meisten Songs der Movements als deren Leadsänger. Den ersten Auftritt verzeichnet die Combo 1994. Mit unzähligen Shows etabliert sich die Truppe in der deutschen Reggae-Landschaft. 1996 erscheint das erste Album "One Earth", eine EP mit dem Titel "Rastaman" folgt 1998.

Im Jahr darauf holt Uwe Banton den jamaikanischen Sänger Jah Meek zu den Movements. Die beiden teilen sich fortan die Gebiete Gesang und Songwriting. Eine Begegnung mit Xavier Naidoo bleibt nicht ohne Folgen: Uwe Banton und Jah Meek begleiten dessen "Zion"-Tour als Support und erspielen sich so Sympathie und Respekt eines großen Publikums. Die Movements teilen sich die Bühne mit Xavier Naidoo, D-Flame, Brothers Keepers oder den Söhnen Mannheims. Uwe Banton singt auf Tunes von Headcornerstone, House Of Riddim oder des Kollegen Jah Meek und ist auf Xavier Naidoos "Zwischenspiel" zu hören.

Er tritt, ob alleine, mit den Movements oder in Begleitung von House Of Riddim, seit Jahren auf. Er ist nahezu bei jedem namhaften Festival - sei es Kölner Summerjam, Chiemsee Reggae Summer oder Splash! - vertreten und bleibt dabei stets den traditionsreichen Roots treu, denn: "Roots ist Musik, die die Zeit überdauert, auch wenn sie einigen fremd geblieben ist." 2003 legen die Movements mit "His Majesty's Works" ihr gefeiertes drittes Album vor.

Der Entschluss zu einer Solo-Platte, gedeiht ganz allmählich. Als 2004 für eine "Too Short"-Riddim-Selection "Jah Roots" entsteht, plant Uwe noch keinen Alleingang. Nach und nach gesellen sich aber weitere Stücke dazu, bis es schließlich beinahe für ein Album reicht. Na, dann ...

House Of Riddim, die Sharp Axe Band, Culcha Candela, Stonerock Productions und die Oneness Band liefern weitere Riddims für Uwe Bantons hoffnungsvolle Botschaften auf "Jah Roots", das im November 2006 in die Läden kommt. Black Dillinger aus Südafrika bekommt seinen Auftritt. Der Berliner Ganjaman, mit dem Uwe den einzigen deutschsprachigen Track auf dem Album singt, trägt für Produktion und Abmischung Sorge. Uwe Banton nimmt sich keine Zeit für inhaltsleeres Bla-Bla sondern kommentiert in Tunes wie "11th September" das Zeitgeschehen, ohne dabei den Blick auf die Wurzeln aus den Augen zu verlieren.

Alben

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare