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Das Amtsgericht Offenburg hat die Rückverfolgung von IP-Adressen durch die Staatsanwaltschaft untersagt. Dies dürfe nur auf richterliche Anordnung hin geschehen. Außerdem ordnete das Gericht das Anbieten einiger weniger Songs in Tauschbörsen der Bagatellkriminalität zu.
Offenburg (win) - Das Amtsgericht Offenburg hat in der vergangenen Woche die Rückverfolgung von IP-Adressen von Tauschbörsennutzern wegen Unverhältnismäßigkeit untersagt. Die Anfragen der Staatsanwaltschaft seien nicht zulässig, da der Tausch von einigen wenigen Musikdateien der Bagatellkriminialität zuzuordnen sei, meldet die Fachanwaltskanzlei Wilde & Beuger auf ihrer News-Seite.
Die Industrie hat bisher einen oder mehrere Tracks von einem User herunter geladen, diese der Staatsanwaltschaft als Beweismittel vorgelegt, die daraufhin beim Provider die Adresse des Nutzers erfragte und Strafanzeige erstattete. Die Ermittlungsmaßnahmen müssten aber immer im Verhältnis zur Schwere der Tat stehen, und dies sei hier nicht der Fall.
Das Gericht entschied weiter, dass es sich bei den Adressen um Verbindungsdaten handele, die nur über einen richterlichen Beschluss herausgegeben werden dürfen. Bisher rückten zahlreiche Provider die Daten einfach schon auf Anfrage der Staatsanwaltschaft heraus. So wurden 2007 bislang 25.000 Strafanzeigen gegen Tauschbörsennutzer gestellt.
Die Offenburger Richter waren außerdem der Meinung, dass Schadensforderungen der Industrie in den meisten Fällen überzogen seien. Es gelten auch hier die Gesetze des Marktes. "Beim Preis 0 fragt auch derjenige ein Produkt nach, für das er sonst nicht mal einen Cent ausgeben würde."
Alles in allem ein schwerer Schlag für die Industrie. Freuen dürften sich dagegen die Ermittler. Denn die aberwitzige Zahl an Anzeigen war beinahe nicht mehr zu bewältigen. So sagte auch Christian Solmecke, Fachanwalt für Filesharing- und MP3-Fragen, dass aktuell etwa 95 Prozent aller Strafverfahren gegen Filesharer eingestellt würden.
Aber noch dürfen Filesharer nicht aufatmen. Solmecke erklärte laut.de gegenüber, dass es noch in den Sternen stehe, ob sich die Meinung des Offenburger Gerichts auch bei anderen Gerichten durchsetze. Zu hoffen sei es aber, so der Rechtsanwalt weiter, da es nicht sein könne, dass hier die Staatsanwaltschaft als Vehikel für die zivilrechtlichen Ansprüche der Musikindustrie missbraucht werde.
Dass die Zahl der Nutzer von Tauschbörsen zurückgehen wird, davon ist nicht auszugehen. Dies belegt auch eine Studie des britischen Marktforschungsunternehmens Entertainment Media Research. Die Studie besagt, dass immer mehr Briten Online-Tauschbörsen verwenden. 43 Prozent der Befragten gaben ab, in diesem Jahr bereits davon Gebrauch gemacht zu haben. Ein Jahr zuvor waren es noch 36 Prozent. 18 Prozent gaben an, in Zukunft mehr Musik auf diese Weise beziehen zu wollen.
Wem das alles egal sein dürfte, ist DJ Ötzi. Seine Single "7 Sünden" ist der erste Download-Only-Titel, der es in die Media Control Single-Charts geschafft hat. Die ausschließlich über das Internet erhältliche Single stieg diese Woche auf Platz 94 ein.
Endlich mal ein Schritt hin in die richtige Richtung, weg von Massenkriminalisierung und Überwachung. Leider Gottes haben die Industrie-Lobbyisten aber ganze Arbeit geleistet, so dass sich wohl trotzdem nicht viel Besserung insgesamt zeigen wird. Aber das ist ja wohl auch nichts Neues.
"Beim Preis 0 fragt auch derjenige ein Produkt nach, für das er sonst nicht mal einen Cent ausgeben würde." - sehe ich genauso. Außerdem habe ich durch Tauschbörsen schon die ein oder andere Band kennengelernt, der ich sonst nie begegnet wäre, und habe, wenn mir die Musik gefiel, später auch dafür mit Freude Geld ausgegeben.
[quote:1a2ea58942="123=7"]
Ich glaube, dass dieses Argument zu Zeiten von Myspace, ganzen Streams auf mp3.com und ähnlichen Möglichkeiten, seine Schlagkraft verliert.[/quote:1a2ea58942]
Nicht wirklich, da myspace total bescheiden klingt. Außerdem will ich die Musik im Auto hören und dann entscheiden, ob ich das kaufe oder nicht. Bei Myspace geht's nicht.
Mp3.com ist nicht mehr das, was es mal war.

"Da gab es doch noch entsprechende Videotheken wo man sich die CDs ausleihen konnte.
Heutzutage gibt es jedenfalls keine anderen Möglichkeiten mehr sich die neuen CDs zu hause anzuhören als sich diese entweder zu kaufen oder unter beispielsweise Mp3.com legal zu beziehen.
Ausleihen ist jedenfalls nicht mehr drin seit das Mp3-Format erschienen ist und sich jeder alles auf seinen Rechner laden kann !
Immer schön daran, denken, daß es ein AMTSGERICHT gewesen ist, das hier entschieden hat. Denn immer dann, wenn in der Bezeichnung des unterlegenen Klägers das Wort "Industrie" in irgendeiner Form vorkommt, ist dies ein sicherer Indikator dafür, daß er genug Kohle hat, den ganzen Rechtszug hin und wieder zurück zu nehmen.
Mit anderen Worten: die Nachricht hat einen schönen Geschmack, aber keinen Nährwert.
Das Amtsgericht hat nur für sich selbst in der Stadt geurteilt, daß der Anspruch hinfällig geworden ist wobei hier jederzeit Einspruch von der gegnerischen Seite erhoben werden kann.
Dies hängt ganz alleine vom jeweiligen Richter des dazugehörigen (Amts)gerichtes ab. Entsprechend also seine ganz persönliche Einstellung.
Gesetz wird es erst wenn es entsprechend vom Bundesrat und Bundestag verabschiedet wird.
So wurde es richtig im Quelltext beschrieben, daß die Nutzer von Tauschbörsen bzw. von Downloadern nicht vor davor gefeit sind entsprechend verurteilt zu werden.

"Das Problem ist nur, daß das Programm zur Tauschbörse ein Verzeichnis einrichtet (auch unbewußterweise) worin sich die Files ansammeln die downgeladen worden sind.
Zum Nachdenken bringt es doch, daß immer wieder die Tauschbörsennutzer Abmahnungen erhalten !
[quote:225927a940="Marc (wieder ohne Login)"]
Ich find es ziemlich asozial, den upload abzuschneiden. wenn das alle machen würden, bekäme man gar nichts mehr.
Die Hälfte aller Internet-User zu kriminalisieren ist im übrigen total lächerlich. Man hätte schon vor einigen Jahren eine "Kulturflatrate" einführen sollen, aber es hat ja bis heute noch niemand auf die Reihe bekommen. Solange man über Tauschbörsen alles komfortabler, schneller und auch noch umsonst bekommen kann, wer kann solch einer Versuchung widerstehen? Schüler und Studenten, die kaum Geld für zwei CDs im Monat haben, sicher nicht.
Um ehrlich zu sein isses mir lieber wenn sich ein Schüler 1-2 CD's im Monat kauft und diese auch wirklich hört und sich damit beschäftigt als dass er 70 Gigabyte Musik auf der Festplatte hat und nicht mal die Hälfte der Lieder gehört hat, geschweigedenn beim Hören zuordnen kann. Mittlerweile gibts en regelrechten Wettkampf wer die meissten Gigabytes an Musik hat. Ich hab zwar auch hier und da runtergeladene Alben, geb ich zu, aber ich finde, man sollte es in gewissem Rahmen halten und nicht alles loaden, was man vor die Nase kriegt!
Ganz ehlich. Ich habe nichts gegen Tauschbörsen. Wollte mir letztens ein neues Album Kaufen. Ein ziehmlich Bekannter Elektronikmarkt (soll SAUbillig sein) wolte doch tatsächlich ganze 19 € dafür Haben. Kein Doppelalbum oder sonst irgendeine Deluxedition. Bei solchen Preisen soll sich mal kein Konzern beschweren wenn man sich was runtersaugt. Wenns gut ist Kauf ich mir ja auch das Album.
Ich bin auch absoluter Gegner von dieser Sammel-Inflation, um mich mal wortschöpferisch zu betätigen. Wenn mir ein Album gefällt, kaufe ich es auch. Und wenn ich mir was gezogen habe, das mir nicht gefällt, wird es sofort gelöscht. Ich besuche sehr viele Konzerte, die ihr Geld bisher eigentlich immer wert waren, genau wie die CDs dieser Bands.
Aber wenn man Musik zum Hobby hat und als Student mit Bafög und Nebenjobs grade so über die Runden kommt, hat man bei den Preisen kaum eine Chance, sich so mit Musik auseinaderzusetzen, wie man es gerne täte.
@ Caster Troy: Amazon bzw. sein Marketsplace hat das Ding ganz sicher für die Hälfte. Einen einzigen Laden anpeilen und dann über die Preise nöhlen fetzt nicht.
In Zeiten von Myspace, Purevolume und Amazon-Hörbeispielen muss saugen nicht mehr sein, um Musik kennenzulernen. Viel schöner finde ich den Prozess, übers Internet eine Band zu entdecken, mich an ein-zwei Songs zu erfreuen und dann gespannt auf das Album im Briefkasten zu warten.
word. Marketplace ist unschlagbar, ich gehe aber lieber auch auf Flohmärkte, Beispiel:
Tocotronic - Pure Vernunft... für 2 Euro (Zustand 1)
musik irgendwo hin mitnehmen ... lustig war das damals
von lp auf cassette überspielen und am anfang oft genug bandsalat
walkmen ... beim joggen eierten die meisten
ach ja ... ich liebe mp3
zum loaden, kaufen etc.
wenn ich ein häppchen naschen darf und es mir schmeckt, kaufe ich auch die ganze pralinenschachtel ... allerdings für normalerweise max. 15 €, sonst ist schluss mit lustig ...
@ daniel
auf der letzten plattenbörse habe ich auch einige cds für kleines geld erstanden ... und musste leider feststellen ... dass die vinyls inzwischen bedeutend teurer sind 
nö, überhaupt nicht ... ich will hier nicht die diskussion wiederbeleben, warum platte besser ist als cd ... hatten wir schon ... ich verkaufe jedenfalls weder meine vinyls noch meinen plattenspieler 
Ich weiß warum Vinyl besser ist als CD: Man sitzt die ganze Zeit gebannt vor dem Player und wartet darauf, daß die Platte springt um sie so schnell wie möglich wieder aus de misslichen Lage zu befreien und glaubt so die Musik ganz anders warzunehmen als wenn man nebenbei aufräumt oder das Zimmer verlässt oder was auch immer.
Die erste Vinylscheibe (Ne Single) klang richtig fett, und ich dachte "Wow!" aber das eine Oasis-Album für ne Freundin ist nicht so toll. Sind irgendwie nur die Mitteltöne drauf. die Höhen sind nicht so prickelnd und der Bass auch nicht....
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