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Da waren's nur noch sechs: Cyril Krueger und Katrin Walter sind raus, "Dursti" Durstewitz und Lena Meyer-Landrut mausern sich zu Top-Favoriten.
Köln (mis) - Einfach nur gut singen reicht nicht mehr: So deutlich wie nie legte die gestrige Ausscheidungsshow von "Unser Star Für Oslo" offen, dass die verbliebenen Kandidaten neben ihrer Stimme nun auch ein eigenständiges Profil aufbieten müssen, also das, was Gastgeber Stefan Raab im Branchenjargon "ein Package" nennt.
Unter diesem Gesichtspunkt kam das Ausscheiden von Katrin Walter nicht überraschend. So sicher sie Sara Bareilles' "Love Song" auch intonierte und mit der temporeichen Nummer zudem der letztwöchigen "Arschbomben"-Empfehlung von Fettes Brot-Boris nachkam, es fiel einem nach wie vor schwer, in ihrem Auftreten Star-Qualitäten zu entdecken.
Cyril Krueger scheitert an U2
Auch Cyril Krueger ist nächsten Dienstag nicht mehr dabei. Über das Warum wird sich der Sunnyboy sicher noch einige Tage den Kopf zerbrechen. Mit der Wahl des U2-Songs "Beautiful Day" wagte er sich an eine der bekanntesten und schwierigsten Rock-Stimmen überhaupt, forderte sich aber im Gegensatz zu seinen früheren, hoch gelobten Beiträgen (Eagles, Robbie Williams) erstmals selbst heraus.
Das Ergebnis war technisch gesehen nicht zu beanstanden, selbst Bonos Kopfstimmenkür bewältigte der Hannoveraner mit philippinischen Wurzeln ansprechend. Vielleicht wirkte sich aber negativ für ihn aus, dass die Allgemeinheit im Refrain des Stücks Bonos mehrstimmige Durchschlagskraft erwartete, die der aber auch nur mit reichlich Studiozauber erschaffen konnte.
"Bitte niemals Bon Jovi!"
Auch die Jury, diesmal bestehend aus Raab, Soul-Sängerin Cassandra Steen und dem vollbärtigen Neu-Literaten Sasha, diskutierte vergleichsweise lange über Wahl und Vortrag des 21-Jährigen. Nachdem Sasha dessen Stimme eher für softeren Rock der Marke Bon Jovi und Bryan Adams empfahl, hielt Raab entrüstet dagegen, er wolle "Bon Jovi und Bryan Adams hier bitte niemals hören".
Im Laufe des Schlagabtauschs stellte sich heraus, dass auch die Showband Heavytones Bon Jovi meidet wie der Teufel das Weihwasser, wodurch sich Sasha plötzlich zu betonen gezwungen sah, diese Bands privat auch nicht zu hören.
Sympathiebolzen Sasha
In seinen Beurteilungen punktete der Pop-Sympath aus Soest entweder mit charmantem Witz oder fachkundigem Detailwissen, während seine Stuttgarter Kollegin weitgehend blass blieb.
Neben Krueger und Walter saß am Ende als letzte, zitternde Kandidatin noch Jennifer Braun auf der Sitzgruppe, deren Ausscheiden nach der ordentlichen Avril Lavigne-Interpretation von "I'm With You" jedoch im Prinzip ausgeschlossen war.
Meyer-Landrut und Durstewitz obenauf
Sharyhan Osman schaffte den Sprung in die Top 6 mit einer Bar Jazz-Nummer, Kerstin Freking präsentierte Alanis Morissettes "Thank You" und Leon Taylor legte sein Balladen-Image mit einer kernigen Lenny Kravitz-Version ("Are You Gonna Go My Way") ab.
Dennoch scheint bereits jetzt klar, dass fürs große Finale niemand anderes als Lena Meyer-Landrut und Christian Durstewitz prädestiniert sind. Die leicht Durchgeknallte und der Anti-Star mit Hosenapplikation oder wie man es auf ProSieben sagen würde: Das Model und der Freak.
Lenas erste Maxi: Sasha!
Während Meyer-Landrut in "Foundations" mit einer einwandfreien Cockney-Adaption der Nordwest-Londonerin Kate Nash brillierte, offerierte "Dursti" eine selbstkomponierte, durchaus singletaugliche Rockballade.
Meyer-Landrut hatte zudem die Lacher auf ihrer Seite, als sie auf Drängen von Moderator Matthias Opdenhövel kleinlaut verriet, dass ihre erste Maxi (!) Sashas "I Feel Lonely" gewesen sei, was den Geehrten sichtlich rührte.
"Oh shit, Frau Schmidt"
Der fühlte sich nach Durstewitz' Beitrag wiederum berufen, Einblicke in deutsche Two-Hit-Wonder-Geschichte zu geben: "Du bist mir allein schon sympathisch, weil du aussiehst wie mein Kumpel Der Wolf", scherzte Sasha. Dessen 90er Hits "Gibts doch gar nicht" und "Oh shit, Frau Schmidt" kannte außer Raab wahrscheinlich niemand.
Ansonsten dürften Braun (die Rockröhre) und Freking (die Elfe) im Rennen um die Oslo-Teilnahme ebenfalls noch ein Wörtchen mitzureden haben. Für die anderen beiden könnte es aber bereits nächste Woche sehr eng werden.

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