Porträt

laut.de-Biographie

Ultrawurscht

Hat man bei den Schweizern oftmals das Problem, dass man sich bei deren Idiom nie sicher sein kann, ob sie sich mit einem unterhalten oder nur versuchen, dir nicht direkt ins Gesicht zu rotzen, fragt man sich beim zutiefst ureingeborenen Österreicher eher, ob der beim letzen Glücksrad nicht ein paar Vokalen zu viel gekauft hat und sich nicht mehr an alle Konsonanten erinnert.

Wenigsten die Verständigung mit dem Urbayern ist dem Österreicher nahezu problemlos möglich. So war die Kontaktaufnahmen der beiden Bajuwaren Dr. Mett Wurscht (Vocals) und Evil Presssuck (Bass) mit den Ösis Wurschtbua (Gitarre) und Hans Wurscht (Drums) im Sommer 2003 quasi ein Leichtes. Die beiden Duos treffen im Festivalbus zum With Full Force-Festival aufeinander und entdecken schnell ihre gemeinsame Vorliebe für Wurstprodukte. Keine Frage, dass man gegenseitig die heimischen Produkte kredenzt und gleich mal für das nächste Jahr wieder verabredet.

Ein Jahr später hat man nicht nur jede Menge gefüllten Tierdarm vertilgt und mächtig viel Bier im Kopf, es regt sich auch die Idee, zusammen eine Band zu gründen, in welcher man dem tierischen Restprodukt gar herrlich huldigen könnte. Als Grillplatz bzw. Proberaum wird das Städtchen Simbach am Inn auserkoren, ab Ende 2004 lärmen sie dort gemeinsam los. Für solchen Brachialhumor eigenen sich wohl nur derbe Musikstile, weswegen sich die Songs in einer Schnittmenge aus Grindcore, Death Metal und Hardcore abspielen - Wurschtcore, sozusagen.

Kein Wunder, dass als Name nur Ultrawurscht in Frage kommt. Lyrisch verwurstet das Quartett je nach Lust und Laune englische mit bayrisch-österreichischen Lobpreisungen an die Wurst und einem Abgesang auf deren natürlichen Feind: den Käse! Manch einer bezeichnet als solchen auch die Band selbst, doch die lässt sich nicht beirren und veröffentlich Anfang 2006 das Demo "Wurst Case Scenario". Musikalisch lassen sich darauf Parallelen zu Bands wie Leng Tch'E, Aborted oder Skinless ziehen. Tatsächlich verlangt die Metzgerei-Innung nach mehr.

So erscheint im Dezember desselben Jahres das Debüt "Dawn Of The New Sauce-Age". In der folgenden Zeit kommen Acts wie Unleashed, Tankard, Legion Of The Damned oder Behemoth in den ungewöhnlichen Genuss, die Bühne mit Ultrawurscht zu teilen. Die haben nicht nur sehr abstruse Ideen für ihre Bühnendeko, sondern ballern mit der Bazooka auch gern mal ein paar Würstchen durch den Saal.

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