- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Am Anfang ist der Wind. Deutlich zu hören, überspielt von einer Gitarre und einem Pfeifen, und das Hirn fängt an, Bilder zu malen. Eine Ebene, über die der Wind fegt. Der Film im Kopf zeigt eine weiße Kirche im Hintergrund. Eine Horde wilder Reiter mit großen Schnurrbärten und noch größeren Sombreros reitet Unheil verkündend auf die Kirche zu, in dem Moment, als die Hochzeitsgesellschaft vor die Tür ins gleißende Licht tritt. Die Braut ist wunderschön, der Bräutigam stolz, ganz in Schwarz gekleidet. Er ist geblendet vom Licht und vom Glück, so dass er sein Ende nicht gleich sieht. Er muss sterben, und als er die Reiter sieht, weiß er das auch.
Doch das ist kein Spaghettiwestern, und nach einer guten Minute legen Two Gallants los. Sie singen, oh Wunder, von Sünde und Verbrechen. Murder Ballads. Love God Murder. In der Tat erscheint es, als hätten sie das Storytelling-Talent eines Nick Cave und die Düsternis eines Johnny Cash mit der Muttermilch aufgesogen. Der großartige Auftakt "Las Cruces Jail" weist weitere Parallelen mit dem Man in Black auf: Two Gallants singen davon, sie hätten eingesessen, wegen Mord. Folsom Prison, ick hör dir trapsen.
Two Gallants einen Abklatsch zu unterstellen, wäre allerdings ein kollossaler Fehler. Im Gegenteil, das Duo Stevens und Vogel entwickelt eine überzeugende songwriterische Eigenständigkeit, die zwar Parallelen zulässt, aber genauso den Hörer nie die Originalität des Geschaffenen anzweifeln lässt. Country und Folk ist musikalisch ein Einfluss, das Songwriting eines ziemlich versoffenen Dylan ebenso wie die Intensität eines Conor Oberst. Jeder Song erzählt eine Geschichte, traurig, hoffnungslos und herzzerreißend schön.
Geschichten von gefallenen Charakteren ("Some Slender Rest"), von Verfehlungen ("Las Cruces Jail"), düsteren Abgründen, die man besser nicht näher kennt ("Long Summer Day") und vergangenen Lieben ("Threnody In Minor B"). Von Geborgenheit und Verlust. Dankenswerterweise kümmern sich die Zwei ungehobelten Barden nicht um ein drei Minuten dreißig Sekunden-Songgerüst, sondern geben den Stücken Zeit, sich zu entwickeln. Epische Geschichten brauchen eine epische Ummantelung. Wenn man den rauhen Stimmen lauscht, vergehen auch neun Minuten wie im Flug.
Two Gallants beweisen ein traumwandlerisch sicheres Gespür für den richtigen Ton, beim Klagelied "Threnody" ist einem wirklich zum Heulen, wenn man am Ende endlich versteht, worum es hier geht. Wenn die Schmerzensschreie verhallen, das Klagen verebbt und die Frage im Raum hängen bleibt: "Could that be you my love, your dust upon the wind?" Musikalisch brechen sie nur selten aus aus den ruhigen Tönen, zum Beispiel bei "16th St. Dozens", wenn sie sich in einer kakophonischen Noiseattacke verlieren und zum Schluss über lärmigen Folkpunk zu Skapunk finden.
Mit ihrem zweiten Album "What The Toll Tells" ist Two Gallants gleich ein ganz großer Wurf gelungen. Ein nicht unbedingt leicht zugängliches Album, das aber mehr Freude bereitet, je öfter man es hört. Das einem sicher auch noch beim fünfzigsten Hören einen Schauer den Rücken herunterjagt. Und das wieder einmal zeigt, dass man nicht unbedingt einen Bass braucht, um großartige Soundwelten zu kreieren.
| Shop | Titel | Preis | Porto | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
![]() |
What The Toll Tells | €14,99 | €2,99 | €17,98 |
![]() |
What The Toll Tells | €14,99 | €2,99 | €17,98 |
![]() |
What the Toll Tells | €15,99 | €3,95 | €19,94 |
![]() |
What The Toll Tells (Vinyl) | €16,95 | €3,90 | €20,85 |
![]() |
What the Toll Tells [Vinyl LP] | €21,99 | €0,00 | €21,99 |
![]() |
What the Toll Tells | €25,99 | €0,00 | €25,99 |
Seit heute hab' ich die Vorab-Single "Las Cruces Jail". Adam Stephens und Tyson Vogel spielen und singen mit einer sprachlos machenden Unmittelbarkeit, Energie, Unverstelltheit. Und die Melodie des Songs ist so frappierend einprägsam wie Bob Dylans "Don't Think Twice" oder "I Want You" . Ein Hördurchgang - und ich hatte sie schon im Kopf.
Das Album erscheint in Deutschland am 17. Februar.
heute zufällig nen bissl zeit am bhf gehabt und dann mal nen blick inne visions getan, dort war et album des monats oder so was
[url=http://toolshedmedia04.com/ts/two-gallants-las-cruces-jail.mp3]les cruces jail
irgendwie kommen momentan etwas eigensinnige bands aus den usa 
zum beispiel ganz aktuell würde mir "clap your hands say yeah" in den kopf kommen, is ja auch grade am gehyped werden
Ja, du hast recht, ist natürlich so ... aber dachte, du kennst vielleicht was, das ich noch nicht kenne.
Auf jeden Fall find ich das schon klasse, das "ungewöhnliche Bands aus den Staaten-Movement"
... zieh ich dem fast ausnahmslos anspruchlosen Indie-Pop/Rock-Zeugs, das in letzter Zeit aus UK rüberschwappt noch so gerne vor.
verdammt, ich hab auch echt ne liste von frischen USA-bands gesucht, irgendwo hatte ich sie, damn! 
och, vorziehen? weiß nicht, ich find einige von den "neuen Uk bands" ganz spannend, aber genauso gefallen mir two gallants auch. CYHSY allerdings kann ich mir nicht sonderlich lange reinziehen...
Wirklich tolles Album. Bemerkenswert sind vor allem die drei überlangen (8-9 Minuten) Stücke. Dieses ausufernde Erzählen erinnert mich noch einmal nachdrücklich an Bob Dylan. Und zwar vor allem an seine romantische "Desire"-Platte mit Songs wie "Romance in Dubango", "One More Cup Of Coffee" oder "Sarah".
"Two Gallants" bringen diesen Stoff aber mit der Attitüde von Punk und Emo, instrumental reduziert und ganz auf den gradezu existentiell intensiven Gesang ausgerichtet. Man hat passagenweise den Eindruck, sie singen quasi um ihr Leben. Ein bisschen in die Richtung geht ja auch das - auf den ersten Blick - doch etwas gewöhnungsbedürftige CD-Cover.
.... um die Aufregung zu verstehen, die um dieses Album herum entstanden ist, muss man allerdings auch die klassische Schönheit der ruhigeren Passagen in Betracht ziehen: Zum Beispiel "Threnody in Minor B" (das längste Stück der CD), in welchem am Ende wiederum (wie auf The Throes) ein Cello eingebaut wird.
Und die "Überraschungsmomente": Am Ende von "16 th. St. Dozens" zum Beispiel eine plötzliche, übermütige TexMex-Attacke mit Trompete und Posaune.
Hab mir das Album auf der Saddle Creek-Seite gestreamt und das kann echt was, ja! Hat tlw. was von Bright Eyes und Calexico, sag ich jetzt mal so als Laie.
sehr gutes album (zumindest bist jetzt, muss sich noch zeigen ob es sich auf die dauer bewährt...), las cruces jail ist auf jeden fall unglaublich, wennb ich das höre überkommt mich freude und freude.... mich erinnert es nciht sehr an bright eyes, auch wenn ein paar diesen vergleich heranziehen. auf jeden flal interessante musik.
und zu dem cover, ich hatte das album mit in der shcule dabei um es meiner freundin zu geben, und da hat s son metall head (er spielt selbst in einer mystischen metall gruppe mit) die cd gesehen und gemeint "das cover ist aber genial" hahahaha, also wenn s schon so jemandem gefällt dann muss es gelungen sein!
Hui, dich hier mal wieder anzutreffen... 
Achja, einen Stream des gesamten Albums gibt es [url=http://www.saddle-creek.com/streaming/lbj-91/index.html]hier. Viel Spaß.
Ich höre mir grad auch den Stream an, danke Serpentine, und ich muss sagen, das erste Lied (Las Cruces Jail) is schon verdammt cool.
Erinnert mich auch etwas an Bright Eyes (vllt wege dem Country-Einschlag oder vllt weil ich nix viel Indie-Musik kenne)...
Naja, mal weiterhöre...
ich liebe diese Songs, allen voran immer noch "Las Cruces Jail" ... die überlangen Stücke sind mir "noch" zu ausufernd und zu anstrengend irgendwie ... etwas schwierigere Kost für mein Schönklang-orientiertes Hörgemüt, aber das gibt sich dann - bin ich überzeugt. 
Und die MÜSSEN live ein Erlebnis sondergleichen sein, ich hoffe, dass ich das noch hinkriege (bis Sonntag)

Geniale Platte!! Nach dem ersten reinhören tun sich einem wunderschöne Meldien auf!! Und eine gelungene Mischung aus Lässigkeit und Melancholie durchdringt die Stücke, wie ich sie selten bei anderen Künstlern so gespürt habe!! Gewöhnungsbedürftig, jedoch wir man zum größten Teil auch dafür belohnt...Die Laut-Rezsession ist meiner Meinung nach sehr treffend!
Ich frage mich dauernd, wo man da denn die Bright Eyes-Vergleiche herholen will, ansonsten ziemlich gut, trotzdem ist mir "Tonight's the Night" lieber, das hoere ich da naemlich teilweise schon viel eher.
Naja, die Bright Eyes-Vergleiche rühren wahrscheinlich zum einen aus der tlw. ebenfalls vorhandenen Verschrobenheit und zum anderen auch aus der unmittelbaren Nähe zur Saddle Creek-Szene 
Dann koennte man ja jede andere Band auch und den gesamten Saddle Creek-Roster sowieso mit diesem tuntigen Jammerbolzen vergleichen, super.%)
Hm, jetzt lehnst du dich aber weit aus dem Fenster. Ich seh schon die Connor Oberst-Fraktion erbost mit Fackeln hinter dir herjagen 

Bei "Seelenruhe des Sängers" musste ich auch lachen
... sorry 
Wieso bei Cash eigentlich eine "pseudophilosophische" (/p.religiöse) Botschaft ? @ Kukuruz. Grundaussage stimmt aber natürlich, Vergleich mit Two Gallants ist wirklich nicht so sinnvoll, auch im musikalischen Sinne.
Nochmal zum Album: "What The Toll Tells" könnte in nicht wenigen Jahrescharts wieder auftauchen, mit Glück auch in den meinen. Wirklich toll.
Kann mich nur anschliessen. Kaum zu glauben, dass die Kerle erst Anfang 20 sind. Das kann noch was geben
Bei den vielen zitierten Parralelen drängt sich Conor Oberst natürlich auf, auch stimmlich. Aber ich würde auch noch weiter gehen und ein paar alte Klassiker auspacken ... Tom Petty, The Band ... die haben alles für einen Klassiker. 


.
) ebenfalls so toll einsetzen?Je länger ich das Album höre, desto sinnloser erscheinen mir irgendwelche Vergleiche. Die sind doch im Prinzip in jeder Hinsicht ihre eigene Kategorie. Bislang das Top-Album 2006 für mich und sehr unwahrscheinlich, dass sich das noch ändert. Da müsste ja ein regelrechtes Wunderwerk daherkommen.... Mein Lieblingstitel (nach längerer Einhörzeit) übrigens: Threnody in Minor B.
Die Jungs sind im Dezember ja in Münster. Ich komm nicht drum herum sie mir anzusehen
. Und 12€ für eine Karte... geschenkt und hinterhergeworfen.
Allerdings, haben die jetzt nicht ein online-only Album released? Und ihren Erstling muss ich mir vor dem Konzert auch intensiv geben. Man muss ja mitsingen können
.
Format
Homepage: