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"Es Regnet". Immer regnet es. In der Welt junger Rapper scheint nie die Sonne! Tua mag diesen Eindruck bestätigen. So "Grau" wie der Albumtitel, so trist sieht es in der Seele dieses Kerls aus: unfroh bis an die Schmerzgrenze, lebensunlustig darüber hinaus.
"Es ist so viel falsch, egal wohin ich kuck." Schmerz, Verlust und Trauer, Ängste und Unsicherheiten, lähmende Depression und brodelnde Wut bestimmen die Szenarien. Tragische "Bilder" stellt Tua mitleidlos vor das innere Auge seiner Zuhörerschaft. "Für Immer" wird fortan auch sein Publikum wieder und wieder von quälenden Erinnerungen heimgesucht werden.
Tua steht "Unter Druck", stilisiert sich an der Seite Kool Savas' (neben Vasee, der einige R'n'B-lastige Zeilen beisteuert, der einzige Featuregast) zum "Problem" und breitet schließlich eine Beziehungsgeschichte aus, die mit ihrem hilflos brutalen Fazit "Mission erfolgreich: Kind tot" auch "Ohne Titel" nachhaltig unter die Haut geht.
Trotzdem ergeht es mir stellenweise ähnlich, wie dem Protagonisten in letztgenannter Story: "Ich will nur weg." Die alles erstickende Melancholie geht mir auf den Geist, sie schlägt aufs Gemüt und raubt, gepaart mit väterlichen Ermahnungen an den "Bruder", religiöser Sinnsuche ("Kyrie Eleison") und gut gemeinter Phrasendrescherei ("'War Der Tag Nicht Dein Freund', war er doch dein Lehrer") den letzten Nerv.
Ein beeindruckender Rap-Techniker ist an Tua weniger verloren gegangen, als ein Sänger ("Dein Lächeln") mit Gespür für Atmosphären. Die bieten leider nicht besonders viel Abwechslung, sehr im Gegensatz zur musikalischen Ausgestaltung. Anstatt sich in Hip Hop-Standards einzuigeln, schafft sich Tua eine ganz eigene Nische, in der einer depressiven Maus auf dem Mars die Stimmungsaufheller ausgegangen sind.
Dicht gepackt wabern Synthieflächen und tauchen ihre Tentakel hemmungslos in Elektro- und Drum'n'Bass-Töpfe. Jazz-Noten, orientalische Klänge, mönchische Ritualgesänge, operettenhafte, körperlose Frauenstimmen: Alles findet seinen Platz in detailreichen Beats, die die trübselige Grundstimmung zwar unterstreichen, aber dennoch keine Monotonie gestatten. Manchmal tönt es, als sei ein klassischer Singer/Songwriter mit dem Fliewatüüt unterwegs.
Dunkle Streicher ziehen geisterhafte Melodien durch die freudlosen Lande. Das pumpende, mit einem Balkan-Touch garnierte "Bezorientatsja" basiert ebenso wie "Viktor" auf einem Piano und kommt ganz ohne Text aus. Das Gros der übrigen Nummern begnügt sich nicht mit dem üblichen Song-Format. Wo andere nach drei, dreieinhalb, vier Minuten aufhören würden, kratzt Tua oft noch eine 180-Grad-Kurve und hängt einen zweiten, dritten oder vierten Teil an, der durchaus auch für sich alleine einen amtlichen Track, einen interessanten Beat abgegeben hätte.
Eine Akustikgitarre gibt in "MDMA" die Melodie vor, die Tuas Stimme und mordsmäßiges Gebratze aufgreifen. Die fast schüchtern vorgebrachte Frage "Magst du mich auch?" beantwortet sich da fast von alleine. Klar doch. Wenn es nur nicht immer regnen würde.
| Shop | Titel | Preis | Porto | Gesamt |
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Grau | €20,30 | €0,00 | €20,30 |
wann kriege ich denn endlich meinen platz auf deiner page?
=(
hierzu würde mich aber wirklich mal die meinung von frau fromm interessieren.
ich persönlich sehe das eher so wie texas, auch wenn einige tracks sehr groß sind ("es regnet" z.b.)

dieser rap mit gesang ist zum kotzen, vorallem mit der stimme.
bevor ich die musik gehört hab war ich eigentlich davon überzeugt, dass mir das gefällt.
der typ kommt ja gut rüber aber am ende kommts auf die musik an.
Es ist traurig wie sich hier immer noch die gleichen Idioten die Hand geben.
@Dani
as soll kein persönlicher Angriff sein, aber ich kann nicht verstehen wie man ein Lil Wayne Album in den Himmel loben kann und solch ein Werk dann mit einer mittelmäßigen bis sogar negativen Review verabschieben kann.
Das macht mich etwas traurig.
Das Album ist Top, was klar war.
Mir persönlich gefällt zwar dieser depressive Tua nicht so gut, wie der depressive Tua von "Es ist ok" oder der beziehungszerfressene depressive Tua von "von meinen Schultern", aber das sind minimale Probleme.
Das Album geht teilweise sehr stark unter die Haut (Ohne Titel, Endpunkt), teilweise ist es nur einfach sehr sehr hochwertiger Rap, wie es ihn heute selten gibt und an anderen Stellen richtige Musik, wie sie ja so oft vermisst wird im Rap. Tua verlässt natürlich nicht sich selbst und wird jetzt zum überintelektuellen Poeten wie man sie im Indiepop zb. findet, jedoch ist trotzdem das Songwriting und auch der technisch musikalische Aspekt hier deutlich besser als bei 90% der restlichen Veröffentlichungen im Rapgeschäft in den letzten Jahren, sowohl im In- wie auch im Ausland.
Dani, auf mich wirkt es so, als hättest du dich (leider) deutlich zu wenig mit Tua und dem Album auseinandergesetzt und nach 3 mal durchhören diene Review rausgehauen. Dieses Album hat mehr verdient.
Und das Tua technisch kein Großer sein soll, wird dir wohl so gut wie keiner bestätigen.
Ich denk da nur an "dieser Junge".
Danke und Gruß.
@Sodi:still down to da fullest.
@Texaz:hättest du nur auf mich gehört...und wärst gegangen
@rest:wo bleibt meine Fanpost?
was willst du?
drei punkte sind eine gute note.
dass die tracks zum teil unter die haut gehen, steht wörtlich drin. dass die produktion großartig ist, ebenso.
auf den lächerlichen vorwurf, ich habe platten, die ich bespreche, nicht ausreichend angehört, gehe ich nicht mehr ein. nein, das tu ich nicht mehr.
ich halte es nach wie vor für mein gutes recht, eine platte dafür zu kritisieren, dass sie mir auf den geist geht.
redaktionswertung: meine.
leserwertung: deine.
Mein bisheriges Album des Jahres. Kann aber nachvollziehen, wenn die Thematik nach einer Zeit stört. Meiner Meinung ist das aber eher die einzige Möglichkeit, ein "Grau" betiteltes Album konsequent durchzuziehen und ich kann fast jedes Lied "feiern". 5/5 Leserwerung 
Klar, man kann sich soetwas tausend Mal auf Repeat geben oder gar nicht. Ich weiß nicht wie das bei euch läuft, aber ihr werdet ja sicher selbst entscheiden können, wer sich mit welchem Release beschäftigt. Dann setzt man sich auch mit dem Künstler auseinander und merkt, in was für eine Richtung das Ganze gehen wird.
Spätestens da müsstest du aber eigentlich wissen, dass Rap in diesem Stil dauerhaft nichts für dich ist, und dann würde ich jetzt, ohne dich damit angreifen zu wollen, auch keine Review über die CD schreiben.
So wie ich das aus deinen letzten Reviews herausles, ists bei dir diese ruhige, in sich gekehrte Schiene, der du auf Dauer nichts abgewinnen kannst. Da wäre ein Kollege, der dem Ganzen etwas aufgeschlossener ist, eventuell der bessere Autor gewesen.
WIe gesagt, meine Meinung, ohne dich irgendwie beleidigen zu wollen.
Mittlerweile ja. Steht Bushido leider in nichts mehr nach, vor allem weil dieser mal was abgeliefert hat, was okay war.
Ich finde, rap.de schreibt teils nur in dieser Schiene "ist mir eigentlich egal, aber Content!". Da ist lisa ein Paradebeispiel für.

lisa ist ein paradebeispiel dafür, wie sehr man sich von seinem chef beeinflussen lassen kann.
noch vor ein paar monaten konnte ich ihren stil problemlos aus den anderen herauslesen - da war einfach soviel charme und witz zwischen den zeilen, da wusste man direkt, wer es geschrieben hat. heute muss ich immer nachschauen, ob der artikel von staiger oder lisa ist, weil sie mittlerweile seinen bescheuerten stil, sätze ohne kommas endlos und mit tausenden unds zu verlängern, gnadenlos übernommen hat.
Krass, hätte nie erwartet dass das Album hier weniger als 5 Punkte bekommt, vor allem weil ich die laut.de Reviews eigentlich immer sehr schätze.
Tuas depressive Art ist nicht für jeden was und das kann sich auch nicht jeder auf Albumlänge geben, das ist klar. Und eigene Meinung in die Review einzubringen is ja auch völlig okay, aber bei derart geballter Qualität, wie man sie im Rap selten bzw. so gut wie nie gesehen hat, muss man doch einfach, obwohl man selbst es nich feiern kann, mit mindestens 4,999999 Punkten bewerten. Wenn man sich über eine zu depressive Grundstimmung auf dem Tua Album aufregt, ist es so als würde man an einem Porno kritisieren dass die Hauptprotagonisten zu viel Sex haben...
Hype ist schnell abgeflacht, 3/5 gehen in Ordnung. Werde ich mir auf Dauer wohl nicht mehr so oft geben.
Ich frage mich eher, wieviel Exemplare Deluxe Records wohl gepresst hat, wenn bei einer ausverkauften ersten Auflage (!) keine Chartplazierung rauskommt...
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