Porträt

laut.de-Biographie

Tristan Brusch

"Ich bin ein Fisch in kochendem Wasser, ich bin ein Schneemann in the sun / Und irgendwann macht dir nicht mal das mehr Angst, macht dir nichts mehr Angst", singt Tristan Brusch im Titeltrack seiner ersten deutschsprachigen Veröffentlichung, der "Fisch EP". Noch bevor der Mann mit dem wasserstoffblond gefärbten Haar aus dem Dunstkreis der Orsons emporsteigt, nimmt er ganze elf englischsprachige Alben auf und tourt unermüdlich durchs Land. Aber der Reihe nach.

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Tristan Brusch wird 1988 geboren und wächst als erstgeborener Sohn behütet, mit seinen Worten "total verhätschelt" in Tübingen auf. Musik spielt von Anfang an eine große Rolle: Vater Jochen ist professioneller Violinist, die Mutter spielt Klavier. Mit klassischer Musik und Geigenunterricht aufgewachsen, bezeichnet sich Brusch als sehr harmonieverliebt und schreibt mit 14 Jahren seine ersten Songs. Direkt nach dem Abitur zieht es ihn weder in die Universität noch in irgendein Büro.

Tristan will Musiker werden. So tourt er mit dem 2008 veröffentlichten Alben "My Ivory Mind" durch die Lande, der Gedanke an Musik mit deutschen Texten liegt noch in weiter Ferne. Sängerin Hildegard Knef findet er aber schon damals toll: "Hildegard Knef mit dem Album 'Knef'. Perfektes Album, [...] absolute Empfehlung. Das ist das krasseste Album. Krasseste Texte. Tollste Musik. Hildegard Knef, krass unterschätzt. Man nimmt die heutzutage als eine bisschen verschrobene Schlagersängerin wahr, was sie auch war und was toll ist. Aber da steckt ganz viel dahinter", so Brusch gegenüber dem Online-Magazin Diffus.

Trotz zahlreicher Veröffentlichungen lässt der Erfolg weiter auf sich warten: "Ich mache ja nur Musik und sonst nichts, deshalb muss mein Vermieter auch einfach manchmal öfter auf seine Miete warten. Am Anfang hat mich das total fertiggemacht, wenn ich mal kein Geld hatte. Ich war sehr oft in der Situation, dass ich Rechnungen nicht zahlen konnte und keine Kohle für gar nichts hatte. Am Anfang hat mich das total fertiggemacht. Aber wenn man zum x-ten Mal in dieser Situation ist, checkt man, dass es trotzdem weitergeht", erzählt er im Gespräch mit ErnstFM.

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2012 dann der Wendepunkt: Markus Winter, besser bekannt als Maeckes, fällt durch Zufall eins von Bruschs Alben in die Hände. Für den 2012 erschienenen Orsons-Hit "Jetzt" sampelt Maeckes die melancholisch angehauchte Akustikgitarre aus Tristans Song "Little Funny Man". Zwecks Rechteklärung entsteht ein Kontakt, Tristan lädt die Orsons zu einem seiner Auftritte ein, Maeckes erscheint und es ist "Liebe auf den ersten Blick".

Je mehr Zeit er mit ihm und seinen Kollegen verbringt, desto verlockender erscheint ihm der Gedanke, deutsche Texte zu schreiben. Gedacht, getan – der Mann mit einer Vorliebe für Hippie-Sonnenbrillen wird Standard-Support der Orsons, kollaboriert mit Mine und Cro, ist maßgeblich an Maeckes' 2016 erschienenem Soloalbum "Tilt" beteiligt und wird vom Berliner Label Staatsakt unter Vertrag genommen.

Seine Musik bewegt sich zwischen leicht elektronischem Indiepop und Schlager, die Presse zieht Vergleiche zu Dagobert, Element of Crime und Gisbert zu Knyphausen. Als direkte Konkurrenz bezeichnet er gegenüber Diffus aber nur eine: "Ich will auf jeden Fall auf den großen Schlagerbühnen landen. Und ich will, dass Helene Fischer nicht mehr Schlagergöttin ist, sondern ich die neue Schlagergöttin bin."

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