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"Ich messe dieses Album nicht an irgendwelchen Standards wie z.B. Sound, Technik oder Trends. Ich hoffe, ihr tut es auch nicht. Diese Platte will nichts anderes als existieren, so wie ihr auch. Gebt ihr einen guten Platz in eurer Sammlung. Danke."
Torchs Worte begleiteten sein erstes Album bei seiner Veröffentlichung 2001. Sie begleiten unverändert eine ebenso unveränderte Neuauflage, die nicht etwa auf spektakuläres Bonusmaterial, bisher unveröffentlichte Tracks oder auch nur auf aufpolierten Sound setzt, sondern einzig und allein auf Gewicht und Gehalt der Worte.
"Ich banne Phasen meines Lebens auf einen Beat, lass' Musik dorthin gehen, wohin mein Geist mich zieht." Möglicherweise verlieh genau diese Haltung "Blauer Samt" den Zauber, den das Album ungebrochen verströmt. Torch fand und findet sich als unbestrittener Pionier und Botschafter einer Szene, die hierzulande vor ihm höchstens in Rudimenten existierte, in einer glücklichen Position: Wer, wenn nicht er, kann wahrhaftig einen feuchten Scheiß darauf geben, was Moden oder Märkte diktierten?
Man darf es also getrost glauben, wenn Torch verkündet: "Ich mach' das Ding nur für mich und meine Crew, für die Familie" - aber auch "für das Publikum". Daraus resultiert ein durch und durch authentisches Werk, an dem nichts, aber auch gar nichts effekthascherisch, möchtegerncool oder fremdbestimmt wirkt.
Nein, Torch zählte nie zu den versiertesten Rappern, so wenig, wie seine Advanced Chemistry-Mitstreiter Toni L oder Linguist. Das war auch schon so, als "Blauer Samt" erstmals erschien. An Technik-Maßstäben, wie man sie heute anlegen würde, scheitern diese Herren erst recht. Doch muss man denn immer und überall die Messlatte zücken?
"Blauer Samt" erzählt von einer Zeit, in der Hip Hop als Nischen-, nicht als Massenphänomen noch von einem ganz anderen Geist beseelt war. Als zum Rap selbstverständlich auch Graffiti und Breakdance gehörten. Als man seine Samples im Plattenladen, auf dem Flohmarkt oder in Muttis Plattenschrank noch mühsam zusammensuchen musste; der beste Break lag damals weiter als nur einen Mouseklick entfernt. Als man mit Auto oder Zug von Jam zu Jam gurkte, um immer wieder die gleiche Hand voll Eingeweihter zu treffen. Als man seinen Namen mit einem Stein in die Scheiben von Bushaltestellen gekratzt hat.
Wer nicht dabei gewesen ist, mag sich gähnend abwenden und die anderen als ewig Gestrige, als Nostalgiker schmähen. Das triffts nicht. Keineswegs wünsche ich mir die nur vermeintlich besseren alten Zeiten zurück. Hip Hop, auch deutscher Hip Hop, hat in der vergangenen Dekade immens zugelegt - technisch, inhaltlich, auch, was die Produktionen betrifft. Es gibt unfassbar viel unfassbar schlechten, aber auch viel, viel mehr spannenden, lustigen, berührenden Rap - schlicht und ergreifend, weil das Angebot ungleich größer geworden ist.
Das ist schon gut so. Trotzdem wars schön, damals. Deswegen kann und werde ich mir "Blauer Samt" - Torchs zuweilen terroristischem Takt zum Trotz - immer und immer wieder mit Vergnügen anhören. Immer wieder aufs Neue amüsiert mich die Hommage an Oldschool-Raplegenden von Biz Markie bis Lord Finesse in "Als Ich Zur Schule Ging".
Immer wieder möchte ich mit Eek A Mouse "Auf Der Flucht" sein, mit Gente Guasta die Welt in Flammen setzen, mit Ebony Prince, Esa und Tonl L "Rote Wellen" reiten. Immer wieder werde ich, "Zeig Mir Den Weg", zu den Sternen fliegen, bei "In Deinen Armen" kitschsentimental dahinschmelzen, nur um dann vor "Ich Hab Geschrieben", einer unglaublichen Liebeserklärung an die Ausdrucksform des Wortes, sprachlos auf die Knie zu sinken.
Ja, Jungs. Ihr wart mal Stars. Die Karriere mag vorbei sein - doch das wars noch lange nicht. In einer Welt, in der einst tatsächlich ein Deutschlehrer in meinen längst geschlossenen Plattenladen kam und "Blauer Samt" kaufte, einzig, um seine Schüler "Der Flammende Ring" analysieren zu lassen, habt Ihr Spuren hinterlassen. Unauslöschbare Spuren. Ihr habt Eure Namen in die Geschichte tätowiert - und wohl daran getan: "Blauer Samt" verdient wahrhaftig einen guten Platz. In jeder Sammlung.
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
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Wachsen in dem man nichts tut. Torch's Geheimrezept für dieses Album. ? Besser den je! Obwohl schon zu lang, zweiter Song hätte man für die Re-Edition rausnehmen sollen. Und K.I.Z.'s Version von "Wir waren mal Stars" find ich besser. Sonst alles gut.
Um es mit Reverend Lovejoy zu sagen: "Jetzt bitte nicht mehr reden."
Auch ich gehöre zu den in der Rezi erwähnten "Nostalgikern".
Bin in meiner Meinung allerdings knallhart und sage, dass die deutsche Hip Hop Szene eben NICHT mehr das ist, was sie mal war.
Ich sehe heutzutage keine neuen MCs, die "technisch" (nehme an damit sind Skills, Flow etc. gemeint) besser sind, als es ein Samy war.
Natürlich sind die Produktionen heute ausgereifter, aber dadurch auch "glatter" und identitätsloser als früher.
Ich wollte nie, dass sich deutscher Hip Hop wie der der Amis anhört.
Es ist schön, dass der Hip Hop von heute angeblich so vielseitig ist, aber das Feeling von damals wird nie wieder zurückkommen.
Und darum ging und geht es mir bei Musik.
Da kann die Produktion noch so "fett" sein.
Um es mit den Worten vom Topf zu sagen: "Niemals wird es wieder so werden wie es war..."
kann man nicht haten. nicht nur als rapalbum unfickbar, sondern als lyrik an sich.
1. an herrn/frau Dani Fromm: das album kam mitnichten 2001 sondern bereits 2000 und ist damit nicht 10 sondern inziwschen 11 jahre alt, wie jeder wissen müsste der die zweite grundschulklasse geschaft hat
2. natürlich ist diese wiederveröffentlichung völlig überflüssig, digital (als legaler kauf-download) war es eh verfügar, cd war hier und da zu bekommen. höchstens die neuauflage auf vinyl ist sinvoll da gebrauchte LPs zu astronomischen preisen angeboten werden (die original-LP auf blauem, halbtransparentem vinyl ist immer noch horrend teuer).
3. Schnuppu09: "strasse"? bwhaaha. geh Fler hören. oder K.I.Z. - oder sind dir diese idioten wiederum "zu sehr Feuilleton..."?
4. Torch nennt sich jetzt "DJ" Haitian Star und macht miese mixtapes. und er macht irgendwas völlig sinnloses, aber einträgliches mit kunst (kleckse auf leinwänden und so) in seiner neuen wahlheimat, der schweiz. davon abgesehen feierte er letztens parallel zu seinem 40. geburtstags "tage des grössenwahns" in heidelberg (man sehe sich nur das pressefoto aus einer website an).
5. "Blauer Samt" gehört zu den besten 10 deutschsprachigen hiphop-alben. zweitweise ist es sogar #1.
...meine 50 cent zum thema, adios.
Ich bin nicht mit Curse, Samy und Torch aufgewachsen. Für mich sind Sachen wie Aggro Berlin, Kamp, Prinz Porno und Morlockk Dilemma die Helden. Das Feeling von damals für einige hier ist dasselbe das ich empfinde bei den oben genannten. Was ich heute bei Marten und Benjamin fühle. Punkt aus.
- für dich, zum zählen.Ich fand Torch immer solala..nicht mein Ding.
"Hip Hop, auch deutscher Hip Hop, hat in der vergangenen Dekade immens zugelegt - technisch, inhaltlich, auch, was die Produktionen betrifft. Es gibt unfassbar viel unfassbar schlechten, aber auch viel, viel mehr spannenden, lustigen, berührenden Rap"
hmm, meiner Meinung nach ist der Anteil von schlechtem Rap um einiges größer als der von gutem. Fands so zur Mongo Klikke/Stuggi-Zeit doch sehr viel besser...
@sodhahn: warum machst du den rückschluss vom alter auf den "musikgeschmack". auch ein 12-jähriger kann ein oldschool-guru sein. nur muss er sich verhältnismässig noch mehr mit der richtung auseinandersetzen, weil die musik früher leichter zu fassen war als heutzutage. doch möglich ist es allemal und spricht für ein ausgepsrochenes interesse an dem musikstil. ob live-konzerte (die heute von diversen acts nicht mehr möglich sind) zum repertoire eines gurus gehören, möchte ich mal so dahin stellen.
@coldfire: blödsinn. ein oldschool guru muss zu der damaligen zeit am start gewesen sein. schnuppu ist gerade mal 17 oder 18 und supportet deswegen diesen ganzen quatsch, weil er sich von den gangstarappenden kids abheben bzw angrenzen will. glaubst doch nicht im ernst das ihm die fantas oder blauer samt besser gefällt als zb kollegah oder fard?
@dave g
das ist doch nicht dein ernst oder?
es gibt genügend rapper die technisch besser sind als samy je war.
@Sodi: Nur Blöd, dass für dich da jeder zugehört, der nicht deiner Meinung ist. Aber gut zu wissen dass wir mit dir einen genialen Experten in Sachen Rap und Hip Hop und zu dem noch menschlicher Psychologie hier bei Laut haben der die User perfekt einzuschätzen weiss 
Hab mir nach zig Jahren jetzt nochmal das Originalalbum angehört und war einigermaßen erschüttert, wie altbacken das doch mittlerweile klingt. Wenn jemand dieses Album aus nostalgischen, persönlichen Gründen liebt, kann ich das absolut verstehen. Aus heutiger Sicht aber ist "Blauer Samt" bestenfalls ein 3/5 Album.
@Sancho: das ist doch quatsch. ich akzeptiere stets fundierte meinungen von leuten die sich auskennen. nicht allerdings von kapaiken wie euch, die ihr hauptsächlich gitarrenzeugs hört und dann meint in hiphop threads den großen zampano spielen zu müssen. kann dieses wahllose durcheinandergehöre von musik aus unterschiedlichen genres sowieso nicht ausstehen
@Django77: Meine Meinung, thx!
@b-dreizehn: Samy war nur ein Beispiel. Bei ihm stimmte eben das Gesamtpaket. Habe mir auch schon den einen oder anderen Song von Kollegah oder sonst wem angehört, alles technisch überzeugend. Aber es interessiert mich einfach nicht, was mir die Typen erzählen, sorry. Weder gutes Storytelling, noch Texte mit Message, noch witzige Texte, die einfach nur unterhalten sollen (ich weiß, Kollegah will mit seiner gespielten Attitude unterhalten, wird auf die Dauer aber langweilig).
Leute, die so etwas können, gab es früher eben mehr als heute, meine Meinung.
@InNo: Torch und Beginner kein Charisma? Wenn du meinst... Finde das Gegenteil ist der Fall. Wie schafft es sonst ein Jan Delay seit 15 Jahren sein Publikum zu begeistern, wenn er kein Charisma hätte? Hätten namhafte Künstler, die größer sind als er, sonst Lust, mit ihm zusammen zu arbeiten? Hätten sie nicht nötig.
wer dem album charisma abspricht tut mir leid. das ist wirklicher sprechgesang. da kann man nicht mit rapshemata drangehen. olli banjo hat mal passend gesagt skillz lassen sich nicht in rhymes oder technik messen. skillz sind eine höhere ebene. torch hatte skillz. zumindest diese eine album lang. egal wie viele rhymes aus dem kontext gerissen als ultrawhack gelten würden.
InNo mal wieder.. DAS hier ist eine Lüge: "Alles mit null Charisma, null Skills und null Flow", bzw schlicht unwahres Gehate. Ansonsten wünscht sich niemand die Zeit zurück sondern die Leute halten sie in Ehren wie sie PE, Run DMC und Co in Ehren halten. Album wird nun endlich gekauft.
@Sodhahn: Tut mir Leid, aber ich kann das nicht unkommentiert lassen: "kann dieses wahllose durcheinandergehöre von musik aus unterschiedlichen genres sowieso nicht ausstehen"
Was hast du denn genommen? Wieso kann man nicht HipHop und Rock und Metal und Jazz blabla alle Musikrichtungen gut finden! Wie engstirnig ist das denn bitte
Wie furchtbar ich das fände, wenn ich nur eine Musikrichtung hören könnte und alles andere abstoßend fände! Musik ist so vielfältig und großartig, was ich alles verpassen würde?!
Ich hab mich eben auf die Toilette gesetzt, dabei ist sowas ähnliches rausgekommen wie Sodhahns Beiträge.
Ich hab mir gestern gleichzeitig Blauer Samt und Arctic Monkeys gekauft und bin stolz drauf.
Und InNo... geh Dreck.. ehm.. Drake hören. Und hör auf Drake zu labern.
Ich hab mich eben auf die Toilette gesetzt, dabei ist sowas ähnliches rausgekommen wie Sodhahns Beiträge.
Ich hab mir gestern gleichzeitig Blauer Samt und Arctic Monkeys gekauft und bin stolz drauf.
Und InNo... geh Dreck.. ehm.. Drake hören. Und hör auf Drake zu labern.
@boogie bear
mein kompliment für deinen sinn für lustige wortspiele und witzige vergleiche! da fällt es einem auch nicht schwer zu verstehen warum für agenten wie dich früher alles besser war.
@topic
das album an sich finde ich vom sound und von den produktionen immer noch cool. das problem an der ganzen sache ist halt nur, das ich leider der deutschen sprache mächtig bin. vergleiche mit figuren aus der griechischen myrthologie muss ich echt nicht haben wenn ich rap-musik höre. das alleine wäre jedoch kein problem für mich, da für mich persönlich der rap-style immer vor dem inhalt kommt. doch auch da fehlts leider an allen ecken und enden. nicht nur vom technischen aspekt her. keine freshness, keine energie...dem album fehlt einfach das gewisse etwas
@boogie bear
mein kompliment für deinen sinn für lustige wortspiele und witzige vergleiche! da fällt es einem auch nicht schwer zu verstehen warum für agenten wie dich früher alles besser war.
@topic
das album an sich finde ich vom sound und von den produktionen immer noch cool. das problem an der ganzen sache ist halt nur, das ich leider der deutschen sprache mächtig bin. vergleiche mit figuren aus der griechischen myrthologie muss ich echt nicht haben wenn ich rap-musik höre. das alleine wäre jedoch kein problem für mich, da für mich persönlich der rap-style immer vor dem inhalt kommt. doch auch da fehlts leider an allen ecken und enden. nicht nur vom technischen aspekt her. keine freshness, keine energie...dem album fehlt einfach das gewisse etwas
InNo: Inhaltlich? Habe doch schon im Vorab-Thread alles gesagt: Album ist ein Klassiker gesehen in seiner zeitlichen Einnordung. Atmosphärisch und textlich groß, ein Meilenstein im deutschen Rap. Es ist einfach mies und zu subjektiv von Dir Deine Hater-Meinung mal wieder als Ober-Meinung für alle darzustellen.
@stummerzeuge: du musst das album noch kaufen? muahahaha...fail, du wannabe oldschool nöckel.
@Cenor Citrone: wenn du alles wahllos durcheinanderhörst, dann kann sich auch zu einzelnen genres keine dezidierte meinung herausbilden. wie auch? natürlich kann man alles querbeet hören, abwexlung muss sein, aber experte ist man dann in keinem bereich. wer metal mag kann hiphop nicht im gleichen maße verstehen und beurteilen, wie dies ein raphead kann.
@Sodhahn: "wenn du alles wahllos durcheinanderhörst, dann kann sich auch zu einzelnen genres keine dezidierte meinung herausbilden" Muahahaha Epic Fail! Wie willst du dir denn eine richtige Meinung über etwas bilden, wenn du keinerlei Vergleichspunkte hast? Hip Hop find ich gut weil ich nur Hip Hop höre. Klingt plausibel...
@Sancho: es geht nicht darum das man gar nix anderes hören soll, sondern darum das man ein bevorzugtes genre braucht. kein mensch beantwortet die frage nach seinem lieblingsessen mit: chinesisch, türkisc, thai, deutsch, italienisch...
@craze: der lauchuser ist ein noch größerer nöckel als bisher angenommen. er hat seine eigene raptechnische blütezeit, von der er immer schwärmt, anscheinend verpasst
Dieses ganze "in Genrendenken" ist fürn Arsch! Ich höre halt das, wo ich gerade Bock drauf habe. Und wenn jetzt ein "Metalhead" plötzlich beginnt HipHop richtig abzufeiern, dann sei doch froh! Also ich wärs... Und Experte sein?!
Was meinst du denn damit?
@Cenor Citrone: mit "experte" meine ich jemanden der sich auskennt und auf dessen meinung man was geben kann. wenn zb inno ein album empfiehlt, dann weiss ich zumindest das es unter umständen was für mich sein könnte. wenn sancho oder schnuppu tips geben, dann brauch ich mir das nichtmal anhören weil es eh rotze is
@Sodhan: Sorry aber es gibt eben auch Menschen, die sich mit mehreren Genres intensiv befassen. Kann ja sein, dass es dann ein Genre gibt, das einem am meisten liegt. Nur ist es Quatsch demjenigen dann in allen anderen Musikfragen Unwissen zu unterstellen. Ich zB denke, dass ich eingermaßen Ahnung hab von vielen Dingen im Rock UND Rap-Bereich. Das Thema hatten wir vor gut 5 Jahren schonmal aber was solls... Vor allem hatte ich später den Eindruck, dass du Leute die sich ernsthaft mit dir über Rap unterhalten wollen auch ernst nimmst. Oder täusche ich mich da?
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