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Na toll. Tony Yayo, bisher durch unschöne Umstände weitgehend ausgebremst, will es jetzt auch wissen und beglückt die Rap-Welt mit seinen Gedanken. "I Know You Don't Love Me" betitelt er einen seiner Tracks, und trifft damit voll ins Schwarze: Ich mag ihn nicht, und mit weiteren dürftigen Ergüssen vom Schlage "Thoughts Of A Predicate Felon" wird der Knastbruder in 50s Crew das auch nicht ändern. Ja, stimmt, ich war noch nie ein besonderer Fan der G-Unit, doch eine derart mies produzierte Ansammlung öder Beats hat diesen Stall bisher nicht verlassen.
Über weite Strecken des Albums klingen die Bässe pappig und flach. Gleich zu Beginn liefert "Homicide" einen unangenehmen Vorgeschmack auf das, das noch kommen mag: Kein Druck, die Nummer kommt nicht in die Gänge, der Rap verträgt (mit gutem Willen) das Etikett "durchschnittlich". Da er einen Ruf als schwerer Junge zu verlieren hat, bemüht sich Tony Yayo ganz offensichtlich, möglichst böse zu klingen, was nur begrenzt funktioniert. "Tattle Teller" präsentiert sich erbärmlich eintönig, Höhen und Tiefen gibt es ebenso wenig wie eine ins Ohr gehende Hookline, der Track zieht sich ohne jegliche Entwicklungen wie Kaugummi. Und so interessant, als dass die Inhalte über die fehlende musikalische Grundlage hinweg trösten könnten, sind Yayos Gangstergeschichtchen eben doch nicht. Die Bässe kommen in "I'm So High" so verwaschen an wie die Vocals in "Project Princess": Von Produktionen auf der Höhe der Zeit kann wirklich keine Rede sein.
Eminem macht es auch nicht besser: Von ihm stammt "Drama Setter". Obwohl ich ihn (und Kollegen Obie Trice) gerne höre, wird der Track durch das unstrukturierte, breiige Instrumental vollkommen unhörbar. Massiv und bedrohlich sollte das wohl wirken, das Ergebnis ist allerdings ein einziger akustischer Matsch. Der Meinung eines erbosten Fans, auf die ich in einem Forum stieß, kann ich mich nur anschließen: "Gut möglich, dass das die schlechteste Eminem-Produktion aller Zeiten ist. Und das will etwas heißen." Über die Tatsache, dass Tony Yayo hier allen Ernstes mit seiner umgehenden Wiederverhaftung protzt ("I was out for 12 hours and were right back in."), kann man sich dagegen amüsieren: Wie dumm darf man sein?
"G-Shit" und besonders "Live By The Gun" mit seinem Piano-Loop klingen wie schon 1000mal gehört und könnten exakt so von jedem vorausgegangenen G-Unit-Album stammen. "We Don't Give A Fuck" ist mit Klavier- und Streicherklängen komplett überfrachtet. Immerhin trägt Olivia, die einzige Lady unter den Gorillas, einen catchy Refrain bei. Die obligatorische R'n'B-Hookline, ohne die derzeit gar nichts zu gehen scheint, liefert Joe in "Curious"; der Kerl kann singen, hier bleibt die Melodie im Ohr. Ich gehe jede Wette ein, dass "Curious" die nächste Singleauskopplung stellt. Hält jemand dagegen? Die erste Single, "So Seductive", im Team mit 50 Cent, reißt mich übrigens nicht vom Hocker. Beide beweisen, dass Gesang nicht ihre starke Seite ist. 50s Rap ist um einiges ausdrucksvoller als der Tony Yayos, trotzdem kann ich den Hype schwer nachvollziehen: Seit "Get Rich Or Die Tryin" kam von ihm auch nichts wirklich hörenswertes mehr. Mich ermüdet, wenn sich musikalisch auf Tracklänge überhaupt nichts tut, und die Stücke genau so aufhören, wie sie angefangen haben. Nach "Thoughts Of A Predicate Felon" war ich sehr, sehr müde. So müde, dass ich mich nicht mal über die Dämlichkeit des Textes zu "Pimpin" angemessen aufregen kann.
Wer jetzt trotzdem nach einem Anspieltipp verlangt, der merke auf: In "Love My Style" kommt Yayo mit einem gewissen Nachdruck um die Ecke, das geht noch. Den einzigen etwas interessanteren Beat fährt "It Is What It Is" auf, obwohl auch hier die Bässe die gebotene Wuchtigkeit vermissen lassen. Immerhin konnte ich dank "Dear Suzie" meinen Kenntnisstand über das in den Knästen der Welt verbreitete Sexspielzeug erheblich. Wer weiß schon, wozu solches Wissen mal noch gut sein mag.
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