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Wie praktisch. Am vergangenen Wochenende schaute ich beim Fest des örtlichen Geflügelzuchtvereins vorbei. Dort gabs Gänsefüßchen im Sonderangebot, davon hat man schließlich nie genug. Insbesondere steigt der Bedarf, versucht man, sich in Zusammenhang mit Tony D über Rap, Skills, Flow und Lyrics zu äußern. "Rap", "Skills", "Flow" und "Lyrics" - so trifft es den Kern der Sache doch schon sehr viel genauer.
"Wo sind die Gegnaz?" In welcher Disziplin, bitte? Einen Brüllaffen-Contest gewinnt Tony D jederzeit, allein: Wer will sich schon über die komplette Länge eines Albums in immer und immer und immer wieder der gleichen Manier anschreien lassen? Reimkunst? Wortwitz? Abwechslung? Nicht, dass ich etwas anderes erwartet hätte, als Fehlanzeige auf ganzer Linie - enttäuscht und entsetzlich angeödet bin ich trotzdem. "Tony ist mein Name, ich mach' dich Totalschaden." Stimmt.
Für einen Hauch von Vielfalt sorgen lediglich die zahlreichen Featuregäste, die sich aus dem engeren und weiteren Umfeld des Damagers rekrutieren. Wenn B-Tight im eingangs zitierten "Wo Sind Die Gegnaz?" einen Highspeed-Vers vom Stapel lässt, der endlich einmal wieder zeigt, dass in Bobby Dick nicht nur der Neger sondern tatsächlich ein Rap-Akrobat steckt, und wenn im "Outro" selbst ein Auftritt von Fler vergleichsweise zum Ohrenschmaus gerät, dann kuckt Tony D noch blasser aus der Lederjacke als ohnehin schon.
Stumpfsinn regiert. Immerhin scheint bei Tony D beim Egosknicken, Ehreficken und Rumpöbeln noch nicht die im Game grassierende Freudlosigkeit Einzug gehalten zu haben. Die Einzigen, denen ich die oft ins Feld geführte ironische Sicht auf die Dinge allerdings tatsächlich abkaufe, bleiben K.I.Z. - glücklicherweise. Nur deswegen gerät die Schlitterpartie auf dem dünnen Eis der hässlichen Assoziationen, die ihr Menschenledersofa aus "Komm Rein" wachruft, halbwegs erträglich. MOK, Sido, Frauenarzt und wie sie alle heißen, verkaufen sich dagegen reichlich unspektakulär.
Überflüssig zu sagen, dass die Beats, großteils Hirn und Reglern Tai Jasons entsprungen, auch bei dieser Aggro-Veröffentlichung wieder eine Qualität erreichen, die einem ob der Verschwendung an indiskutable Raps - Verzeihung, "Raps" - Tränen des Bedauerns in die Augen treibt. Reime - Pardon, "Reime" - des Kalibers "Ich seh' zu viele Menschen, die böse kucken / Ich will lieber in eine schöne Möse kucken" machen den Genuss leider vollkommen zunichte.
Trotzdem: Ein verehrungswürdiges knarzendes Synthiebrett reiht sich ans nächste, häufig basierend auf vertrauten Motiven und einer Ästhetik, wie sie einst in John Carpenters "Halloween"-Thema auf den Nerven klimperte. Wann, bitte wann, veröffentlicht Tai Jason endlich ein Instrumentalalbum, die Rezeptur seines Trinkwassers oder beides?
Aggro wäre nicht Aggro, würde das Drumherum nicht stimmen. Grafikern mag die Covergestaltung zwar die Haare zu Berge stehen lassen, das Comic-Booklet verbuche ich allerdings eindeutig auf der Haben-Seite.
Selbstredend kommt Tony Ds Solo-Debüt neben der normalen in einer aufwändigen Premium-Edition auf den Markt, auf die man, wenn man sich aus mir unnachvollziehbaren Gründen diesen Quatsch überhaupt zulegen möchte, keinesfalls verzichten sollte. Hier finden sich neben einer Kitty Kat, die ihr übliches Prollschlampen-Image zur Schau trägt, ein immerhin halbwegs brauchbarer Harris-Part ("In Club") sowie der Titeltrack in "Smells Like Totalschaden"-Fassung: Billige Effekthascherei mittels des altvertrauten Nirvana-Riffs hin, Sido am Schlagzeug und Evil Jared am Bass her: Ich fürchte, diese Nummer plättet in der Tat jeden Club. (Pssst! Vielleicht probier' ich das sogar bei Gelegenheit mal aus.)
Eine Verwandlung der Steilvorlage, zwei Araber im Game seien "2 Zuviel", spare ich mir. Massiv und Tony D schießen sich damit ein sattes Eigentor: "Ich steh' auf aus den Trümmern / Es tut mich nicht kümmern / Ob ich neben Leichen schlafe / Solang ich einen Steifen habe."
Eigenen Aussagen zufolge sieht sich Tony D in drei Jahren immer noch in der Obhut Aggro Berlins. Die Frage bleibt nur: Wo wird Aggro dann stehen? Ob dann, bedenkt meine Worte, noch ein einziger halbwegs kampfbereiter Hahn nach dem Sägeblatt krähen wird, bleibt abzuwarten.
Um die Strippenzieher dahinter, vor deren großartigen Promomaschinerie ich mich ein weiteres Mal ehrfürchtig verneige, mache ich mir allerdings keinerlei Sorgen. Die haben den nächsten Schachzug unter Garantie bereits geplant, darauf wette ich meinen Arsch. Hält jemand dagegen?
Tony D legt diese Tage mit "Totalschaden" sein Solo-Debüt vor. Mit viel Spannung richtet HipHop-Deutschland die Augen auf dieses Werk.
Die eine Hälfte möchte ihre Meinung, Tony D sei ein talentloser Prolet bestätigt sehen, die andere Hälfte will einfach nur feiern. Tony D schafft es, beiden Fraktionen Wasser auf die Mühlen zu gießen.
Selbstverständlich vergewaltigt Tony D auch auf dieser Veröffentlichung derart die deutsche Grammatik, dass Schiller und Goethe im Grabe rotieren werden. Natürlich findet sich Tony D nach wie vor nicht in der Top 1000 der versiertesten deutschen Rapper wieder. Allerdings habe ich noch kein Interview gelesen, in dem der Rapper explizit das Gegenteil behauptet.
Auf "Totalschaden" wird der Hauptfokus erneut auf partytaugliche Tracks gelegt. Und das gelingt, wenn man mal von der immer noch blutleeren Single "Totalschaden" absieht , dann doch recht gut. Zusammen mit Features wie sido, B-Tight, K.I.Z., Harris (nur auf der Premium Edition) und Grüne Medizin werden Instrumentals von Tai Jason, DJ Desue und Djorkaeff auseinandergenommen. Natürlich ist nicht jeder Track ein Volltreffer, allerdings geht die Hit-Quote mit Tracks wie "Auf und ab" mit sido oder "Komm rein" mit K.I.Z. dann doch noch in Ordnung.
So legt Tony D ein recht kurzweiliges Album vor, welches über weite Strecken unterhalten kann. So kann man es auch verkraften, dass auf "Tot so gut" das gleiche Instrumental wie bei K.I.Z.s "Pogen" verwendet wird, zumal der Beat so gut ist, dass ihn nicht einmal Massiv zerstören könnte.
Besonders positiv fällt ins Gewicht, dass mit Tony D einmal mehr ein Künstler an die Oberfläche gespült wird, der trotz aller Kritik sein eigenes Ding durchzieht. Schon alleine dafür hat Tony D Respekt verdient.
Wertung: 68%
[url=http://herrmerkt.blogspot.com]Quelle
wow, sogar 2/5
die ist denn das passiert ?
wo ist da das bisschen hoffnung versteckt ?
Wie eigentlich immer eine schöne Review von Dani Fromm. Totalschaden in der Nirvana-Version find ich echt cool und das K.I.Z.-Feature ist auch ganz ok, allerdings kann ich mir schon denken, dass das ganze Paket total langweilig ist. Ein Totalschaden-Track langt 
Ach ja: Tai Jason ist wirklich genial!
Ich werde mir das Album kaufen, WEIL es scheiße ist.
Tony D ist stark untalentiert, allerdings hat sich der Bursche damit auch meine Sympathie gesichert.
Der Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Ganzen ist sicherlich mit ein weiterer Kaufgrund.
Tony D ist stark UNTALENTIERT allerdings hat sich der Bursche damit auch meine Sympathie gesichert.
in der volksmusik tummeln sich auch jede menge TALENTFREIE junge mensche die ohne jeglichen ernst musik machen. die solltest du auch unterstützen...
kapiert?
@ sodhahn: wenn ich incredible jansen ein paar zeilen reindrücken will dann tu ich das. der zusammenhang wurde von mir zitiert und es reicht auch strassenabitur um den zu sehen. Vll auch mal drauf achten wer hier was geschrieben hat
@ hanzon: nett von dir, dass du was erklären wolltest, aber lass mich bitte für mich reden und wenn du sodhi mit so nem kapiert kommst dann bist du selber schuld
macht der jugo wieder stress?
apropos jugo...sodahn...bin nächste woche für ein paar tage in big b. bock auf einen kaffee, irgendwo? 
Wie sehr doch ein lustiges Zitat die ganze Runde hier aufmischen kann.
Volksmusik ist eine ziemlich andere Schiene als Rap und als Außenstehender bezüglich dieser Musikrichtung möchte ich mir keinen Kommentar über die Qualität erlauben.
Allerdings kaufe ich mir gerade Tony D's Album aus einem gewissen Protestwillen.
Es geht doch nicht, dass Tony D von den meisten Deutschrapfans aus Talentbefreitheit gemieden wird und andere wiederum mit genau dem selben Potential große Deals kriegen und als Jambaklingelton vertrieben werden.
Im Endeffekt lässt sich sagen- mein Geld, mein/e Gewinn/Verschwendung

Ich bin etwas enttäuscht, bei vorherigen Aggro-Releases ging´s hier besser ab. Oder werden die anonymen Poster neuerdings von Laut zensiert?

Ich finde die 2Punkte voll okay. Es sind zwar ein paar wirklich gute Dinger dabei, aber auf Albumlänge ist der Schnitt eben bei 2/5.
Viel schöner finde ich, dass B-Tights guter Part und Flers Steigerung beachtet werden.
Ein Tony D hat seine Berechtigung in der deutschen Szene - über 45Minuten ist das sicherlich nicht für jeden was, als Feature hat er des Öfteren bewiesen, dass es Tracks gibt auf die er hervorragend passt!
PS: Gute Review - schön ausführlich.
"Viel schöner finde ich, dass B-Tights guter Part und Flers Steigerung beachtet werden."
hmmm ich weiß nich, aber mir gefältt der schnelle Part von B-Tight irgendwie garnich. Das hört sich in meinen Ohren nich gerap(p)?t xD an sondern eher schnell dahergeleiert, jedenfalls am anfang seines parts.
sido hat mich dagegen richtig enttäuscht. einfach nur langweilig.
das nenne ich mal engagement für eine bessere welt.
das nenne ich mal engagement für eine bessere welt.
"hast du es schonmal gehört? das album is sowas von zum kotzen. das geld spende ich nächstes mal lieber der "deutschen gesellschaft zur rettung schiffbrüchiger"."
ja hab ich, sogar 2mal. Kann dich aber verstehn wenn dirs nich gefällt. Beim ersten anhören hab ich gedacht -man so deep-shit kagge-. Aber man merkt einfach das er sich sehr gesteigert in seinen texten. iss halt geschmacksache, mir gefällt auch der alte hengzt mit seinen battletrackZ. Er fährt jetz aber ne andere schiene die mir sehr gefällt, bei den beats kann man sich auch nich beklagen. Magst du allgemein BSh nich oder nur sein aktuelles release?
und warum ausgerechnet den schiffbrüchigen?)
@sodahn...bin ab nächster woche für ein paar tage in berlin!
woll'mer dann mal kaffee trinken? 
"Bass Sultan Hengzt äußerte in einem Interview, dass er sich nach diesem Album Der Schmetterlingseffekt vom Rappen abwenden würde, da dies nach eigener Aussage zu leicht sei. Er werde sich einer anderen musikalischen Richtung zuwenden. Um welche Richtung es sich handeln wird, ließ er bislang offen."
Ich stelle mir Hengzt gerade an der Gitarre mit langen Haaren vor.
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