In Kooperation mit Tonspion scannen wir euch jede Woche die spannendsten MP3-Downloads. Alles für lau, alles ziemlich super.
Konstanz (mma) - Die spektakulärsten Gratis-Tracks aus Pop, Rock, Elektro und HipHop. Diese Woche mit Noisepop aus Detroit, einem gewagten Cure-Cover und dem neuesten Repräsentanten im ewig jungen Duell Song vs. Track.
Jaguar Love - Bats Over The Pacific Ocean
(aus "Jaguar Love", Matador Records)
Jason Clark war eigentlich immer mehr an den sechs Saiten zugange. Nachdem seine Band Pretty Girls Make Graves ein Jahr nach ihrem Drittwerk "Èlan Vital" das Zeitliche segnete, hat er aber die Gitarre an den Nagel gehängt, um zu trommeln. Das klingt mindestens genauso wild wie sein Gitarrenspiel und passt bestens zu seinen neuen Spielgefährten, die beiden Ex-Blood Brothers Johnny Whitney und Cody Votolato (Rockys Bruder).
Eine vielversprechende Zusammensetzung – aber was wird dieses frischgebackene Supertrio in seiner Freigeistigkeit wohl fabrizieren? Popmusik vielleicht? Ja, in gewissem Sinne schon, aber eben auf ihre ganz eigene krude Art. Deshalb bieten die drei Herren aber bei weitem keine leichte Kost. Natürlich geht es bei Jaguar Love frank und frei zur Sache, wird hier gekreischt und Krach gemacht. Und selbstverständlich ist das durchgescheppert, kunstvoll und großartig unkonventionell. Das ist progressiver Pop, der rockt und dem gemeinen Popfan den letzten Nerv rauben wird.
Why? - Close To Me (The Cure Cover)
(webexclusive Track, Tomlab)
Tolles aktuelles Album, charismatischer High-Fidelity-Sound jenseits eingängiger Konventionen zwischen Pop, HipHop und Rock. Verschroben, bisweilen gekonnt neben jeder Spur. Die Grenzen zwischen Nerd und Hipster sind fließend. Und jetzt auch noch eine echte Gradwanderung: The Cure covern. Dann auch noch gleich den ganz großen Hit. Aber: Mission complete.
Den Abgrund des Scheiterns souverän im Balance-Akt überquert. So darf man das machen: ausnahmsweise mal Low-Fi unterwegs, das Tempo rausgenommen, die sonore Gitarre trifft auf Drumcomputer und Kinder-Casio. Keine Fragen mehr offen. Und jetzt bitte bloß nicht nach dem "Warum?" fragen.
Jape - Floating
(aus der "Jape Is Grape"-EP, Cooperative Music)
Jetzt ist "Ritual" also erhältlich und bestätigt, was es versprochen hat. Nämlich ein Wechselbad der Gefühle: Melancholisch bis ins Mark ("At The Heart Of All This Strangeness") und dann doch auch wieder ziemlich beschwingt nach vorne ("Replays"). Track und Song streiten sich ein bisschen, um sich immer wieder zärtlich die Hand zu reichen, weil die Hookline sie zusammenführt.
Ein kleiner Mann und ein riesiger Spagat: Richie Egan aka Jape spannt auf seinem Album den Bogen zwischen Pop, Folk und Electro. Das hier verlinkte Stück enstammt der Vorgänger-EP zum Album, wurde zudem als Single ausgekoppelt und u.a. äußert smart von Tronic Youth geremixt.