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In Kooperation mit Tonspion scannen wir für euch jede Woche die spannendsten Mp3-Downloads. Alles für lau, alles ziemlich super.
Konstanz (mma) - Die steilsten Gratistracks aus Pop, Rock, Hip Hop und Elektro. Diese Woche unter anderem mit jeder Menge Phoenix-Remixes und neuem altem Live-Material von Nirvana.
Mathias Kaden - Panic Stricken (aus "Studio 10", Vakant)
Statt ein sicheres Ding zu fahren und weiter Futter für die Plattenkisten Berliner DJs mit vollem Terminkalender zu produzieren, ist Kaden lieber Risiko gegangen: flirtet mit Jazz, lässt Dub zu Wort kommen und die Bassdrum swingen.
Wie selbstverständlich erweitert Kaden seinen Soundkosmos um natürliche Soundquellen, lädt Bläser ins Studio ein oder lässt den Bass lieber zupfen, als ihn aus Bits und Bytes zusammenzusetzen. Funktionalität hat Kaden seinen Tracks damit ausgetrieben, dafür aber Schmutz und Impulsivität zurückgegeben, was man auch als Deepness bezeichnen könnte. "Studio 10" ist ein Wagnis, aber eines, das sich gelohnt hat und zeigt, dass Minimal noch lange nicht zuende gedacht ist.
Tonspion-Tracks rotieren auch auf laut.fm/eins, der ersten Adresse für das beste von heute und das erste von morgen.
Vampire Weekend - Horchata (aus "Contra", XL Recordings)
Polyrhythmisch, aber doch irgendwie straight, strukturoffen, subtil komplex und schlau, dafür aber mit ganz viel Bauchgefühl - eine spannende Mischung, die es nicht zu Unrecht in so viele Ohren und Herzen geschafft hat. So klingt eine erfrischend andere Art von Indiepoprock mit weltmusikalisch offenem Ansatz und Texten, die ungeniert, aber treffend herauspurzeln.
Das neue und mit Spannung erwartete Album "Contra" erscheint am 8. Januar 2010 in Deutschland. Der Song "Horchata" ist einer von zehn neuen Tracks und klingt so, wie man Vampire Weekend kennt und in Erinnerung hat.
Phoenix - Lisztomania (Holy Ghost Loves Paris Remix) u.a. (aus "Wolfgang Amadeus Phoenix (Special Edition)", V2)
Mit "Wolfgang Amadeus Phoenix" liefern die Franzosen erneut den Beweis, dass sie im weitesten Sinne verspielt zwischen cheesy Pop und komplexem Rock gratwandern. Knapp ein halbes Jahr nach seinem Release erscheint das Album nun in einer Sepcial-2CD-Edition inklusive hörenswerter Remixe: "1901" funktioniert auch in einem Reggae-Outfit, das ihm erstaunlich gut steht - eine erfrischende Symbiose, die man so nicht erwartet hätte.
Animal Collective entführen "Love Like A Sunset" in eine andere Galaxie, zerlegen es in sphärisch-elektronische Versatzstücke. Devendra Banhart verleiht "Rome" eine fast schon beängstigende melancholische Tiefe, während The Soft Pack aus "Fences" ein Retro-Rock'n'Roll-Stück machen, das auch dreißig Jahre alt sein könnte. Und der Shuttle-Remix von "Love Like A Sunset" zelebriert nervösen Electro. Phoenix, oder: Pop, der über den Dingen steht.
Nirvana - Scoff (Live At The Pine Street Theatre) (aus "Bleach (Remastered Deluxe)", Sub Pop)
Angeblich dauerte ihr Studioaufenthalt damals drei Tage und kostete rund 600 Dollar. Kurz danach gingen Nirvana mit diesen Songs auf Tour, was allabendlich aber meist nicht mehr als eine Handvoll Leute interessierte. "Bleach" erschien im Juni 1989 beim Seattler Label Sub Pop. Und auch wenn der kommerzielle Erfolg und die große Aufmerksamkeit erst im Zuge von "Nevermind" eintraten, war "Bleach" essenziell für all das, was folgte.
Auf dem Debüt erklingt all das an, was den Grunge ins Rollen brachte. Punk wurde brachial, aber feinsinnig mit hart rockenden Momenten verknüpft, Garagenkrach traf auf subtiles, aber großes Popinteresse. "Bleach" brachte einen Spirit in die klinisch knarzende Gitarrenwelt, der mehr Herz als Verstand vertonte. Und fast en passant lösten Cobain & Co. Bad-Hair-Metal ab und schoben eine neue Bewegung im Mainstream der Neunziger in Gang. Der Rest ist Geschichte.
"Bleach" erscheint nun zum 20-Jährigen in einer Remastered-Deluxe-CD/LP-Version. Dem Album liegen bis dato unveröffentlichte Liveaufnahmen bei, die im Februar 1990 in Portland bei einem Konzert mitgeschnitten und nun soundtechnisch aufpoliert wurden - und zwar von Jack Endino, der vor 20 Jahren an drei Tagen ebendieses Debüt aufnahm.
Raekwon - House Of Flying Daggers (aus "Only Built 4 Cuban Linx II", Icewater)
Wie weit inzwischen die Bedeutung des Wu-Tang Clan geschwunden ist, zeigt ein Blick auf das Label, auf dem "Only Built II" erscheint. "Icewater" ist beileibe keine so große Nummer wie es Loud Records 1995 war. Irgendwann hat der Clan den Anschluss verpasst, wurde links von Hipster-Rappern und den Choppern aus dem Süden überholt, musste Boden an Eminem abtreten.
In seinen besten Momenten weckt "Only Built II" Erinnerungen an die große Zeit des Clans. Bestes Beispiel: "House Of The Flying Daggers". Hier ist alles drin, was den Clan Mitte der 90er Jahre zur unumstrittenen Nummer eins machte: Samples aus Kung Fu-Filmen, lyrischer Stream of consciousness und eine Handvoll talentierter MCs mit außergewöhnlichen Stimmen.
Die meiste Zeit wirkt Raekwons Rückkehr an seine Wurzeln aber wie ein Nostalgietrip. Das hat durchaus seinen Reiz, die schleppenden Beats von u.a. RZA, Pete Rock, Dr. Dre oder J Dilla schaffen die bedrohliche Atmosphäre, die den Vorgänger auszeichnete. Trotzdem bleibt Raekwons erster Soloritt unerreicht, macht der zweite Teil den Eindruck als wäre er das Produkt einer anderen Zeit.
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