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In Kooperation mit Tonspion scannen wir für euch jede Woche die spannendsten Mp3-Downloads. Alles für lau, alles ziemlich super.
Konstanz (mma) - Die steilsten Gratistracks aus Pop, Rock, Hip Hop und Elektro. Diese Woche unter anderem mit neuem Lebenszeichen der zwischendurch gestrandeten Black Heart Procession.
Hope Sandoval & The Warm Inventions - Blanchard (aus "Through The Devil Softly", Nettwerk)
Es ist die Atmosphäre, die Mazzy Star schon immer ausgezeichnet hat. Der Kontext mag sich geändert haben, aber genau diese Stimmung ist geblieben: Hope Sandoval klingt weiterhin melancholisch, geheimnisvoll und sehnsüchtig. Nach ihrem Debüt mit neuer Band ließ sie immerhin acht Jahre vergehen, bis sie mit einem neuen Album zurückkehrt.
Wieder wird sie begleitet von The Warm Inventions, einer Band, die sie seinerzeit mit Colm O Ciosoig gründete, dem Schlagzeuger von My Bloody Valentine. Fast scheint es, als könne sie keinen anderen Songs schreiben als diese wehmütigen, scheinbar von der Welt entrückten Lieder. Und insgeheim muss man sich immer wieder eingestehen, wie glücklich es einen macht, dass Hope Sandoval immer noch so traurig klingt.
Tonspion-Tracks rotieren auch auf laut.fm/eins, der ersten Adresse für das beste von heute und das erste von morgen.
The Black Heart Procession - Rats (aus "Six", Temporary Residence)
Touch & Go, die seit Jahrzehnten so wichtige Bands beheimatende und vorzügliche Plattenfirma strich Anfang diesen Jahres seine Segel. The Black Heart Procession aus San Diego startete in diesen "traurigen Zeiten", so Sänger Pall Jenkins, dann kurzerhand via WWW einen Aufruf: "Möchte irgendjemand oder kennt jemand irgendwen, der das neue Black Heart Procession-Album veröffentlichen möchte? Wir brauchen eine gute Plattenfirma." Temporary Resistance, das gute Label aus Brooklyn, wollte und bekam den Zuschlag.
Nach drei Jahren Stille lassen The Black Heart Procession endlich wieder von sich hören. "Six", das selbstredend sechste Album der Band, wird im Herbst in den USA veröffentlicht, kann aber anhand eines ersten Songs dieser Tage bereits vorgekostet werden. "Rats" heißt das Stück, das in der gewohnt schwermütigen und durch die Düsternis schreitenden Stimmung erklingt und damit die herbstlichen Momente dieses Sommers ganz passend vertont. Mehr dazu dann zu seiner Zeit.
Cage - I Never Knew You (aus "Depart From Me", Definitive Jux)
Eine Jugend in Deutschland auf den US-Militär-Stützpunkten rund um Würzburg, einen Vater, der mit Heroin dealt und deshalb seinen Job bei der Army verliert, ein eigene Drogenabhängigkeit und schließlich die Einweisung in eine psychatrische Klinik - so viel zum Hintergrund von Cage, der im eh schon düsteren und roughen Labelkatalog von Definitive Jux eine Sonderstellung einnimmt.
Mit "Depart From Me" gelingt es ihm tatsächlich, mehrere Dinge unter einen Hut zu bringen, die eigentlich unvereinbar sind: Pop-Appeal, Gitarren auf unpeinliche Art im Hip Hop-Soundspektrum, offener Flirt mit Industrial. Dabei bleibt Palko ein unbequemer MC, dessen Texte berühren, ohne in öffentlichkeitswirksame Selbsttherapie auszuarten. Da ist er einem anderen, ungleich bekannteren MC mit Drogenproblemen und problematischer Kindheit weit voraus.
Camille - Home Is Where It Hurts (David Rubato Version) (aus "Music Hole", EMI)
Richtig bekannt wurde Camille Dalmais als Stimme des Projekts Nouvelle Vague. Dort präsentierte sich mit eingängigen Sing-A-Longs, die vor einigen Jahren als Soundtrack in jedem Kleinstadt-Café liefen. Ihren Solo-Alben bleibt dieses Schicksal mit Sicherheit verwehrt: vertrackte Stücke mit vielen Wendungen und komplexen Strukturen. Hier setzt sie ihre Stimme geradezu akrobatisch ein, die fein reduzierten Arrangements setzen sie bestmöglich in Szene.
Daniel - Goodbye Silhouette (aus "Lazrus", Moodgadget)
Was wir bisher von Daniel wissen: Er ist aktiver Blogger, stammt aus der Heimat des Detroit Techno und nennt Daft Punk, Al Green, Tangerine Dream oder Timbaland als Vorbilder. Seine musikalische Sozialisation ist also die typische eines Kindes der 00er Jahre, eine, die geprägt ist durch Playlisten untschiedlichster Ausprägung, in denen alt und neu wild durcheinandergewirbelt werden, in der es keine Rolle spielt, worauf man sich bezieht, solang es am Ende gut und eigen klingt.
Sein Debütalbum "Lazrus" klingt entsprechend seiner Vorbilder nach einer wilden Mischung aus Pop, elektronischer Elemente und verträumter Melancholie. Was ihm zum großen Durchbruch noch fehlt, ist - neben einer markanten Stimme - vielleicht noch das knallige Marketingkonzept, das Acts wie La Roux oder Little Boots so plötzlich in die Charts und viele Playlisten katapultierte.
Mikroboy - Raus Mit Der Schlechten Luft, Rein Mit Der Guten (aus "Nennt Es Wie Ihr Wollt", Modernsoul)
Gefunden an der Popakademie, aufgenommen in Hamburg mit Swen Meyer (Kilians, Tomte, Kettcar) - Mikroboy hört man jene Koordinaten deutlich an: Alles sitzt am rechten Fleck, alles ist gut gemacht, die Kettcar-Karten sind praktisch neu gemischt. Denn hier treffen Klavier-Würmer auf straightes Schlagzeugspiel, bekanntes Laptop-Geplucker auf zart perlende Emo-Gitarren. Pop-Profis eben!
The Herbaliser Band - Geddim! (aus "Session 2", !K7)
Herbaliser haben sich in den letzten 15 Jahren beständig verändert und entwickelt. Vom Sample-basierten Turntablism der Anfangstage führte der Weg der beiden Gründungsmitglieder Ollie Teeba und Jake Wherry nicht ohne Umwege zum Song. Folgerichtig hieß ihr letztes Album "Same As It Never Was" und erschien erstmals bei !K7 und nicht bei Ninja Tune.
Weil man längst auf Bandgröße angewachsen und dabei vom gemeinsamen Spiel geflasht worden ist, gibt es nun instrumentalen Nachschub. Herbaliser kommen dabei unters Funkmesser und werden mit Energie aufgepumpt. Wer "A Mother", den Opener von Kruder & Dorfmeisters "DJ Kicks"-Beitrag von 1996 noch ihm Ohr hat, wird sich darüber wundern, dass Herbaliser ihrem Track 2009 jegliche Verkifftheit ausgetrieben haben. "Session 2" reißt einen aus der Dösigkeit und der bequemen Position auf dem weichen Sofa.
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