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In Kooperation mit Tonspion scannen wir für euch jede Woche die spannendsten Mp3-Downloads. Alles für lau, alles ziemlich super.
Konstanz (mma) - Die steilsten Gratistracks aus Pop, Rock, Hip Hop, Elektro. Diese Woche unter anderem mit Lynch-Kollaborateur Moby und weiterem Material aus dem J Dilla-Nachlass.
Jack Peñate - Tonight's Today (aus "Everything Is New", XL)
Während sein Debüt "Matinee" noch improvisiert nach Home-Studio klang, spuckt der Mann jetzt große Töne im Sinne aufwändiger Arrangements. Gleich der Opener "Pull My Heart Away" ist so klebrig einnehmend, dass man ihn genauso schwer los wird wie einen Kaugummi unter der Schuhsohle. Die Einladung zu einem Album, das Pop in feinster Manier zelebriert.
Oftmals weht in den Songs eine feine Brise Wehmut. Peñate hat diese gewisse Sehnsucht in der Stimme, dass man sich fragt: Warum ist der Mann eigentlich so melancholisch, wenn ihm doch solch eine künstlerische Metamorphose gelungen ist?
Tonspion-Tracks rotieren auch auf laut.fm/eins, der ersten Adresse für das beste von heute und das erste von morgen.
Yo La Tengo - Periodically Double Or Triple (aus "Popular Songs", Matador)
Im Grunde haben Yo La Tengo ja schon längst das Dutzend vollgemacht, rechnet man die diversen Kollaborationen, Soundtracks, (Under-)Coveralben oder Raritätensammlungen mal mit ein. Aufsehen haben sie in den vergangenen 25 Jahren Bandgeschichte aber nie mit einem heißen Style erregt, sondern eher mit stilsicherer Vielfalt. Georgia Hubley, Ira Kaplan und James McNew sind ein ungemein kreativer Haufen, der mit allem zwischen Orchestralsound und Lo-Fi-Indie auf seine ganz besondere Weise umzugehen weiß. Sie haben ein Händchen für den Pop, der umgarnt, eines für den Rock, der tost und eines für diese einzigartige Stimmung, die nur sie entfachen.
Der Vorgeschmack auf die neuesten Töne dieses Trios heißt "Periodicaliy Double Or Triple" und besticht durch Kuhglocke, Schweineorgel und sonstige No-Gos. Yo La Tengo dürfen so etwas natürlich, weil sie es ganz einfach völlig lässig bringen. In einer Whitest Boy Alive-Atmo wird ein Hippie-Solo an den Tasten abgeliefert, das in all dieser cheesy Funkyness ganz herrlich lärmt und quiekt. Der Rest wird wie gewohnt klingen: absolut anders und eigen.
Florence & The Machine - Postcards From Italy (Beirut Cover) (aus "Lungs", Moshi Moshi)
Wenn im Juli ihr Debütalbum "Lungs" erscheint, wird sich zeigen, ob die zahlreichen Vorschusslorbeeren, die man Florence & The Machine schon verliehen hat, wirkllich verdient sind. Momentan lässt sich nur bruchstückhaft rekonstruieren, was ihr den Critics Choice bei den Brit Awards und die Aufmerksamkeit von Blur-Bassist Alex James einbrachte, der mit ihr an den Texten für "Lungs" arbeitete.
Die Songs von Florence & The Machine, die im Netz herumschwirren, sind reichlich disparat: Da gibt es runtergestrippte Singer-/Songwriter-Tracks wie die Covers "Postcards From Italy" oder "Hospital Beds". Mit "Kiss With A Fist" macht sie Lily Allen rockige Konkurrenz von links und wurde damit von einem Mobilfunkanbieter für die TV-Werbung "entdeckt". Da gibt es die Singles "Rabbit Heart" und "Dog Days", bei denen James Ford (Simian Mobile Disco) geholfen hat, ihren Sound aufzublasen und ihm Roisin Murphy-Glamour einzuimpfen. Ein echtes Bild von Florence & Machine lässt sich daraus allerdings noch nicht zeichnen.
Moby - Pale Horses (Apparat Remix) (aus "Wait For Me", Ministry Of Sound)
Der nerdige Moby wirkt in der Tat manchmal neurotisch, ja vielleicht sogar etwas verstört. Dabei scheint der Popstar mit sich und seiner Umwelt zufrieden zu sein, mehr noch: Es ist ihm geradezu anzuhören, dass er Freude und Erfüllung findet bei dem was er tut. Anders kann man kaum erklären, dass er sich schlichtweg weigert, sein altes Repertoire einfach zu reproduzieren - verkaufen ließe es sich allemal.
Stattdessen macht der New Yorker weiterhin Musik mit Tiefgang, probiert Effekte und Techniken aus, arbeitet mit relativ jungen Remixern zusammen (u.a. Apparat) oder gewinnt spontan David Lynch für sein aktuelles Video. Mehr darüber übrigens hier.
J Dilla - Reality Check (feat. Black Thought) (aus "Jay Stay Paid", Nature Sounds)
"Jay Stay Paid" heißt ein neues Album mit bisher unveröffentlichten Tracks und Beats aus dem riesigen Nachlass von Jay Dee, wie J Dilla auch genannt wurde. Gemixt von Pete Rock - Jay Dees Mentor und großem Vorbild - und mit dem Segen von Ma Dukes ausgesattet, Jay Dees Mutter, gilt "Jay Stay Paid" als offizieller Nachfolger von Dillas letztem Album "Donuts".
Wie wenig andere Produzenten im Hip-Hop hat es J Dilla in seiner kurzen Karriere geschafft, einen unverwechselbaren Sound zu kreieren. Auf seinen Beats und Tracks liegt stets eine Patina, als hätte man sie hinter einer Mauer aus Nebel aufgenommen. Verwischt und verwackelt wirken seine Beats und sind doch prägnant und voll auf den Punkt. Im Vergleich zu den vielen Jay Dee-Compilations, die versuchen, aus seinem Tod Kapital zu schlagen, bekommt man auf "Jay Stay Paid" einen Eindruck davon, was Dilla musikalisch noch in der Hinterhand hatte, als er den Kampf gegen seine schwere Krankheit verloren geben musste.
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