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In Kooperation mit Tonspion scannen wir euch jede Woche die spannendsten Mp3-Downloads. Alles für lau, alles ziemlich super.
Konstanz (mma) - Die steilsten Gratistracks aus Pop, Rock, Elektro, Hip Hop. Diese Woche unter anderem mit der ersten Hörprobe des neuen Junior Boys-Albums und dem Ex-Rockhelden Chris Cornell.
Junior Boys - Hazel (aus "Begun Dull Care", Domino)
Auf "So This Is Goodbye" und insbesondere die Übersingle "Like A Child" konnte sich 2006 jeder verständigen. Sogar im Club zog das Album Kreise, da Carl Craig mit seinem Remix von "Like A Child" einen Klassiker geschaffen hat. Jetzt steht mit "Begone Dull Care" der Nachfolger dieses Lieblingsalbums an.
"Hazel" nimmt allen Zweifeln, Jeremy Greenspan und Matt Didemus hätten nichts mehr mitzuteilen, den Wind aus den Segeln. Ganz großer Pop ist das, obwohl sich das Stück ständig verändert und mit seinem mäandernden Funk die Boys von einer ungewöhnlich ungestümen Seite zeigt. Vor kurzem hat sich Jeremy Greenspan als Gastsänger dem Diktat von Disco-Perfektionist Morgan Geist unterworfen. Ich habe den Eindruck, er hat sich dabei eine Menge abgeschaut. Vorfreude pur, dieses "Hazel"!
Tonspion-Tracks rotieren auch auf laut.fm/eins, der ersten Adresse für das beste von heute und den Hype von morgen.
Gui Boratto - Take My Breath Away (aus "Take My Breath Away", Kompakt)
"Take My Breath Away" ist weniger Reminiszenz als Aufforderung. Aufforderung an sich selbst, denn Gui Boratto ist das Album-Konzept wichtig. Deshalb fordert der Mann aus Sao Paolo mehr von sich ein als eine Aneinanderreihung sattsam bekannter Maxis.
Machen wir es kurz: Boratto erfüllt seinen eigenen Anspruch spielend und zeigt sich allein in den ersten fünf Tracks stilistisch so flexibel wie stilbewußt. Selbst das trancig pumpende "No Turning Back", das in einem anderen Kontext völlig auseinanderfallen würde, hat Boratto so liebevoll in den Gesamtzuammenhang eingebettet, dass man ihm willenslos durch die Pianokaskaden und billigen Vocalsamples dieses Stückes folgt. Electronica, Minimal, Tranciges, dunkle Afterhours: Kein Genre ist Boratto zu fremd, um es nicht in den sanft mahlenden Strom von "Take My Breath Away" fließen zu lassen.
Art Brut - Just Desserts (webexclusive)
Nur zwei Wochen lang haben sie sich Zeit genommen, dann war alles in Sack und Tüten. Eddie Argos und seine Jungs haben nach eigenen Aussagen nämlich nicht mehr viel übrig für großartige Experimente und technische Fummeleien in den vier Studiowänden. Gut so, denn genau das macht Art Brut doch auch aus: Dieser Punkrock-Charme, dieses Losgeschrammel mit ganz viel Verve, dieses unüberlegte Draufloslegen mit höchster Trefferquote. Einzigartig. Der "It's A Bit Complicated"-Nachfolger trägt den schönen Titel "Art Brut vs. Satan", enthält elf frei von der Leber weg gespielte Songs und erscheint hierzulande am 17. April. Produziert hat diesen Spaß der Art Brut'schen Sorte übrigens Black Francis aka Frank Black. Der hier vorab zu hörende Song wird nicht auf dem besagten Werk zu finden sein. Also zugreifen!
Chris Cornell - Part Of Me (feat. Timbaland) (Brick Bandits House Remix) (aus "Scream", Universal)
"Was hat dich bloß so ruiniert?" Chris Cornell, Held jugendlicher Grunge-Tage, demontiert sich mit seinem neuen Album "Scream" selbst. Man fragt sich: Was ist zwischen "Jesus Christ Pose" und "Scream" nur passiert? Nachdem schon sein Bond-Song zu einem der schlechtesten aller Zeiten erklärt wurde, sucht der ehemalige Soundgarden-, Temple Of The Dog- und Audioslave-Sänger dringend nach einem Befreiungsschlag.
Fraglich, ob der mit "Scream" gelingt. Es entbehrt nämlich nicht einer gewissen Komik, wenn Cornell "That bitch ain't a part of me" singt und dazu ein Beat aus den Boxen plätschert, den man genau so auch auf dem letzten Nelly Furtado-Album finden kann und der den markigen Rocksänger fast schon kastriert erscheinen lässt. Wer jetzt noch lachen kann, der dürfte bei Brick Bandits Billo-House-Remix flachliegen. Alle anderen vergissen ein paar nostalgische Tränen.
Thunderheist - Sweet 16 (Eli Escobar Remix) (aus "Thunderheist", Big Dada)
Aus Toronto, Kanada kommen Thunderheist, einer Stadt, die musikalisch bisher nicht wirklich auffällig geworden ist. Aber spielt das überhaupt noch eine Rolle, wenn sich Gruppen wie Thunderheist einfach übers Internet kennenlernen und loslegen, Beats zu basteln, bevor man sich das erste Mal in Real Life begegnet?
Die Welt ist längst ein globales Dorf, in dem weniger zählt woher man kommt, sondern was man macht. Und Thunderheist machen Hip-Hop fürs globale Dorf, den Grahm Zilla von Isis angefeuert mit seinen Basssalven kurz und klein schießt, bis sich der letzte Backpacker verschämt umschaut. Thunderheist sind im 21. ahrhundert angekommen, er noch nicht.
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