Porträt

laut.de-Biographie

Tomte

Viele kennen vielleicht das Kinderbuch "Tomte Tummetott" von Astrid Lindgren. Nach dem benannte sich die Band aus Hamburg. Und viele sagen, die seien besser als Tocotronic. Thees Uhlmann ist das Hirn der Gruppe und der kann auch schreiben. Er schreibt Texte für seine Band Tomte und er schreibt ein Tourtagebuch über seine Lieblingsband Tocotronic. Die beiden Bands sind nämlich befreundet. Sie sind auf die selbe Schule gegangen und mögen beide kein Griechisch und kein Latein. Und Thees ist ein Fan von Dirk, Jan und Arne und umgekehrt.

Hamburger Freundschaft nennt man das. Und manchmal trifft man Thees auch im Pittiplatsch3000 Wohnzimmer. Das ist das Gästebuch vom gleichnamigen Fanzine (www.pittiplatsch3000.de). Des weiteren ist Thees auch manchmal als Redakteur tätig. Er schreibt für verschiedene Musikzeitschriften (Spex, Intro) und führt Interviews, z. B. mit einer anderen Lieblingsband Echt. Einer der größten Träume von Thees und Freunden ist es wohl, mal zusammen mit ihren Helden Oasis live auf der Bühne zu stehen. Mensch wäre das toll. Ansonsten träumen sie von einer Kochsession gemeinsam mit Claudia Schiffer, Elton John und ja, auch dem Gerhard Schröder. Und dann denken sie auch oft darüber nach, wer denn wohl die deutschen Blur werden könnten. Hm?! Ansonsten sind die drei Jungs ganz normale Menschen!

Also, Tomte sind Thees Uhlmann (Gesang, Gitarre und Bass), Timo Bodenstein (Schlagzeug) und Christian Stemmann (Bass, Gitarre, Gesang). Die kennen sich schon seit über zwanzig Jahren. Der Christian und der Thees haben 1987 schon Musik gemacht. Metal Hammer. Das umschreiben sie heute als Jugendsünde. Aber steckt nicht in jedem von uns ein "Heavy"? Dann interessiert man sich für den Punk. Später entdecken sie aber Bands wie Pavement oder Smog. Wow, amerikanische Indiemusik ist toll! Seit 1993 machen Tomte schon gemeinsam Musik. Heute spielt der Christian leider nicht mehr mit. Er will kein Popstar werden. Oliver Koch gibt bis ins Frühjahr 2008 den Mann am Bass. Und der ist auch super! 1998 gibt es dann das Debut-Album zu kaufen "Du Weißt, Was Ich Meine". Da lernt man die Band so richtig kennen. Vor allem Thees, der Mann, der ohne Alkohol, äh, Arbeit nicht leben kann. Er lernt schwimmen, schwitzt, und in Köln ist er auch schon mal gewesen!

Tomte kommen nicht ursprünglich aus dem luftigen Hamburg. Sie kommen aus der berühmten Metropole Hemmoor. Das liegt bei Cuxhaven. Die Musik spielt eine große Rolle im Leben von Thees, Timo und Oliver. Das hört man auch, wenn man sich mal genauer ihre Texte anhört ("eine Liebe zur Musik ... eine Liebe zu den Tönen"). Charakteristisch sind auch ihre Anspielungen auf Bands und Konzerterlebnisse. Der Oasis-Song "Gin & Tonic" wird dann, zum Beispiel, zu "Korn & Sprite". Thees beschreibt das als "Leben in Musik. Die einzige Konstante im Leben ist diese Musik"! Und was macht man noch so, wenn man die Musik so lieb hat? Klar, man gründet ein Label und das heißt Hotel Van Cleef. Und darauf erscheint auch das Album "Eine Sonnige Nacht" ("das beste deutsche Rock-Album 2000", sagt Intro). Ziemlich süffig das Ganze. Der Alkohol spielt nicht nur bei Robbie Williams eine Rolle. Ein großer The Smiths-Fan hat sogar behauptet, dass es sich bei der Platte um eine einzige große Smiths-Coverversion handelt. Das hört der Thees natürlich gerne.

Ihre Konzertreisen machten Tomte so richtig berühmt. Ganz gelassen stehen sie auf der Bühne und ziehen ihr Ding durch. Ganz egal, ob der Laden voll ist oder nicht. Und auch egal, ob sie von Oi! Skins oder Punks mit Bier bespuckt werden. Das gibt es heute wohl nicht mehr. Heute dürfen sie sich auch gerne mal verspielen. Das macht dem Publikum nichts aus. Im Gegenteil, die finden das sehr sympathisch! Und nach "Eine Sonnige Nacht" singen die Fans sogar die Texte mit. Mit allen Selbstzweifeln, die man so hat. Hauptsache ist, es macht Spaß!

Ende August 2002 gründet der Tomte-Thees mit den Kettcar-Kollegen Wiebusch und Bustorff das Label Grand Hotel Van Cleef. In Wirtschaftskreisen würde man das eine Fusion aus BA-Records und Hotel Van Cleef nennen. Hier geht es eigentlich darum, durchzudrehen und die eigene Musik auf die Welt zu bringen: im Oktober erscheint das Kettcar-Album, im Januar folgt Tomte Album Nummer Drei "Hinter All Diesen Fenstern".

Ebenfall auf dem neuen Label veröffentlichen Bands wie Olli Schulz & der Hund Marie, Death Cab For Cutie sowie die Hansen Band, die Thees erstmals auch ins Kino bringt. Dass die Grenzen da manchmal fließend sind, zeigt spätestens die Mitarbeit von Keyboarder Max Schröder aka Hund Marie an Tomtes viertem Album "Buchstaben Über Der Stadt".

Als sich im Januar 2008 Schlagzeuger Timo Bodenstein verabschiedet - zu den Gründen schweigt sich die Band aus - muss man deshalb nicht lange nachdenken, wer dessen Nachfolge übernehmen soll. Max Schröder wird vom Fleck weg als neuer Drummer engagiert. Weitere Verstärkung kommt mit Keyboarder Simon Frontzek. Die nächste Hiobsbotschaft ereilt Tomte während der Aufnahmen zu "Heureka": Bassist Oliver Koch kündigt krankheitsbedingt von einem Tag auf den anderen.

Für ihn kommt Nikolai Potthoff, den Koch schon kennt, als beide noch "die gleichen Frisuren und die gleichen Brillen" trugen.

2011 veröffentlicht Thees Uhlmann ein schlicht unter dem eigenen Namen erscheinendes Solo-Album. In der Haupt-Zielrichtung bleibt er den zusammen mit Tomte eingeschlagenen musikalischen Wegen treu. In Sachen Intensität und Reife setzt er indes neue Maßstäbe. Tomte und Uhlmann solo beweisen, dass deutscher Indie-Rock nicht der Wiederholung sattsam bekannter Stereotypen verhaftet bleiben muss. Kompositorische und textliche Qualitäten liegen weit über dem Durchschnitt.

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Alben

Tomte - Heureka: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2008 Heureka

Kritik von Oliver Lambrecht

48 Minuten Stillstand und Fortschritt. (0 Kommentare)

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Live in Köln 2005 Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005.

Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Thees und Kollegen beim Monsters Of Spex 2005., Live in Köln 2005 | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele)

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