Porträt

laut.de-Biographie

Tommy Genesis

Tommy Genesis besitzt halb schwedische, halb tamilische Wurzeln. Kein Wunder also, dass die kanadische Rapperin von Anfang an Vergleiche mit M.I.A. auf sich zieht. Bis auf ethnischer Bezüge und einer vergleichbaren Art, das Herz auf der scharfen Zunge zu tragen, erschöpfen sich die Parallelen jedoch schnell. Seit ihrem Debüt "World Vision" 2015 agiert die ostentativ bisexuelle Genesis vielmehr im Feld von Trap und Cloud Rap, Princess Nokia, Mykki Blanco, SpaceGhostPurrp und Grimes.

Zu letzterer sagt sie: "Ich habe zu Grimes' rohen Live-Auftritten immer aufgeschaut. Ich will in Zukunft auf der Bühne meine Tracks wie sie mehr live mixen." Performances findet die Underground-Rapperin mitunter besser als Sex und für einen Auftritt sorgt Genesis auch abseits der Gigs. In Interviews betont sie ihren emanzipatorischen Anspruch. Die Rapperin aus Vancouver proklamiert viel Explizites und versteht sich als Sprachrohr der Internetgeneration. Schon das Pseudonym verweist auf ihre Vergangenheit als Tomboy, thematisiert folglich Genderidentität.

Nach einer religiös geprägten Kindheit studiert Genesis Bildhauerei und Film. Sie arbeitet in Kunstgalerien und fängt an, ihre experimentelle Collagenkunst auszuformen. Zu schweren Subbässen und minimalistischen Synthies ertönt ihre Stimme cool-lässig bis hypnagogisch. "Minimalismus und aktionsgeladene Kunst haben mich schon während meines Studiums am meisten interessiert", erklärt sie. "Im Grunde geht es mir um die Frage, wie ich den geringsten Arbeitsaufwand in den größtmöglichen Effekt verwandeln kann." Genesis wendet sich sukzessive von der Kunst- der Musikwelt zu. Sie performt auf Parkplätzen, gründet mit einer Freundin die erste Gruppe Moan, eine andere Rapcrew folgt bald.

2015 wird Tommy Genesis Teil von Awful Records, eines stilprägenden Traplabels aus Atlanta. Im Herbst 2016 wirbt die selbsternannte 'Fetischrapperin' für Calvin Kleins Herbstkampagne. Ihre konfrontativen Lyrics und dunklen Electronicabeats überzeugen die Presse ebenso wie Downtown/Interscope Records. Dort erscheint "World Vision 2".

Ihre musikalische Begeisterung erstreckt sich von den Bad Brains bis zu Michael Jackson. Vergleiche mit anderen Künstlern oder Genreschubladen haben Genesis derweil noch nie sonderlich interessiert: "Ich habe nie versucht, einem bestimmten Musikstil nachzueifern." Ihre Kunst bezeichnet sie als einen guten Ort, "weil darin niemand über dich urteilt. Es sind wirklich nur meine Gefühle und Gedanken. Ich bin so schräg, und wenn jemand das Gefühl hat, sich durch meine Musik weniger allein in seiner Seltsamkeit zu fühlen, dann bin ich zufrieden. Mehr brauche ich nicht."

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