Anhand der letzten beiden Veröffentlichungen "Assembly" und "Storm" konnte man den Eindruck gewinnen, Theatre Of Tragedy wüssten nicht so recht, in welche Richtung es fortan weiter gehen solle. "Assembly" war ein elektronisch verseuchtes Pop-Album, "Storm" der vage Versuch, sich wieder mit den Gothic-Wurzeln zu arrangieren. Wird "Forever Is The World" nun also Klarheit bringen?
Ganz deutlich wird das auch nach diversen Durchläufen nicht, denn der Gothic-Einschlag des Openers "Hide And Seek" lässt sich schwer verleugnen, was nicht nur an den Grunts von Fronter Raymond liegt, sondern auch an den recht breit bratenden Gitarren. Die kehren für das düstere "Frozen" nochmal zurück, bleiben aber ansonsten weitgehend außen vor. Das soll weiß Gott nicht heißen, dass auf "Forever Is The World" keine Gitarren zu hören wären.
Sie werden einfach nur anders eingesetzt, anstatt in Form von tiefen, satten Riffs, mit offenen, warmen Akkorden, die immer wieder Parallelen zu The Gathering oder dank manch elektronischer Ergänzung auch zu Hooverphonic aufweisen. Die tauchen vor allem in Songs wie "Revolution" oder "Hollow" auf, auch wenn man sich gern an Paradise Lost zu "Host"-Zeiten erinnert fühlt. Bei letzterem Song darf Raymond auch mal wieder vorbei husten, ansonsten wird er aber weitgehend zum Zuschauer degradiert. Was macht der eigentlich live dann die ganze Zeit? Einen heben?
Wenn man sich seinen ganz furchtbaren, monotonen Sprechgesang in "Astray" und "Illusions" anhört, ist man aber fast froh, dass er auf "Forever Is The World" nicht noch mehr Raum bekommen hat. Keine Ahnung, was die Band sich dabei gedacht hat, das klingt so dermaßen stinklangweilig, dass einem die Ohren abfallen. Eine Parallele zu "Storm" sozusagen.
Sängerin Nell doppelt ihre Stimme relativ selten und klingt somit zwar natürlich und leicht fragil, aber eben auch ein wenig dünn. Zumindest auf CD fällt das aber kaum störend ins Gewicht. Schließlich ist ein auf simplen Melodien basierender Song wie "Transition" mittlerweile weit jenseits von Metal, auch wenn die Gitarren im Refrain wieder verzerren. Egal: Wer der Band bis hierhin gefolgt ist, wird auch weiter am Ball bleiben. Den anderen kanns eh scheißegal sein.