laut.de-Kritik

Wie Pete Townshend das Internet vorweg nahm.

Review von

1970 stand Pete Townshend vor demselben Problem wie Brian Wilson vier Jahre zuvor: Wie sollte er das vorherige Album seiner Band toppen? "Pet Sounds" (1966) war zwar offiziell von den Beach Boys, in Wirklichkeit aber ein Werk Wilsons, der die Instrumentalspuren eingespielt hatte, während die Band auf Tour war. Bei The Who hatten sich die anderen Mitglieder mehr eingebracht, das Konzept von "Tommy" (1969) stammte aber von Townshend, der auch die musikalische Leitung übernommen hatte. Beide, Wilson wie Townshend, hatten ihre Bands fest im Griff.

Kurz zusammengefasst erzählte "Tommy" die Geschichte eines Mannes, der als Jugendlicher infolge eines Traumas blind, taub und stumm wird. Er trifft auf Unverständnis und wird gar sexuell misshandelt. Seine wundersam wirkende Heilung macht ihn zu einem Guru, dessen Jünger ihn allerdings bald fallen lassen, um sich an neue Idole heranzuschmeißen.

Beide, "Pet Sounds" wie "Tommy", gelten als Meilensteine der Musikgeschichte. Doch war das offenbar nicht genug, denn Wilson wie Townshend entschieden sich, noch wagemutiger zu werden. Bei den Beach Boys hieß das Projekt "Smile", bei Townshend "Lifehouse".

Die Beach Boys rebellierten. Was auch daran lag, dass Wilson praktisch den Verstand verloren hatte, in einer eigenen Welt lebte und sich durch Alkohol- und Drogenmissbrauch völlig abgekapselt hatte. Welche geniale Ideen er hervorgebracht hatte, zeigt sich an den Stücken, die die Band trotzdem aufnahm, allen voran "Good Vibrations", das zur erfolgreichsten Single ihrer Karriere wurde.

Townshend hatte auch eigenwillige Vorstellungen und war Drogen und Alkohol nicht abgeneigt, den Kontakt zur Realität hatte er jedoch nicht verloren. Die Geschichte von "Lifehouse" sollte in einer Zukunft spielen, in der die Menschen elektronische Anzüge tragen, die ein Netz bilden und an einen gemeinsamen Einspeisepunkt angebunden sind. Damit versorgt sie eine zentrale Macht mit verblödendem Infotainment. Einem Hacker gelingt es aber, Rock'n'Roll in das System einzuspeisen. Die Geläuterten werfen im Lifehouse ihre Fesseln ab und finden zu ihrem wahren Selbst.

Auslöser für das Konzept war das Gefühl, das Townshend bei einigen der sehr erfolgreichen Konzerten auf der "Tommy"-Tour ereilt hatte. "Manchmal waren die Vibes so intensiv, dass ich meinte, die Welt würde gleich stehen bleiben. Alle Anwesenden bildeten eine Einheit." Es war, als ob der Geist den Körper verlassen und einen ekstatischen Zustand erreicht hätte.

Diesen Zustand wollte Townshend wieder herstellen, bei regelmäßigen Konzerten mit seiner Band im Londoner Theater Young Vic, bei denen die Zuschauer eine aktive Rolle spielten. Die Musik sollte die Persönlichkeiten dieser Zuschauer widerspiegeln. Doch nicht genug: Dank der aufkommenden elektronischen Geräte und der Entwicklungen im Bereich der Informatik sollte es schließlich möglich sein, automatisierte Musik zu erzeugen, die der Persönlichkeit jedes einzelnen entspricht und den ersehnten ekstatischen Zustand auslöst.

Wem das ziemlich abgefahren vorkommt, ist in guter Gesellschaft - in der von Townshends Bandkollegen. Townshend ist heute stolz darauf, das Internet vorweg genommen zu haben, doch damals klang das nach Science Fiction. Frustriert versuchten alle Beteiligten, sich zusammen zu reißen, bis sie einsehen mussten, dass es keinen Sinn hatte. Townshend erlitt einen Nervenzusammenbruch, beerdigte schließlich das Projekt und ließ sich, wie Wilson, breit schlagen, mit verschiedenen bereits aufgenommenen Auszügen ein konventionelles Album auf die Beine zu stellen.

Das Werk erhielt den schlichten Titel "Who's Next". Die Fußstapfen, in die es trat, waren riesig. Mit "Tommy" hatten The Who den Durchbruch geschafft, trotz oder dank Woodstock, einen Auftritt, den sie gehasst hatten. Das Album verkaufte sich 20 Millionen Mal, es gab Adaptionen als Musical, eine Orchesterfassung, später einen Film. Das Thema war sperrig, die musikalische Umsetzung aber vielseitig und oft sehr eingängig. "Pinball Wizard", "I'm Free" und "See Me, Feel Me" gehören nach wie vor zu ihren bekanntesten Lieder.

Was für ein geniales Gespür für Melodien Townshend hat, bewies er gleich im Opener. "Baba O'Reilly" beginnt mit einer Sequenz auf dem Synthesizer, damals noch sperrige, sündhaft teure und wenig verbreitete Klötze. Sie zu spielen war schwierig, eher etwas für Nerds als für Rockmusiker. Townshend hatte sich eines zugelegt und daran rumgefummelt, bis sich die Töne gegenseitig zu überholen schienen. Ein geniales Intro, das das gesamte Stück über läuft, ergänzt durch Stimme, Klavier, Bass, Schlagzeug und Fiddle.

Gewidmet war das Stück zwei seiner großen Vorbilder, dem indischen Guru Meher Baba und dem britischen Komponisten Terry O'Reilly. Der erste hatte ein Schweigegelübte abgelegt und 1945 seine letzten Worte gesprochen, die Jahrzehnte später Bobby McFerrin zu einem Grammy-Song inspirierten: "Don't worry, be happy". Der fortan schweigende Baba war zu einem angesehen Guru geworden mit Anhängern in der ganzen Welt, unter ihnen auch Townshend.

In der ursprünglichen Fassung war das Stück 30 Minuten lang, für das Album wurde es (gnädigerweise) auf fünf gekürzt. Darin verarbeitete Townshend auch seine negative Erfahrung in Woodstock. "Don't cry / Just raise your eye / There's more than teenage wasteland" diktierte er ins Mikrofon.

Ein Geniestreich, der seitdem bei kaum einem Konzert fehlt. Das folgende "Bargain" ist ein eher klassisches Rockstück mit Powerchords. Eine Liebeserklärung, die Townshend nicht an eine Angebetete richtet, sondern an Meher Baba. "I'd gladly lose me to find you / I'd gladly give up all I had / To find you I'd suffer anything and be glad", heißt es gleich zu Beginn. Selbstaufgabe, um zur Ruhe zu kommen, der beste Deal, den er je gemacht habe, so die Bedeutung des Refrains.

Was kann konventionelle Liebe im Vergleich dazu ausrichten? Genau, nicht so viel, denn "Love Ain't For Keeping". Auf das kurze, fast schon folkige Intermezzo folgt ein Stück von Bassist John Entwistle, der nicht nur singt und Bass spielt, sondern auch Klavier und die Bläser beisteuert. Die Geschichte handelt von einem Mann, der so betrunken ist, dass er in die Ausnüchterungszelle landet und dort ängstlich auf die Reaktion seiner eifersüchtigen Ehefrau wartet.

Zeit für Townshend, wieder das Mikrofon zu übernehmen. "The song is over, It's all behind me" singt er zu Beginn, womit nicht "My Wife" gemeint ist, sondern der Prozess der Befreiung durch den Rock'n'Roll. Es sollte die Coda für "Lighthouse" werden, beendete schließlich aber lediglich die A-Seite des Ersatzalbums.

Die richtig schweren Geschütze fährt Townshend dann auf der B-Seite auf. "Getting In Tune" vermittelt, wie er sich in dieser schwierigen Zeit gefühlt haben mag: "I'm singing this note 'cause it fits in well with the chords I'm playing / I can't pretend there's any meaning here or in the things I'm saying". Wieder ein typisches Who-Stück mit vielen rhythmischen Wechseln, das trotz seiner Komplexität als guter Rock-Song taugt.

"Going Mobile" bietet einen wesentlich fröhlicher aufgelegten Townshend, der hier alleine singt und so etwas wie die Hymne aller Wohnmobilfans vorlegt, die dann abends die Feuerzeuge rausholen, um eine der ganz großen Balladen abzufeiern. So gut, dass selbst Limp Bizkit "Behind Blue Eyes" nicht so sehr verhunzen konnten, dass es 2003 nicht zu einem ihrer Hits wurde.

Dabei bietet das Stück mehr als nur Lagerfeuerstimmung, denn zwischendrin gibt die Band ordentlich Gas. Vor allem Keith Moon, ein Schlagzeuger, wie es ihn davor nicht gegeben hatte und wohl auch nicht mehr geben wird. Was er spielte, war verrückt. Nicht in einem technischen Sinne und auch nicht wegen der Komplexität seiner Rhythmen, sondern weil es eigentlich keinen Sinn machte. Aber rocken, das tat er. Ihm zuzuhören ist immer wieder eine Offenbarung.

Der einzige, der ihm in jenen Jahren das Wasser reichen konnte, war John Bonham. Beide gingen an ihrem Wahnsinn, der in zu viel Alkohol und Drogen mündete, zugrunde. The Who überlebten, als Moon 1978 starb, mussten sich aber neu erfinden, Led Zeppelin lösten sich 1980 auf.

Nicht die einzigen Ähnlichkeiten: Die Sänger beider Bands waren stimmgewaltige Gockel und wurden mit ihren aufgeknöpften Hemden und wilden Lockenmähnen zu Rock-Ikonen. Beide Bassisten schienen sich mit einer Nebenrolle zufrieden zu geben, waren dabei Multiinstrumentalisten und brachten viele Ideen ein. In beiden Fällen waren die Gitarristen die Hauptideengeber und die wichtigsten Entscheidungsträger.

In einer gewissen Hinsicht ebneten The Who den Weg für Led Zeppelin, die sich aber nie an ein Konzeptalbum heranwagten. An die Grenzen gehen konnten sie beide, wie The Who zum Schluss mit "Won't Get Fooled Again" beeindruckend zeigen. Wieder mit Synthie-Sequenz, aber auch mit ordentlich lauter Gitarre und Sänger Roger Daltrey am Anschlag. Achteinhalb Minuten lang geben sie alles, kritisieren Revolution und Terror. Ein Stück, dass nicht nur ein tolles Album, sondern auch oft ihre Konzerte abschließt.

So erfolgreich wie "Tommy" wurde "Who's Next" nicht, im Nachhinein war es musikalisch aber ihre beste Platte. Auch wegen des Covers, eine Anspielung auf Stanley Kubricks Anfangsequenz von "2001: Odyssee im Weltraum", nur dass der Monolith hier eine Betonwand ist, auf die die Bandmitglieder gerade gepinkelt haben. Die Lage ist ernst, wir sollten uns aber nicht allzu ernst nehmen, so die Botschaft.

"Lighthouse" war damit nicht gestorben. Weitere Lieder erschienen auf folgenden Platten von The Who und auch auf Solowerken Townshends. 1999 strickte er ein Hörspiel daraus, das im britischen Radio übertragen wurde, 2000 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel "The Lifehouse Chronicles". 2007 kam er dem ursprünglichen Projekt nahe, als er die Webseite www.lifehouse-method.com freischaltete, auf der Besucher persönliche Daten eingeben konnten, aus denen Musik erzeugt wurde. Nach einem Jahr und 10.000 generierten Stücken war sie wieder offline.

Und so kam es also nicht anders als bei Wilson, der 2004 "Smile" zu Ende brachte und veröffentlichte. Freilich waren die Ergebnisse in beiden Fällen keine Offenbarung, sondern eher der persönlicher Abschluss eines lange liegen gebliebenen Projekts. "Pick up my guitar and play / Just like yesterday / Then I'll get on my knees and pray / We don't get fooled again", eben.

In der Rubrik "Meilensteine" stellen wir Albumklassiker vor, die die Musikgeschichte oder zumindest unser Leben nachhaltig verändert haben. Unabhängig von Genre-Zuordnungen soll es sich um Platten handeln, die jeder Musikfan gehört haben muss.

Trackliste

  1. 1. Baba O'Riley
  2. 2. Bargain
  3. 3. Love Ain't for Keeping
  4. 4. My Wife
  5. 5. The Song Is Over
  6. 6. Getting In Tune
  7. 7. Going Mobile
  8. 8. Behind Blue Eyes
  9. 9. Won't Get Fooled Again

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12 Kommentare mit 11 Antworten

  • Vor 6 Monaten

    Sicherlich das Album mit 3 der bekanntesten und besten The Who Songs, allerdings fällt der Rest (vielleicht auch deswegen) meiner Meinung nach ziemlich ab.
    Auf Albumlänge hat mich Quadrophenia immer mehr überzeugt.

  • Vor 6 Monaten

    hatte schon gedacht, Ihr könnt Euch überhaupt nicht mehr entscheiden, welche Platte von the who Ihr für den Meilenstein nehmt (das "ob" sollte ja wohl keine Frage gewesen sein....)

    Ich persönlich hätte mich ja für die Live at Leeds entschieden, was aber wohl mehr daran liegt, dass das meine erste von the who war und überhaupt eine der ersten Platten, die ich gekauft habe.

    Jedenfalls danke für die Rezi!

  • Vor 6 Monaten

    Neben Tommy einfach nur massiv inspirierend für mich...tolle Rezi auch von Giuliano :)

  • Vor 4 Monaten

    Bei mir lag der nun folgenden Text schon länger in meiner Schublade und ich werde einfach nicht warm mit dem MS für the Who. Nicht das er schlecht geschrieben wäre, sie hatten einfach bessere Alben dafür unter anderem auch das hier:

    The Who – Live At Leads

    Die Mutter meines besten Freundes war da und ich …...(hier fehlt ein Textbaustein) sie dafür.

    Mit 16 Jahren auf irgend einer Party im Keller meines besten Freundes, reichte mir ein Schulfreund eine Platte hinter die Stereoanlage und sagte: Spiel mal „Magic Bus“! Dem leistete ich auch Folge.

    „Magic Bus“ ist ein Stück auf der „Live At Leads“ von 8:39 Spielzeit und ihre damalige Hitsingel (26 UK / 25 USA). Ein Monotoner (Latin Percussion Instrument Claves) Rhythmus von Entwistles legendären Basslauf getragen, etwa 4 min lang, dann Explodiert der Bus. Eingeleitet durch die Gitarre (Windmühle) von Townshend spielt Moon sich die Seele aus dem Leib. Da die E - Gitarre damals schon mein Lieblingsinstrument war, neben dem Rockklavier (Freddie), drehte ich den Regler der Anlage auf Anschlag. Kaum 1 min später stand die Mutter meines besten Freundes unten im Keller und schrie: Das ist doch „The Who“ oder Speedi? Nein das ist ein Zauberbus, antwortete ich. Mach lauter, rief sie quer durch den Keller und begann zu tanzen. Erst als ich zwei Mal in voller Länge „Live At Leads“ aufgelegt hatte, ging die Mutter meines besten Freundes, Schweiß gebadet und glücklich in ihr Bett. Sie hatte gut abgerockt, dagegen ist Wacken heute Ringelpitz mit anfassen. Hinter meiner Stereoanlage (Man waren die Kompaktanlagen damals Teile), versteckte ich mich zwischen ungläubigem Staunen und Gänsehaut in Frostbeulengröße. Am nächsten Tag fragte ich sie nach der Schule, woher sie „The Who“ kenne und sie erzählte mir das sie „The Who“ ein Jahr vor der Geburt meines besten Freundes in Leads gesehen hätte. Sie hatte dort eine Studienfreundin die sie dazu eingeladen hatte. Gott las mich gut 20 Jahre älter werden auf der Stelle und sofort, dachte ich. Nun gut, die Platte hab ich einfach behalten und so wurde sie ein Fetenhit meiner Zeit. Die Zeit, der Mutter meines besten Freundes, muss aber wirklich großartig gewesen sein.

    „Live At Leads“ ist ein Livealbum wo man sich wünscht dabei gewesen zu sein. Alle Mitglieder von „The Who“ waren im vollen Saft, so klingt die Platte auch heute noch. Sie hat ja auch mehrere Restaurationen und Erweiterungen hinter sich, hier bespreche ich das Stream Album von Amazon Prime (Live At Leads 25th Anniversary Edition). Das Publikum geht gut mit und The Who bindet es wunderbar in ihre Show ein. So nah wie dort, kann man nur in Wirklichkeit einem seiner Stars sein. Deutlich wird das bei der Minioper „A Quick One, While He’s Away“. Daltrey überlässt die Rollenverteilung fast den Leuten, als ein Bandmitglied (vermutlich Thownsend) einen Einwand hat, unterbindet Daltrey seine Worte. Buhs, Ahs, Ohs, Klatschen, Stampfen sind die Folge. Das muss sich sehr gut angefühlt haben. Die Luftgitarre die ich jedes mal heute noch aufführe will keiner sehen. Wie eine Band live die Zuschauer mit einbinden muss, dafür ist „Live At Leeds“ quasi eine Schablone. Dafür braucht es auch kein Video.

    Das Album hat aber unendlich mehr zu bieten. „The Who“ hatten ihr Hitalbum „My Generation“ 5 Jahre hinter sich, „Tommy“ (1969) wurde fast gleichzeitig zu „Live At Leads“ (1970) heraus gebracht. „The Who“ hatten neben den beiden anderen Großen (Beatles, Stones) der auslaufenden sechziger Jahre ihren Platz eingenommen. Alle vier damaligen Bandmitglieder waren auf der Spitze ihres Könnens angekommen, sie waren auch zwischen menschlich damals eine Macht. Die Rollenverteilung innerhalb der Band war klar akzeptiert. Thownsend schrieb hauptsächlich die Songs und mit seiner Gitarre, die den Punkrock und Wave voraus nahm, bestimmte er wohin die Reise geht. Daltrey seine Stimme beschreibe ich als passend zum Who Sound und keiner stellte das in Frage. Auf der Scheibe hört man wie sie ihren Auftritt genossen, Daltrey redet sehr viel und die Bandmitglieder lachen, scherzen mit ihm und untereinander. Auch ist „The Who“ noch nicht so laut (später bespielten sie Hallen mit 130 Dezibel), ich würde die Lautstärke als beschwingt beschreiben, genau richtig. Dem Schlagzeugspiel von Moon hört man seine Jazzschule (Gene Krupa) noch an. Entwistle (The Ox) sein Bassspiel zeichnet sich durch die Coolnes aus und die Ruhe die er seiner Band damit gab. Das alles zusammen hat selbst heute noch eine tolle Energie bzw. Power. Die mich zu diesem Review inspirierte.

    Ausgerechnet das Live Album von The Who als Meilenstein? Im Laufe dieses Reviews hat sich die Frage eigentlich beantwortet. Natürlich werden nun einige sich fragen warum nicht „Tommy“, „Quadrophenia“ oder „Who's Next", also Studioalben von „The Who“. Viele werden mit „The Who“ ähnliches verbinden wie mein Erlebnis mit der Mutter meines besten Freundes. Etwas was man live erlebt hat, wo man dabei war. Was einen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Das ist „The Who“, „The Who“ waren die ersten die man nicht kennen musste als Band bzw. ihre Musik. Man hörte sie und die Situationen die sie provozierten sorgten für diesen Aha – Effekt. Worauf anders bei „The Who“ als wie auf einem Live Album, wird man das besser empfinden können? Dazu leise gedacht, als jemand der mittlerweile alles von „The Who“ kennt. Die Fülle an Material, die Hit-dichte ihrer Studioalben ist so groß, das es nur ungerecht wirkt wenn man da ein Album raus nimmt und zum Meilenstein kürt.

    Auch wenn The Who erst 6 Jahre bis zum Erscheinen von „Live At Leads“ als Band existierten, es kennzeichnet ihre künstlerische Mitte. Den Einfluss den sie durch spätere Alben „Quadrophenia“ bzw. durch „Tommy“ auf Künstler (Konzeptalben, Bowie, Pink Floyd) nahmen, zeichnete sich ab mit diesem Live Album. Was die Veröffentlichung von anderen Live Alben anderer Künstler betrifft, war „Live At Leads“ eine Musterschablone, die heute für aktuelle Künstler noch inspirierend wirken kann. Als Anspieltipp würde ich alle verfügbaren Restaurationen, Orginale, remastered/remixed Versionen die man bekommen kann empfehlen, egal ob mit oder ohne Tommy, ob Leads oder Hull. Die Alben werdend dich ohne Fragen staunend u. Glücklich umhauen, so wie mich die Mutter meines Freundes umgehauen hat.

    Gruß Speedi

    • Vor 4 Monaten

      "Daltrey seine Stimme" :D

    • Vor 4 Monaten

      Du hast völlig recht Morpho. Habe mich auch lange gefragt was ist das für eine seltsame Stimme, sie macht es einem nicht leicht mit ihr warm zu werden. Dazu der Typ, das Hemd und die unbehaarte Brust meist Kaliforniensonne gebräunt.
      Heute denke ich, das ist es, so schräg wie diese Stimme manchmal klingt, das ist ihr Alleinstellungsmerkmal. Heute hat sie sogar eine gute Technik. Fast könnte man das Klische mit dem altem Wein bemühen.

    • Vor 4 Monaten

      Für dem speedy sein Text würd ich schon ein Fleißkärtchen ziehen :D

    • Vor 4 Monaten

      Du bist doch nur neidisch auf John Entwistle sein Bassspiel und seine Coolnes.