Porträt

laut.de-Biographie

The The

The The als eine Band im herkömmlichen Sinn zu bezeichnen, würde den Vorstellungen von Gründer Matt Johnson nicht gerecht. Seit der am 15. August 1961 geborene Sohn eines Londoner Pubbesitzers seine musikalische Karriere begann, zieht er ein mehr oder weniger loses Musiker-Netzwerk einem Dauer-Line-Up vor. Über 300 Musiker, darunter Neneh Cherry, Sinead O'Connor oder The Smiths-Gitarrist Johnny Marr haben seit 1979 den musikalischen Einzeltäter live und im Studio begleitet.

In Zeiten des Post Punk-Underground und des New Wave veröffentlicht Matt Johnson 1981 das Album "Burning Blue Soul" und unterschreibt kurze Zeit später bei Epic. Die Geschichte von The The beginnt offiziell 1983 mit der Single "This Is The Day", einem der bekannesten The The-Songs, bzw. der Scheibe "Soul Mining".

Erste Erfahrungen mit der Tüftelei im Studio macht Johnson im zarten Alter von 15 Jahren als Tontechnikerassistent. Elektronik und Sampling bleiben auch ein prägender Faktor seiner Arbeit in den Achtzigern. Das 1986 erschienene Platin-Album "Infected" legt hiervon ein für die damalige Zeit beeindruckendes Zeugnis ab und bringt endlich die erhoffte Aufmerksamkeit.

Als Ein-Mann-Projekt schickte Johnson (voc, g, kb) übrigens nur das gleichnamige Longplay-Video, das einen empfehlenswerten Einblick in des Musikers Psyche bietet, auf Tour. Neben fiebrigen Albträumen verarbeitet das Multitalent auch politische Themen.

"Mind Bomb" (1989) markiert einen Wendpunkt im Schaffen von The The. Handproduzierte Klänge treten in den Vordergrund und Johnson geht erstmals live auf Tour, unterstützt von Johnny Marr, Ex-ABC-Drummer Dave Palmer sowie Bassist James Eller. Mit der bluesorientierten Platte "Dusk" (1993) sowie dem von der Kritik abgelehnten Album "Hanky Panky" (1995), das ausschließlich Interpretationen von Songs der Country-Größe Hank Williams enthält, beschritten The The diesen Weg konsequent fort.

Das 1997 fertiggestellte Album "Gun Sluts" bleibt in der Folge in den Archiven hängen - The The bricht mit Sony. Anno 2000 kehrt Johnson mit der Platte "NakedSelf", neuer Band, neuem Label (Nothing Records, im Vertrieb von Interscope/Universal), neuem Wohnsitz (Chinatown/New York) und eigenem Label (Lazarus) zurück.

Zum Ereignis der Jahrtausendwende passend, können The The-Gigs dann auch zu mystisch angehauchten Events werden. Deren intime Atmosphäre ergibt sich aus der Mischung von Johnsons Predigertalent, einer Prise Lagerfeuer-Romantik und fettem Rockkonzert. Auch wenn die besinnlicheren Töne mittlerwile deutlich überwiegen.

2002 spielt Johnson beim Meltdown Festival sein vorerst letztes Konzert. Im selben Jahr erscheint die Single-Collection "45 RPM: The Singles Of The The". 2007 findet sein wohl bekanntester Track "This Is Day" Verwendung in einem M&M-Commercial. Johnson veröffentlicht zudem die Download-Only-Single "Mrs Mac". Ein Release-Datum für das dazugehörige Album "The End Of The Day" bleibt wieder mal aus.

Radio Cinéola - am 1. Januar 2010 bricht Matt Johnson via thethe.com erneut sein Schweigen: An jedem ersten des Monats meldet er sich - einem Piratensender gleich - mit 15 Minuten neuem Material, Interviews oder Archivperlen aus dem Untergrund. Geplant sind vorerst 12 Sendungen.

Maintopic im Januar: Matts Soundtrack zum düsteren Independent-Streifen "Tony". Die Radioshows gibts auch zum kostenlosen Download.

Alben

The The - Infected: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 5 Punkte

1986 Infected

Kritik von Eberhard Dobler

Eine Platte wie ein emotionaler, fiebriger Rausch. (0 Kommentare)

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