Porträt

laut.de-Biographie

The Tears

Kennen gelernt haben sich Brett Anderson und Bernard Butler per Annonce, und zwar im New Musical Express, kurz NME. Sie gründen die Band Suede - und da kann man auch erst einmal weiterlesen. Aber nicht zu weit!

The Tears - Here Come The Tears Aktuelles Album
The Tears Here Come The Tears
Neuanfang zweier bemerkenswerter Starrköpfe.

Gegen Ende der Aufnahmen zum zweiten Album "Dog Man Star" nämlich überwerfen sich Brett und Bernard so heftig, dass letzterer die Band kurz entschlossen verlässt. Trotzig, wie nicht anders erwartet, bringt Brett das Album alleine zu Ende, und die beiden gehen getrennte Wege: Brett mit Suede und Bernard solo.

Im Winter 1999 während der "Headmusic"-Tour von laut.de gefragt, was sie denn von Bernards Soloerfolgen halten, veralbern Drummer Simon und Brett "Bernard Butlerrrr ... Berald Butter" und distanzieren sich so eindeutig, dass, was vier Jahre später geschieht, so unwahrscheinlich klingt wie Lady Dis Auferstehung.

Brett, kurz nachdem Suede sich mit Hilfe von "A New Morning" in einen Hauch von Logik evaporisiert hat, spendiert Bernard ein Pint und verzieht sich mit ihm in eine Ecke eines Londoner Pubs. Ob das Bier Bernard umstimmt oder seine weise Voraussicht, dass es früher oder später einfach dazu kommen würde: Es wird vermutlich für immer ein Geheimnis bleiben.

Der wiedervereinte Doppelkopf stürzt sich sofort in die Arbeit und schreibt einen Song nach dem anderen. Ab und an erscheinen kleine Nachrichten Eingeweihter aus dem Untergrund im NME ("Brett singt fast so wie Johnny Cash" oder "Brett und Bernard gehen abends nicht zusammen kegeln"), um die gespannte Musikwelt bei Laune zu halten.

Auch teilen sie allen selbstbewusst ihren neuen Bandnamen mit: The Tears soll das Baby heißen, vielleicht erinnernd an die Tränen der Trennung vor vielen Jahren, wahrscheinlich aber einfach nur, weil noch kein Mensch vor den beiden Dickköpfen auf diese Idee gekommen war.

Na ja, außer einer kalifornischen pilzköpfigen Band von 1964 und einer schweizerischen Casting-Band. Macht aber nichts. The Tears können sich bei Bedarf ja The London Tears nennen, wie auch der für den amerikanischen Markt zugeschnittene Name The London Suede einen juristischen Streit mit einer US-amerikanischen Country-Sängerin namens Suede beilegte.

Im Sommer 2005, rechtzeitig zur Festival-Saison damit der Spanienurlaub in Benicassim auch finanziert wird, präsentieren The Tears - also Brett Anderson (Gesang, von wegen "wie Johnny Cash), Bernard Butler (Gitarre), Nathan Fisher (Bass), Makoto Sakamoto (Schlagzeug) und Will Foster (Keyboards) gerade heraus "Here Come The Tears". Ein zweites Debüt, sozusagen.

Doch der erhoffte Erfolg stellt sich nicht ein. "Here Comes The Tears" bleibt eine einmalige Angelegenheit. Bereits während der Tournee beginnen Butler und Anderson, an Solo-Projekten zu arbeiten. Doch ganz umsonst war der gemeinsame Ausflug nicht. Nach langen Jahren des Zwists haben die beiden ehemaligen Aushängeschilder Englands ihre Kriegsbeile begraben.

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