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Ja, ja, das Schicksal – manchmal schlägt es unbarmherzig zu, gelegentlich wendet sich dann aber doch wieder alles zum Guten. Auch die Subways mussten zwischen Debüt-Veröffentlichung und Nachfolgeplatte den einen oder anderen Schock überwinden. Erfreulicherweise verließ sie, genauer Sänger Billy Lunn, das Glück nicht ganz und er stand eine unschöne Stimmbanderkrankung inklusive OP durch, die zuvor nicht nur das weitere Bandbestehen, sondern auch Lunns Gesundheit stark bedrohte.
Sorgen und Ärger verarbeiteten die Briten anschließend in der neuen LP "All Or Nothing", was man der teils kraftvoll-rauen Instrumentierung des Songbündels durchaus anhört. Angstbewältigung der musikalischen Art nennt man das wohl! "I Won't Let You Down" erklingt die selbsternannte Frustweg-Parole, die nicht nur gesanglich extrem an Bands wie The Vines oder The Von Bondies erinnert, nicht jedoch in plumper Manier, sondern schön catchy und tanzbar. Entsprechend gedrückt kommen "Lost Boy" oder "Strawberry Blonde" daher. Letzteres, Herz-Ballade mit schwer depressiver Note, erzählt von Einsamkeit, mischt Piano- und seichte Akustikgitarren, das alles untermalt mit zurückhaltend sanftem Gesang.
Während der Arbeit am neuen Album trennten sich Frontmann Lunn und Bandkollegin Charlotte Cooper, was der bandinternen Stimmung ja durchaus ordentlich zusetzen kann. Im Falle Lunns war jedoch fix eine neue Rock'n'Roll-Queen gefunden. Auch Bassistin Charlotte musste nicht lange nach entsprechendem Ersatz suchen und man konnte gediegen stressfrei zusammen weiterklimpern und natürlich -trällern.
Gesanglich ergänzt man sich nicht mehr ganz so passabel wie auf dem Debüt. Charlottes Organ fehlt es oft an Kraft und Ausdruck und überschreitet gelegentlich auch die Nerv-Schmerz-Schmalz-Grenze ("Girls & Boys", "Move To Newlyn"). Vor klanglichen Fehltritten ist man auch diesmal nicht gefeit: "Alright" erinnert zunächst an netten Neunziger Britpop à la Oasis, versackt dann aber leider in schwülstigem Gesang. Auch "Kalifornia" stimmt angenehm ein, rockig und wunderbar garagelastig im Intro, doch sobald die Vocals einsetzen, ist der ganze Charme dahin und man findet sich in bloßem Gefühlduselgedudel wieder.
Dabei überzeugt das Trio aus dem Süden Englands vielmehr, wenn es mit schön geplanten, durchdacht arrangierten, gern auch polternden, zackigen Nummern, wie etwa "I Won't Let You Down" oder "Turnaround" aufwartet. Dass man auch mit den leisen Tönen nicht unbedingt falsch liegt, zeigt "Lost Boy" sehr schön; es stellt hier jedoch leider eine Ausnahme dar. Insgesamt klingt "All Or Nothing" noch zu unstrukturiert und unausgereift - Kritik, die schon am Erstling geübt wurde, auch wenn dieses Album insgesamt merklich konsistenter wirkt. Wenn sich die Briten doch nur zielstrebiger geben würden! Einige eingängige Songs weisen durchaus anständig Hitqualität auf, andere müssten einfach zu Ende gedacht werden. Das enttäuscht ab und an ein wenig, vor allem, da es den Subways an Potential keinesfalls mangelt!
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