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Vorab ins Netz durchgesickert, bildete "75 Bars" den allerersten Vorgeschmack auf "Rising Down". Ein Track, der alles bietet, wonach sich Fans der Roots seit Jahren die Finger lecken: ?uestlove Thompson, den ich ohne auch nur eine Sekunde zu zögern unter die grandiosesten Schlagzeuger aller Zeiten einreihe, drischt rhythmisch versiert wie eh und je seine blechern scheppernden, irrwitzigen Drums voran und bereitet im Verbund mit knarrenden Synthieklängen den Weg für Black Thoughts ebenso hungrige wie gehaltvolle Zeilen. Exzellent!
Schade bloß, dass diesmal das Album nicht hält, was der Appetizer versprach. Mit "Rising Down" reichen die Roots erneut ein ordentliches Stück Hip Hop, keine Frage. Nach wie vor verzichten die Herren aus Philadelphia wohltuend auf Phrasendrescherei und Dicke-Hose-Posen. "Vielleicht unser politischstes Album", ließ Thompson im Vorfeld verlauten. Die ebenso düsteren wie realitätsnahen Szenarien künden jedenfalls von scharfer Beobachtungsgabe und dem absoluten Unwillen, bestehende Zustände widerstandslos als gegeben hinzunehmen.
Am Mikrofon finden sich neben dem alles beherrschenden Black Thought zahllose Gäste ein, die größtenteils ebenfalls über jeden Zweifel erhaben sind. Namen wie Talib Kweli, Common oder Mos Def sprechen für sich. In "I Will Not Apologize" legen Porn und Dice Raw Gastauftritte hin, für die in der Tat keinerlei Entschuldigung fällig wird. Für den Funk-Einschlag nebst Grüßen aus Afrika, die geradezu hypnotisierende Wirkung entfalten, sorgt ein Sample aus dem reichen Werk Fela Kutis.
Solches gefällt, dennoch macht sich insgesamt betrachtet Enttäuschung breit. Die handgestrickte Organik, die in meinen Ohren einst einen Großteil der Faszination des Roots-Sounds ausmachte, verschwindet fast vollständig hinter wuchtigen Synthie-Arrangements. Die erschaffen zwar nicht unerheblich Atmosphäre, das Besondere, das die Crew einst aus der Masse herausstechen ließ, bleibt jedoch auf der Strecke.
Ebenso resultiert der unübersichtliche Wust von Featureauftritten in Zerfahrenheit und verleiht dem Album unnötig den Charakter eines Samplers. Auf einige Tracks hätte ich problemlos verzichten können. Styles, wie sie in "@15" geboten werden, hör ich mir lieber von einer Bühne herab als aus dem Studio präsentiert an. In "Becoming Unwritten" hätte einem derart voluminös losgetretenen Beat trotz der gewöhnungsbedürftigen Gesänge deutlich mehr Zeit zur Entfaltung eingeräumt werden dürfen.
Zahlreiche gesungene Hooklines erweisen sich letztlich als eher mau. Einen Refrain, wie ihn "Criminal" auffährt, hätte ich eher in einer Sparte erwartet, die ich mit dem Warn-Aufkleber "Gitarrenmusik der übelsten Sorte" versehen und von dem ich tunlichst die Finger gelassen hätte. Hier retten einzig die wunderbar fließenden Zeilen von Black Thought und Kollegen den Gesamteindruck.
Eine Mercedes Martinez, wie die in "Unwritten" zum Zug kommt, empfinde ich trotz warmer Stimme als komplett austauschbare R'n'B-Maus, und Dice Raw macht als Rapper eine deutlich überzeugendere Figur denn als "Singing Man". "Birthday Girl" schließlich verärgert mich mit Gitarrengeklimper und belanglosem Gesinge, das sich noch dazu mittels billigster Eingängigkeit im Gehör festkrallt, vollends. Glückwunsch! Damit wurde als Single treffsicher genau die Nummer ausgekoppelt, die am wenigsten zeigt, wozu man bei den Roots in der Lage ist.
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so einen thread wollte ich schon immer mal starten! ich hoffe, es gibt noch keinen zum neuen roots-album, das am 29. april kommt und "rising down" heißt.
also, das stand zumindest [url=http://www.last.fm/music/The+Roots]auf ihrer last.fm-seite, aber gestern hab ich die e-mail bekommen, dass die cd verschickt wurde. ist wohl auch schon geleakt und birthday girl soll nicht drauf sein.
habs gekauft am freitag.
ich darf hier mal himself zustimmen.
die songs sind burner, dazu noch criminal, i will not apologize, i can't help it, rising up.
aber hätte echt mehr in richtung phrenology gehen können, düstere stimmung überwiegt. hier is birthday girl eine ausnahme.
4-5/5 immernoch, jedoch nich an phrenology oder game theory dran.
Criminal ist "Gitarrenmusik übelster Sorte"? Ich fass es nicht. Hier noch ein paar fundierte Argumente für künftige Kontakte mit artfremden Musikstilen
- Rockmusiker waschen sich nie die Haare
- Techno ist seelenloses Bumm-Bumm
- Hip-Hopper haben alle die Hauptschule abgebrochen
Also erst zerreißt ihr das Gnarls Barkley-album das ich nochmal um einiges besser als den vorgänger finde und jetzt kann ich die meinung zum neuen Rootsalbum überhaupt nicht teilen. Im gegenteil: das was als die schwächen des albums
ausgemacht werden sehe ich als klaren Fortschritt des Sounds der Roots an. Die features bringen mehr abwechslung und sind perfekt auf die musikalische untermahlung gemünzt. CRIMINAL ist ein Hammer von Track wie das Album allgemein. Bestes ROOTs album bisher, außer vielleicht do you want more?
Also ich muss auch sagen, soundmäßig ist es, gemessen an Roots Verhältnissen erschreckend... un-besonders, irgendwie. 
Naja gut, das ist nun auch wieder maßlos übertrieben, finde ich.
Tut mir leid aber sie werden mit jeden Album langweiliger und belangloser. Wenn es nich die Roots wären, würde sich doch niemand um dieses kümmern.
OK sie sind immer noch besser, als der große beschißene Rest, aber für die Roots sollten andere Maßstäbe gesetzt werden.
Woher kommt diese Annahme? Vielleicht weil ich nicht der gleichen Meinung bin, wie du?
Game Theory war OK, aber hat sich nicht wirklich als etwas Großes abgehoben, im Gegensatz zu den Vorgängeren.
Alles klar, Pussy
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