Porträt

laut.de-Biographie

The Miserable Rich

Bevor diese Band zu ihrem außergewöhnlichen Stil aus Klassik und Folk findet und ihm einen smarten Indie-Appeal überstreift, versuchen sich die Protagonisten vorerst an der Synthese von Neo-Folk und Elektronika.

Im Jahre 2006 trifft James de Malplaquet im idyllisch gelegenen, englischen Küstenort Brighton auf den Cellisten und Pianisten Will Calderbank. Beide gründen die Band Grape Authority. Ein Plattendeal ist tatsächlich bald unter Dach und Fach, aber bald hat das Duo genug vom tristen Einerlei des Indie-Elektro-Flickenteppichs.

Ein Engagement auf einer Party zweier römischer Superreicher führt den Musikern schließlich das ganze schreckliche Ausmaß der eigenen musikalischen Tristesse vor Augen. Etwas Neues, Innovatives, Einzigartiges muss her: James und Will wollen nicht weniger als ein "Kammerquintett, das moderne Songs spielt".

Und die römische Spießer-Veranstaltung lieferte auch gleich noch den passenden Bandnamen: The Miserable Rich. Von anderen Bands - Lightspeed Champion, Kate Walsh und Clearlake - wirbt man die übrigen Bandmitglieder ab: Mike Siddell an der Geige, Lindsey Oliver am Kontrabass und Jim Briffett an der Gitarre.

Musikalisch sieht sich die Kombo u.a geprägt vom sanften "Say You Don't Mind", einem Song des Ex-Zombies-Sänger Colin Blunstone und den Kraftwerk-Coverstücken des rumänischen Avantgarde- Streicherquartetts Balanescu.

An eigene Varianten berühmter Songs trauen sich The Miserable Rich bald selbst heran und versuchen sich an "Over and Over" von Hot Chip. Mit dem Track ergattern sie einen Stammplatz in den Heavy Rotations einiger anspruchsvoller Radiosender.

Fernab aller Britpoptrends überrascht das Debütalbum "12 Ways To Count" (Hazelwood Vinyl Plastics, 2008) des Kammerquintetts aus Brighton schließlich mit zarten Kompositionen zwischen Artpop und Folk, an denen sich der eigenwillige Gesang Malplaqeuts wirkungsvoll reibt. Diesen feingeistigen Weg geht das Ensemble mit dem Zweitling "Of Flight & Fury" konsequent weiter.

Als kreativer Kopf der Band findet James de Malplaquet neben seinen Aktivitäten in Bands wie The Leisure Society, Sons Of Noel & Adrian und Shoreline und unablässigem Touren die Zeit, mit The Miserable Rich 2008 die "Covers-EP" einzuspielen. Vier Coverversionen, von den Stranglers ("Golden Brown"), Eurythmics ("Sweet Dreams"), den Pixies ("Gigantic") und Iggy Pop ("Shades").

Mit der häufig vorgenommenen Kategorisierung ihrer Musik als "Kammerpop" haben sich die Jungs lose angefreundet, auch wenn Malplaquet eher der Meinung ist, "dass wir eine Indierock-Band sind, die ihre elektrischen Gitarre verloren und einige Streicher dafür gefunden hat."

Gegen Ende 2012 kündigt die Band dann plötzlich zwei Abschiedskonzerte u.a. in London an - man wolle sich nun auf Soloprojekte konzentrieren.

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