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Ich finde, jeder sollte ein Refugium weit außerhalb seiner eigentlichen Musik-Vorlieben haben, um dort immer wieder mal Urlaub zu machen. Oder sich zumindest hie und da im gepflegten Abstand zu üben. Ich gehe mit gutem Beispiel voran und bekenne mich neben meiner akustischen Grundkonfiguration zur ausgewählten, weil interessant bedienten Stromgitarre ohne Rücksicht auf Jahrgang, Kaliber und Couleur.
Das tut auch Not, denn sonst müsste ich meine latente Sympathie für Bands wie die in meine Kindheit eingeschriebenen Queen unter Meineid verleugnen. Auf gewisse Art geht es mir da mit den Killers, diesen Queen des neuen Jahrtausends, ähnlich: Pompös, dramatisch und ausgestattet mit der Magie, die Kritikerstimmen mit einem Millionenpublikum in kollektiver Begeisterung vereint.
Allerlei hat man vorab schon rumoren hören über "Day & Age", die dritte Studioplatte des schillernden Quartetts aus Las Vegas. Von "Sind das die neuen Killers?", über "Sind wir hier in der Disko?" bis hin zu "Ich mag keinen Schlager!" rangierten die Reaktionen auf die ungewohnt synthetische Single-Prophezeiung "Human".
Tatsächlich: Der etwas knapp geratene Kunststoff-Zehnreiher, in den Produzent Stuart Price, der schon an Depeche Mode, No Doubt und Madonna Bass anlegte, die Killers hier kleidet, irritiert zunächst gehörig. Die glamourgestählten Saiten der Killers machen Platz für eine aufgebauschte 80er-Federboa aus Bläsern, Streichern und ja, es stimmt: tanzflächigen Rhythmus-Pailletten.
Das Schöne daran ist das Schöne daran. Ob sich nun "A Dustland Fairytale" vom leisen Plattenknistern zur Bombast-Hymne auswächst, "Joy Ride" mit einer Einladung zum Cabrio-Roadtrip dazwischenfunkt oder Barry White am Ferrero Raffaelo-Strand mit Saxophon und "I Can't Stay" zum Bleiben auffordert: Brandon Flowers verwandelt mit seinem unverkennbar melancholischen Organ all diese klanglich vertikalen Eskapaden in gesanglich veritable Killers. Einzige, bedingt abwärtskompatible Schnittstelle zum Vorgänger "Sam's Town" bleibt der "Neon Tiger".
Ja, so geht das gut, wenn eine weltweit erfolgreiche Band tut, womit sich weltweit erfolgreiche Bands oft selbst ausknocken: Sich weiterentwickeln. Es braucht dazu ganz offenbar drei Dinge: Eine Substanz, auf die man bauen kann, eine große Portion Mut zur Veränderung und einen Schuss königlichen Größenwahn.
Bleibt zu hoffen, dass der Abgesang "Goodnight, Travel Well" kein exklusiver Ausblick auf Kommendes ist. Sylvian'sche Düsternis und schleppende Schwermut, gepaart mit einer sich final aufbäumenden Theatralik begleiten hinaus aus "Day And Age" und hinterlassen einen mit der bittersüßen Gewissheit: The Show Must Go On.
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
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Day & Age | Infos (Lieferzeit/Service) | €6,99 | €3,00 | €9,99 |
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Killers - Day & Age | Infos (Lieferzeit/Service) | €9,99 | €2,99 | €12,98 |
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The Killers - Day & age | Infos (Lieferzeit/Service) | €15,95 | €3,90 | €19,85 |


Bei Metacritic erhält das Album im Schnitt 70, ich orientiere mich eigentlich nicht einmal danach, aber die Meinungen fallen größtenteils einhellig aus. Mir sagt das Werk zu und ich verstehe andererseits auch die Plattentests-Rezension, in der das Album von einer anderen Sichtweise betrachtet worden ist. Insofern will ich die 3/10 gerne nachvollziehen, verstehe aber nicht, was das mit Mut, Courage oder Intellekt zu tun hat. Ich denke, dass ein Großteil der Kritiken ehrlich gemeint gewesen ist und ohne die Killers-Etikette ebenso ausgefallen wäre. Nur einmal so als Denkansatz, da man durch gegensätzliche Kritiken schnell dazu geneigt ist, sich als Argumentationsschiene die Kritik zu nehmen und seine eigene Meinung nicht einmal ausformuliert.
Es geht mir auch nicht primär um den gemeinen Kritikerdurchschnitt, der das Album mit 7/10 durchwinkt. Ich finde allein die Kontroverse um das Album schön, es gibt User, die finden es zum Kotzen, andererseits finden Mini (soeit ich das richtig sehe) und ich es ganz ordentlich, was jetzt nicht nach Orgasmus klingt, aber sich doch ganz von dem abhebt, was Screwball oder Kevin meinen. Ich kann es ihnen nicht einmal verübeln, aber Plattentests als mutig zu bezeichnen, finde ich doch übertrieben.

) aber das war es dann auch ...


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