laut.de-Kritik

Motörhead-Lemmy goes Rockabilly.

Review von

Alles halb so wild. Lemmy mit James McDonnell aka Slim Jim Phantom (Stray Cats) und Danny Harvey (13 Cats) kommt außerhalb des Motörhead-Kontextes mit einer Rockabilly-Platte und einer Spielzeit von 33:33 Minuten nur halb so evil rüber wie im Bunde mit den Krawall-Kollegen seiner Stammband.

Der Titeltrack eröffnet die Reise in die Vergangenheit. Unfreiwillig entfleucht einem da ein Grinsen, wenn Mr. Kilmister seinen schrägen Gesang über einen locker flockigen Honkytonk kleistert. Noch besser: Lemmy als völlig überforderter Backgroundsänger mit Handclap-Unterstützung und furchtbar sympathisch klingendem "Du du du du".

Was in Sachen Harmonie und gesangliche Treffsicherheit - wie zu erwarten - vollkommen in die Hose geht, macht der Spaßfaktor mehr als wett. Das Trio ehrt mit seinen Coverversionen vor allem Buddy Holly, aber auch einige alte Sun Records-Tracks kommen zum Zuge.

Der Spaß an diesen wundervollen alten Nummern steht hörbar im Vordergrund. Wer mit den Originalen nicht so vertraut ist, dem dürfte es dennoch nicht allzu schwer fallen, bei "Big River" den Man In Black heraus zu hören. Nicht nur am Country-Einschlag klingt der große Mann durch. Lemmy versucht dem sprudelnden Gesangsstil nahe zu kommen, was auch sehr gut gelingt. Überhaupt das Ende. Bei Carl Perkins' "Matchbox" laufen The Head Cat noch einmal zu toller Form auf. Man sieht förmlich die Pettycoats samt der darin steckenden Mädels durch die Luft wirbeln.

Richtig lustig wird es endgültig, wenn unerwartete Sounds erklingen. Neben der Alleinunterhalter-Orgel bei "Take Your Time" animiert vor launiges Cembalo-Geklimper bei "Learning The Game" die Muskeln rund um den Mund dazu, sich nach außen zu dehnen.

Heldenverehrung, Spaß an der Musik und eine guter Schluck aus der Pulle dürften hier Pate gestanden haben. Wobei mir immer noch jemand erklären muss, was an der Pisse, die auf dem Cover auf dem Tisch steht, so toll ist, dass man sie derart verehren und mit Cola strecken muss. Nee, Lemmy. Zumindest was das Saufen anbelangt, gibts wahrlich schmackhaftere Alternativen.

Trackliste

  1. 1. Fool's Paradise
  2. 2. Tell Me How
  3. 3. You Got Me Dizzy
  4. 4. Not Fade Away
  5. 5. Cut Across Shortly
  6. 6. Lawdy Miss Clawdy
  7. 7. Take Your Time
  8. 8. Well ... All Right
  9. 9. Trying To Get To You
  10. 10. Learning The Game
  11. 11. Peggy Sue Got Married
  12. 12. Crying, Waiting, Hoping
  13. 13. Love's Made A Fool Of You
  14. 14. Big River
  15. 15. Matchbox

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