Porträt

laut.de-Biographie

The Ghost

Die Faröer Inseln, grob in der Mitte des Dreiecks Schottland, Norwegen und Island gelegen, sind in der öffentlichen Wahrnehmung eigentlich weniger als Lieferanten eingängiger Popsongs zwischen Snythie und Gitarre gespeichert. Doch, der Festland-Europäer mag es kaum glauben, die Färinger, wie sich das Inselvolk nennt, erfreuen sich einer lebendigen Musikszene. Dieser entspringt 2007 ein Duo namens The Ghost, das besagten Synthie-Gitarrenpop mit fröhlicher Gelassenheit aus Computer und Instrumenten zaubert.

Kaum aus den Windeln und gerade den Irrungen der Pubertät entschlüpft, setzen sich Urbanus Olsen und Filip Mortensen im heimischen Keller zusammen. Obwohl sie soundtechnisch aus unterschiedlichen Richtungen kommen, verbindet sie neben der Freundschaft auch die Leidenschaft für Musik. Während Urbanus vornehmlich mit Heavy Metal an seinem Computer experimentiert und neben dem Studium sein Zubrot mit Segeln und Fischen auf dem Wasser verdient, beschäftigt Filip sich intensiv mit Gitarre und Gesang.

In den gemeinsamen Stunden unter Tage nehmen die Jungs zwei Songs auf: "Something New" und "Dream Of Subak" schlagen sofort ein, als Filip und Urban einige Gigs in der Heimat spielen. Die Tracks gelangen auf die Playlist der örtlichen Radiosender und sind Instant Hits. Die Insulaner lieben die Songs und kriegen gar nicht genug von dem synthielastigen Ohrwurm-Sound. Schnell soll das Kind getauft werden: "Wir mussten uns spontan einen Namen einfallen lassen, und 'The Ghost' war einfach das erste, was uns einfiel", erzählt Urbanus. "Schon kurze Zeit später war er in aller Munde, sodass wir ihn nicht mehr hätten ändern können, selbst wenn wir gewollt hätten."

Im selben Jahr werden die Jungs mit einem Auftritt beim heimischen G! Festival geadelt und steigen somit offiziell in den Olymp national bekannter und geachteter färinger Musiker auf. Bei dieser Gelegenheit begeistert sich das britische Clash Magazin für die Insulaner: "Die jungen, talentierten The Ghost waren brilliant." Auch beim Iceland Airwaves erfreuen sich die Zuhörer an dem Duo. Einer unter ihnen ist Rob Da Bank, seines Zeichens BBC Radio 1 DJ und Häuptling des Labels Sunday Best. Angetan von ihrem Sound, nimmt er die Jungs sofort unter Vertrag. Auch der NME hat The Ghost inzwischen auf der Watchlist. Als Opener für Ladytron und The Wombats tingeln Filip und durch die Gegend und machen sich weitere Fans: Die Flaming Lips und Nina Persson von The Cardigans heben ihre Daumen für die beiden Jungs.

Mit großen Namen im Rücken und viel Live-Erfahrung auf dem Buckel nehmen The Ghost 2010 ihr Debüt "War Kids" auf. Als Produzent können sie Oli Poulsen gewinnen, der in seiner Bio Namen wie Grace Jones, Prince und Massive Attack verzeichnet. Zu gefälligem Synthiepop singt Filip warm und butterweich über Liebe und Glück, Fehlschläge und Frustration. Große Themen zu flockig-quirligem Sound kommen vor allem live gut, wenn die beiden stilvoll in Indiemontur gekleideten Färinger klampfen, trällern und tanzen, was das Zeug hält.

Alben

The Ghost - War Kids: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2010 War Kids

Kritik von Anne Nußbaum

Die Färinger backen einen Friede-Freude-Eierkuchen. (0 Kommentare)

Videos

Video Video wird geladen ...

Termine

Mi 04.06.2014 Hamburg (Imtech-Arena)

Noch keine Kommentare