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The Flaming Lips, eine Ex-Rock-Band aus Oklahoma City, eine Band, so vielgestaltig und gewaltig, wie einst der große Odysseus, eine Band, die mit "Yoshimi vs. The Pink Robots" ihr mittlerweile elftes Experiment in Form eines Longplayers vorstellt und damit vor allem eines dokumentiert: Alles bleibt anders. Wie gehabt.
Wie bereits ihr letztes Album "The Soft Bulletin" und das wahnwitzige 4-CD-Machwerk "Zaireeka" (Achtung: alle 4 CDs müssen gleichzeitig abgespielt werden !) wurde auch "Yoshimi vs. The Pink Robots" in kongenialer Zusammenarbeit mit David Fridmann in dessen Studio bei Buffalo produziert und kommt angesichts dessen alles in allem erstaunlich sanft und relaxed, geradezu poppig daher. Sicher, schräg genug sind die Herren Coyne, Ivins und Drozd immer noch unterwegs, um weit davon entfernt zu sein, sich unversehens in irgendwelchen, ihnen gänzlich unbekannten, Chartsgefilden wieder zu finden. Denn bei allem Pop-Appeal dürfte "Yoshimi..." mit seinen unzähligen strangen Sounds und ulkigen Songideen für das breite Mainstreampublikum doch ein wenig zu sperrig (produziert) sein.
Doch zeigen die Flaming Lips wieder, dass sie in der Tat ein ganz feines Händchen für wunderbare Melodien und einfallsreiche Arrangements besitzen. In vorliegendem Fall erinnert das über weite Strecken an die großartigen Ween, ab und an ein wenig an Air, dazu gesellen sich reihenweise analoge Synthiepiepser und so plätschert es dann angenehm vor sich hin, bis plötzlich, haste nicht gesehn, dicke synthetische Beats die Szene beherrschen. Hoppla. Und wer bei "Fight Test", dem ersten Track der Scheibe, nicht nach 0,4 Sekunden "Cat Stevens!" schreit, kennt Vater und Sohn nicht. Es ist schon sehr interessant, aus welchen Zutaten sich die Lips da ihr sehr ambientes Acid-Pop-Süppchen zusammen kochen.
Wer einsteigt auf die FL-Rezeptur findet sich alsbald in einem Meer aus fein gesponnenen Songstrukturen und Harmonien wieder, die man in dieser Form wahrlich nicht alle Tage hört. Man muss denn auch nicht eben lange suchen, um auf "Yoshimi..." einige Kleinode zu finden und lieb zu gewinnen. So sind beispielsweise das Titelstück mit seinen japanischen Hintergrundsprenkseln oder auch das, zu Beginn recht kraftwerkige, "Morning of the Magicians" großartige Songs, die einem so schnell nicht mehr aus dem Hinterkopf gehen wollen und sanft aber lange nachhallen. Wirklich schön und vor allem auch schön eigenartig trotz allen Wohlklangs und Säuselns.
So ist "Yoshimi..." alles in allem ein gelungenes, durchgängig angenehmes, leicht verschrobenes und durchaus empfehlenswertes Pop-Album, auch wenn für meinen Geschmack die kleine Roboter-Reise ins Yoshimi-Wunderland teilweise doch etwas arg niedlich und verträumt ausgefallen ist. Aber schließlich träumen wir alle gern mal ein wenig vor uns hin ...





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