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1993 erschien ein knallrotes Album mit dem kuriosen Titel "Strawberries Oceans Ships Forest". Darauf fand der Hörer wortlos-elektronisches Gedudel vor, das wohl kaum eine Notiz wert gewesen wäre, hätten sich die Autoren nicht doch noch geoutet: Als Urheber fungierten der ehemalige Killing Joke-Bassist Youth und Paul McCartney.
Fünfzehn Jahre später hat sich das kuriose Duo erneut zusammen getan und in dreizehn Tagen dreizehn Stücke eingespielt. Müsste eigentlich reichen für einen Musiker wie McCartney, der einst geprahlt hat, an einem Tag 100 Songs schreiben zu können. Zehn davon Megahits, versteht sich. Das ist aber schon lange her. Sowohl die Behauptung als auch die Megahits.
"Electric Arguments" beginnt ganz vielversprechend. Kurzes Mundharmonika-Intro, dann folgt McCartneys Stimme, die genauso am Anschlag ist wie das Sammelsurium an Instrumenten, das ihn begleitet. Angesichts des Textes sind die Parallelen zum beatles'schen "Helter Skelter" sicherlich nicht zufällig. "Du sagtest, du liebst mich. Stimmt das?", heißt es zu Beginn. "Ich glaube ich liebe dich. Ich glaube, du weißt das. Mich zu betrügen war das Allerletzte", eine Strophe später. Wer der Adressat dieser Zeilen ist, dürfte nicht allzu schwer zu erraten sein.
Dennoch ist McCartney eher als sanftmütiger Mensch bekannt. Nach dem Gewitter zu Beginn geht es sanfter - und poppiger - weiter. "Two Magpies" ("Zwei Elstern") weckt nicht nur des Titels wegen Erinnerungen an "Blackbird", obwohl es die Güte des Klassikers nicht annähernd erreicht. "Sing The Changes" könnte dagegen von seiner Ex-Band Wings stammen, genauso wie "Sun Is Shining". Dazwischen gibt es noch ein bisschen Stimmung aus den "Get Back"-Sessions ("Highway") und etwas Country-Gedudel ("Light From Your Lighthouse").
Die zweite Hälfte der CD bietet dann nur noch vernachlässigbare Ambient-Spielereien. McCartneys Stimme ist meist so elektronisch verzerrt, dass sie kaum noch zu erkennen ist. Ob Panflöten zu Beginn von "Is This Love?", Beats in "Lovers In A Dream" oder Collagen im Stile von "Revolution Nine" in "Universal Here, Everlasting Now" – über den Status von Demos zu Songs, die es nie auf eine reguläre Platte geschafft hätten, kommt die Vorstellung nicht hinaus.
Der Sinn des Albums ergibt sich aus dem Opener. Geschickt zieht sich McCartney aus dem Schlamassel mit Heather Mills heraus. "Schau her, du bist es mir nicht einmal wert, dass ich etwas unter meinem offiziellen Namen über dich sage", so seine Botschaft. Nun ist es sein gutes Recht, die hohen Erwartungen der Klatschpresse zum Thema auf diese Weise zu umgehen.
Es ist allerdings auch das gute Recht des Hörers, dieses Album mit den vorherigen von Fireman in eine Kiste zu stecken und sie ohne schlechtes Gewissen auf dem Dachboden verstauben zu lassen.
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