laut.de-Kritik

Keine Experimente, kein Scheiß, kein überflüssiger Stoff, nur Sommerhits.

Review von

So richtig lange waren The Bones eigentlich gar nicht weg vom Fenster, und doch scheint es eine Ewigkeit her zu sein, seit das letzte Werk "Burnout Boulevard" erschien. Nun ist zumindest die Frage geklärt, welche Scheibe man den Sommer über im Auto laufen lässt.

Und das wissen die Jungs selber wohl am besten, denn das Intro klingt schwer nach altem Tapedeck in der Karre, bevor es mit "Bones City Rollers" rauf auf die Piste geht. Keine Experimente, kein Scheiß, kein überflüssiges Material – The Bones wie man sie kennt und liebt. Dennoch bringt einen der Opener erst auf den Zubringer, bevor "Shooting Blanks" einen direkt auf die Autobahn führt. Jetzt heißt es: Hit it!

Manche Songs kommen einem vor wie alte Bekannte, die man ne ganze Zeit lang nicht gesehen hat, sich aber jetzt wieder daran erinnert, wie geil man mit den Typen Party machen konnte. Und was anderes wollten The Bones wohl auch nie erreichen, denn dazu ist der versoffene Punkrock einfach zu perfekt geeignet.

Sind wir mal ehrlich: Welche der ehemaligen Schweden-Rotzrock-Bands ist denn heute noch am Start und transportiert den Rock'n'Roll der 50er und 60er auch nur ansatzweise so geil in die Neuzeit wie das Quartett aus Karlskrona? Zumal man zu keiner Zeit den Eindruck hat, als würde Boner und seinen Jungs in nächster Zeit die Puste ausgehen – ganz im Gegenteil.

Viel eher hat man hat den Eindruck, dass die Schweden wieder ein wenig mehr am Gashahn drehen, denn auch "Smile Of The Cobra" oder "The Hooligan Bop" lassen ordentlich Gummi auf dem Asphalt. Zwischendrin gibt es die obligatorische Motörhead-Nummer "State Of Rock'n'Roll", der wenig später mit "One Louder" sogar eine weitere folgt.

Leichte Melancholie kommt höchstens mal im tollen "Dead Hearts Beat" auf, doch wenn einem der Straight-Up-Rocker "Cemetary Sue" entgegen fliegt, ist es mit Melancholie oder auch nur ansatzweise schlechter Laune ganz schnell wieder vorbei. Und erst Recht, wenn The Bones mit dem herrlich albernen, mit ein paar Bläsern aufgepeppten "This Hound Dog Rocks" den Schlusspunkt unter das Album setzen.

Das einzige, das ich dem Album vorwerfen könnte, ist die mal wieder viel zu kurze Laufzeit, aber damit kann man angesichts der musikalischen Qualität gut leben. Von daher ist es höchste Zeit, 2012 mal wieder die Höchstwertung zu ziehen.

Trackliste

  1. 1. Bones City Rollers
  2. 2. Shooting Blanks
  3. 3. Concrete Cowboys
  4. 4. Smile Of The Cobra
  5. 5. State Of Rock'n'Roll
  6. 6. Dead Heart Beats
  7. 7. Cemetery Sue
  8. 8. Die Like A Man
  9. 9. Burnout Boulevard
  10. 10. Wendy
  11. 11. One Louder
  12. 12. Straight To Crashville
  13. 13. The Hooligan Bop
  14. 14. Mr. Bartender
  15. 15. This Hound Dog Rocks

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10 Kommentare

  • Vor 2 Jahren

    @Trickster (« Weiss nicht welche Bands bei dir in der Kneipe spielen, aber irgendwie haben die Bones das gewisse Etwas mehr als andere Rock/Punkabilly-Bands...aber über Geschmäcker kann man bekanntlich nicht streiten... »):

    Mag ja sein und wo ist jetzt die Notwendigkeit einer 5-Punkte-Wertung? Wo ist jetzt der Bezug zu echten Rockabilly von Elvis, bekommt sowas dann 100 Punkte?!? Innovation höre ich nämlich nicht. "Geduddel" war evtl. etwas überspitzt formuliert, aber so ist es nun mal eine von vielen Rockabilly Bands und da hilft auch kein Groupie-Fangehabe denen irgendeine "Besonderheit" anzudichten, die sie gewiss nicht haben.

  • Vor 2 Jahren

    Schon klar dass man über eine 5 Punkte Bewertung streiten kann, aber dies betrifft dann eher das Genre an sich - das Ganze ist halt nicht mehr als Punk/Rock/Rockabilly - aber in dem Genre halt gut gemacht...

  • Vor 2 Jahren

    Schon klar dass man über eine 5 Punkte Bewertung streiten kann, aber dies betrifft dann eher das Genre an sich - das Ganze ist halt nicht mehr als Punk/Rock/Rockabilly - aber in dem Genre halt gut gemacht...