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Nachdem Nightwish mit ihrer neuen Sängerin Anette Olzon einen Einstand nach Maß hingelegt haben, war es höchste Zeit, dass die geschasste Tarja mit "My Winter Storm" nachzieht. Man durfte gespannt sein, ob sich die Sängerin von ihrer ehemaligen Band weg bewegt, oder ob sie sich einfach ein paar ähnlich klingende Songs auf den Leib schreiben lässt.
Um's vorweg zu nehmen: beides ist der Fall. Auf es finden sich sowohl Tracks, die genauso gut von Nightwish stammen könnten, als auch Sachen, die sich deutlich mehr Klassik und Rock annähern. Aber zu den Song im Einzelnen. "Ite, Missa Est" kommt im Gewandt eines klassischen Intros daher, mit Streichern und Bläsern und geht nahtlos in die Single "I Walk Alone" über, das sehr auf klassische Instrumente und Drums baut, während die Gitarre erst zum Refrain hin an Bedeutung gewinnt, sich in den Strophen aber dezent im Hintergrund hält. Das klingt sehr orchestral, besitzt Soundtrack-Charakter und ist erwartungsgemäß nicht weit von Nightwish entfernt.
Bei "Lost Northern Star" darf der ehemalige Farmer Boys-Klampfer Alex (Dacia/Tieflader) seine Klampfe in den Vordergrund stellen, doch die Arrangements sind eindeutig eher klassischer denn rockiger Natur. Auch hier klingt die Nähe zum alten Arbeitgeber durch. Das klassische Intermezzo "Seeking For The Reign" mit einer wunderschönen und todtraurigen Violinenmelodie, geht direkt in "The Reign" über. Der Song baut wiederum auf klassischen Instrumenten auf. Zur Mitte des Songs setzen Tribaldrums ein, die jedoch nicht so recht passen wollen und die die musikalische Steigerung leider nicht fortsetzen.
Das nächste - dieses Mal nur aus atmosphärischen Synthies bestehende - Intermezzo "Escape Of The Doll" leitet in "My Little Phoenix" über. Dabei handelt es sich um eine geradezu typisch Nightwish-Nummer, von der klassischen Inszenierung bis hin zu den Gitarren. Das folgende "Boy And The Ghost" startet als Klavier Ballade, in die später zwar harte Gitarren, Drums und bombastische Chöre einsetzen, die aber letztendlich wieder zum reduzierten Klavierspiel mit Tarjas Stimme zurückkehrt. Die Sängerin zieht hier alle Register ihres Könnens.
"Sing For Me" hat auf den ersten Blick mit dem bekannten Track aus Phantom der Oper nichts zu tun bedient sich aber ähnlicher Elemente und Strukturen. Das ihrem Mann gewidmete "Oasis" beginnt wieder sehr soft mit Klavier und einer leicht orientalischen Flötenmelodie. Zum finnischen Text gesellen sich nach und nach ein paar Streicher und machen den Track zu einer ganz hübschen Ballade. Das Alice Cooper-Cover von "Poison" hätten sie sich aber lieber sparen sollen. Die ist nämlich beinahe genauso grausam, wie die unsägliche Dancefloor-Nummer von vor ein paar Jahren.
Die nächste (fast) reine Klassiknummer (mit ein paar Alibidrums und ein wenig Bass) folgt mit "Our Great Divide". Die Ballade ist nicht schlecht gelungen, klingt aber ein wenig nach dem Soundtrack von "Das Letzte Einhorn". Etwas kitschig eben. Mit dem jauligen Intro "Sunset" geht es direkt in "Damned And Devine" über, das nach einem ruhigen und reduzierten Einstieg mit zahlreichen Sopranpassagen und Harfenklängen los legt. Zwar deutet der Mittelteil einen richtigen Ausbruch an, doch das ist genauso Fake wie ein vorgetäuschter Orgasmus.
Rockiger gibt sich da schon "Die Alive", das Alex ein wenig mehr Raum an der Klampfe lässt. Der Track wartet dabei wieder mit sehr opulenten und dramatischen Orchesterarrangements auf. Das balladeske "Minor Heaven" präsentiert sich im typischen Nightwish-Gewand und kramt tief in der Kitschkiste. Als hätte er die Schnauze endgültig voll, fährt Alex in "Ciarán’s Wall" ein paar Riffs auf, die genauso gut von den Farmer Boys stammen könnten. Das bricht deutlich aus dem restlichen Programm aus und geht mit Abstand am härtesten zur Sache. So ganz stimmig ist die Nummer letztlich doch nicht, zumal der Gesang am Ende ziemlich nervt. Die Gitarren-Ballade "Calling Grace" kommt zum Abschluss erfreulich unkitschig daher.
Mit "My Winter Storm" hat sich Tarja ein paar Songs richtig gut auf Leib und Stimme schneidern lassen. Ihre Fans sollten sich eigentlich rundum glücklich und zufrieden zeigen. Im Vergleich zur Scheibe ihrer Ex-Band - der einfach nicht ausblieben KANN - haben die mit "Dark Passion Play" die Nase aber doch ein wenig weiter vorn.
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Schöne ehrliche Rezi, gefällt mir.
Persönlich gefällt mir das Album sehr gut, wenn es auch einige Zeit gebraucht hat um sich bei mir einzuschmeicheln. Inzwischen bin ich auch der Meinung, dass es erstens kein Stoff für hintergrundgedudel ist, sondern anspruchsvoller. Es will mit muse genossen werden, am besten abends bei einem guten Glas Rotwein, wenn es draßen Kalt und ungemütlich ist.
Zweitens würde ich das Album nicht als Rock- oder Metalalbum bezeichnen wollen. Es ist wohl eher ein klassicher Filmsoundtrack mit Rockanleihen, wofür auch die teilweise etwas uneingängigen Melodiebögen und Score-Stilmittel wie Geräusche usw. sprechen. So gesehen kann man es eingentlich nicht mit einem klassichen Rock- bzw. Metalalbum vergleichen.
Man könnte quasi sagen, dass man hier einen Soundtrack für einen Pseudofilm hat, wofür ja auch die verschedenen Charaktere sprechen, die Tarja im Booklett verkörpert. Mir gefällts jedenfalls wunderbar, aber mir ist auch klar, dass viele Metalfans damit wohl nicht wirklich was anfangen können.
Joar, Rezension kann man so stehen lassen. Ich hab mir schon gedacht, dass My Winter Storm nicht mehr als 3 Punkte bekommt, keine Ahnung warum =)
Mir persönlich gefällt die CD eigentlich ganz gut. Die Single ist ein verdammter Ohrwurm, ungefähr so wie Amaranth von Nightwish. Sicherlich hat die CD auch schwächere Songs, aber auf wie wenig Alben findet man sie nicht? Aber insgesamt bin ich doch ganz glücklich damit. Ich finde es gut, dass sie nicht plötzlich ganz andere Musik macht als zu Zeiten, wo sie noch Sängerin von Nightwish war. Ihre Stimme passt eben prima zu solcher Musik. Ja, ich bin so einer, der Nightwish vor allem wegen ihrer (ehemaligen) Stimme mag, und darum muss ich dem Eddy eigentlich nur in der Hinsicht widersprechen, dass ich My Winter Storm vor Dark Passion Play einordne.
also das Album von Tarja soll dem neuen Album von Nightwish hinterherhinken ? In welcher Welt lebt ihr denn ? Das neue Nightwish Album ist Müll,die Stimme der neuen Sängerin passt NULL zur Musikrichtung...also sorry,aber ich find das Album von Tarja 100 mal besser als "Dark Passion Play"
gruß
Nightwish entwickelt sich weiter...ja da haste schon recht Skywise...Aber die Richtung,in die sie sich weiterentwickweln,gefällt mir gar nicht.Die Lieder auf "Dark Passion Play" mögen ja recht verschieden sein, aber sie sind bis auf Amaranth alle nicht gut gelungen,meiner Meinung nach. Und wie gesagt,die neue Sängerin passt mit ihrer Stimme einfach ned zu Nightwish.
gruß Lys
Also um zuerst zur Rezension was zu sagen: Diese geht in Ordnung, das Album ist sehr gut, wenn auch der letzte Feinschliff etwas fehlt. Die Klassikeinflüsse sind stärker, der Rock wird zurckgeschraubt, aber auch das geht in Ordnung, schließlich sagt Tarja selbst, dass sie ihre Vision einer Fusion zwischen Rock und Filmmusik verwirklichen wollte. Da stört mich es auch nicht, wenn die ruhigen, balladesken Songs in Überzahl sind.
Lediglich das "Poison"-Cover ist absolut grauenhaft. Das hat das ALbum eigentlich nicht verdient!
So, jetz zum Vergleich: Ich muss leider auch sagen, dass Nightwish die Nase vorn haben. Die neue Sängerin singt zwar jetzt nicht mehr so opernhaft, dafür sind die Stücke durchdachr als je zuvor. "The Poet and the Pendulum" is meine persönliche Bombast-Offenbarung, ein wahrer Epic-Orgasmus. Das ganze Album wirkt wie aus einem Guss, auch wenn hier etwas mäßigere Songs wie "Whoever brings the night" vertreten sind. Tuomas Songwriting bleibt unübertroffen!
Dennoch: Ich mag auch Tarja noch und hoffe, dass sie in ihrem nächsten Album einen (storymäßigen) roten Faden mehr hervorhebt und Nieten wie "Poison" rausschmeisst... dann hat sie gute Chancen auf einen Meilenstein. Mich würde es freuen.
Der Bruch von Nightwish ist für Tarja in musikalischer Hinsicht ein klares Plus (dies gilt auch für Nightwish). Tarja kann sich nun dem widmen was sie am besten kann, nähmlich singen. In Songs wie Boy and the Ghost, oder the Greate Divide, kommt ihr Stimme richtig zur Geltung. Das diese Stimme nicht nur im Studio grandios tönt, konnte ich diesen Monat Live im X-Tra in Zürich erleben.
Da man offensichtlich noch nicht über Tarjas Musik reden kann, ohne einen Vergleich zu Nightwish zu ziehen, möchte ich mich auch hier nicht zurück halten.
Die Musik von Nightwish hat instrumental an Substanz gewonnen, auf gesanglicher Ebene jedoch verloren. Gegen die magersüchtige Stimme der neuen Sängerin, kommt die von Tarja wie ein Vulkanausbruch daher.
Hi um auch mal zu dieser CD Stellung zu nehmen ich mag den jetztigen Weg von Nightwish auch nich. Anett mag eine gute Stimme haben, aber das was es Nightwish früher ausmachte dieser Bombast Sound mit teil epischen Ausmaß und Tarja's Stimme kannst du nicht ersetzen durch jemand wie Anett, das klingt dann wie jede x-beliebige Nachmachband was diesen Musikstil entspricht (siehe Within Temptation) und selbst dann zieh ich solche Bands lieber Nightwish vor. Leider war!! Nightwish eine gute Band, Anett macht sie nicht grad besser. Tarja merkt man an das sie an dem was sie jetzt in (Freiheit) machen kann Spass hat. Leider ist Poison der besagte Griff ins Kl.. dem kann ich mich nur anschliessen. Und ich hab lieber eine Solo Tarja mit starken (alten) Nightwish Anleihen als ein schlechtes Neuzeit Nightwish wie es jetzt grad ist.
Mfg Shox
naja, davon zu sprechen, dass nightwish eine gute band war, find ich doch ein wenig sonderbar, zumal sie nur innerhalb weniger tage mit DPP platinstatus erreicht haben, wozu sie für once doch einige wochen gebraucht haben..DPP steht klar vor my winter storm. wobei gesagt werden muss, dass my winter storm für ein debut album sehr gelungen ist! an DPP gibt es von den kompositionen überhaupt nichts auszusetzen - ich möchte an die instrumental seite des albums verweisen. tuomas hat sich mal wieder selbst übertroffen, das album ist absoluter wahnsinn. man ist mit anette den absolut richtigen weg gegangen. sie macht ihren job ausgezeichnet, anette hat ZUMINDEST so eine stimmbreite wie tarja, wenn nicht sogar weitreichender. sie ist nur total anders. tarja hat doch eine recht kalte und harte stimme, anette eine sehr warme, erzählende und rockige. wieder eine ähnliche stimme zu suchen wär zum scheitern verurteilt gewesen, tarja ist in ihrem genre einzigartig!!
naja, und within temptation als nachmachband zu bezeichnen, find ich schon sehr sonderbar, zumal die bandgründungen ziemlich zeitgleich waren, und WT den europa-durchbruch immerhin 1-2 jahre früher schafften 
also ich find my winter storm echt gelungen...tarja kann ihre stimme entfalten und wird nicht mehr von den instrumenten übertönt, und ja klar mjuss es sich so ähnlich wie nightwish anhören...sie hat ja die markante einzigartige stimme!!!!
was ich von der neuen sängerin von nightwish nicht behaupten kann...wobei ich das neue nightwish nicht schlecht finde hat es dennoch nicht viel mit NIGHTWISH zu tun!
Was nach nunmehr einem guten halben Jahr bemerkbar ist: Nightwish sind nicht mehr in aller Munde. "Die Neue" hat nicht wirklich eingeschlagen, die überwiegende Anzahl der Fans kann wohl mit Anette nicht wirklich viel anfangen. Lob gab es meist nur verhalten, zu stark war die stimmliche Präsenz von Tarja.
Beide waren in einer seltsamen Art und Weise aufeinander angewiesen, so jedenfalls mein Empfinden.
My Winterstorm hat mich genausowenig überzeugt, wie das letzte Album von Nightwish.
Beiden Alben fehlte jeweils das passende "Deckelchen zum Töpfchen".
Tarja kommt ohne die Riffs und die Melodik von Nightwish nicht annähernd auf 100% und umgekehrt genauso.
habs mir heute erst angehört und finde es immer noch sehr ok und besser als das meiste, was nightwish gemacht haben. viele streicherparts, aber zum glück nicht mehr nur obligatorische pseudo-metal-riffs, die bei nightwish immer etwas aufgesetzt und billig wirkten. und die stimme ist wirklich beachtlich.
Du hast es dir heute erst angehört und findest es immer noch sehr ok?
Ich habe es mir im Laufe der letzten Monate einige Male angehört und finde es (immer noch) nicht wirklich berauschend.
Ja, und Nightwish spielen tatsächlich nichts anderes als Pseudogitarrenriffs, aufgesetzt und billig. 

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