Porträt

laut.de-Biographie

Tame Impala

Man darf sich schon fragen, warum ein junger Australier auf die Idee kommt, im Jahr 2010 genauso historisch vor sich hin zu grooven wie Psychedelic-Rock-Bands aus den 60er Jahren: Cream, Hendrix, späte Beatles.

Down Under hat Rock'n'Roll eine lange Tradition, Techno eher nicht. Tatsächlich steht Kevin Parker aus Perth im Westen Australiens ganz einfach auf den Vintage-Sound der Generation seiner Eltern.

Schon mit zwölf Jahren nimmt er simplen Riff-Rock in deren Schlafzimmer auf. Mit 15 ahmt Parker bereits Jimmy Page nach und versucht sich an Progressive Rock. Mit seiner ersten Band, den Dee Dee Dums, bestreitet er erste Konzerte in den Rock-Bars von Perth und nimmt an Bandwettbewerben teil.

Nachdem sie 2007 einen Vorentscheid bei der Wahl zur besten Campus-Band Australiens gewinnen, entledigen sie sich des dämlichen Bandnamens und benennen sich stattdessen nach dem Impala, einer afrikanischen Antilopenart.

Mit neuem Drummer und nunmehr klassischer Bandbesetzung macht sich Mastermind Parker in seinem improvisierten Studio eigenbrötlerisch an die Arbeit. "Er ist ein Kontrollfreak wie Billy Corgan", sagt Drummer Jay Watson.

2008 wird das australische Universal-Sublabel Modular Recordings auf die Band aufmerksam und nimmt sie, wie zuvor bereits Wolfmother oder Cut Copy, unter Vertrag. Mit zwei veröffentlichten EPs im Rücken geht die Band in Australien mit Yeasayer und den wesensverwandten Weirdos MGMT auf Tour und etabliert sich schnell landesweit.

Für ihr Debütalbum "Innerspeaker" bekommen Tame Impala ein ordentliches Budget gestellt. Flaming Lips-Produzent Dave Fridman mischt das Album verwaschen und kantig zugleich ab. Weil sie mit ihrer melodiegeschwängerten, monotonisierenden Psychedelica den Zeitgeist der 60er Jahre authentisch in die Gegenwart transportieren, fahren sie weltweit Lob ein.

Statt einen ausgetretenen Pfad weiterzugehen, befestigen und pflastern Tame Impala den ihren. So erscheint mit "Lonerism" im Oktober 2012
die konsequente Fortsetzung ihres Erstlings mit Stücken, die auf der einen Seite so 60er, auf der anderen Seite eindeutig vom eigenen, progressiven Stil geprägt sind.

Großteile des Albums hat Mastermind Parker im Alleingang geschrieben und aufgenommen - weswegen es Drummer Jay Watson auch als "Kevins Baby" bezeichnet. Von gestern ist auf dem Album, trotz des Retro-Sounds, einmal mehr gar nichts - und auch die Kritiken fallen nicht weniger überschwänglich aus als beim Debüt.

Verstaubt-verkifftes Hippie-Gedudel klingt jedenfalls anders. So geht er weiter, der Siegeszug des Vintage-Rock.

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Alben

Tame Impala - Lonerism: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2012 Lonerism

Kritik von David Hutzel

Psychedelic-Rock fürs 21. Jahrhundert. (0 Kommentare)

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