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Bambule in Hamburg City: "Dem sind seine Nikes wichtiger als politische Inhalte", zickt Goldene Zitrone Ted Gaier gegen Labelmate Jan Delay.
Hamburg (rai) - "Jan Delay bekennt sich offen zu seiner politischen Haltung. In seinen Liedern rügt er die Macht großer Konzerne und moniert deutsche Verklemmtheiten. Er bekundet seine Sympathie zum linksautonomen Schwarzen Block und unterstützte die Proteste zum G8-Gipfel in Heiligendamm."
Diesem Wikipedia-Image des Ex-Beginners mag Ted Gaier, Hamburger Punk-Haudegen, Gitarrist der Goldenen Zitronen und Mitgründer des Plattenlabels Buback nicht recht Glauben schenken. In einem Interview mit der TAZ beklagt er, Herr Eißfeldt kümmere sich mehr um sein modisches Erscheinen als um Politik.
"Ich will Stylekämpfe nicht grundsätzlich von politischen Kämpfen trennen. Aber ich denke, wenn mans ernst meint mit bestimmten Grundsätzlichkeiten, wird die Frage, ob diejenigen, mit denen man für eine Sache eintritt, hässliche Wollpullis und Dreadlocks tragen, nebensächlich. Das finde ich auch problematisch an jemandem wie Jan Delay, für den am Ende des Tages seine Nikes wichtiger sind als politische Inhalte."
Aufruf zu militantem Widerstand
Anlass der launigen Ausführungen Gaiers ist das von ihm mitinitiierte Manifest "Not In Our Name, Marke Hamburg!", das zum Kampf gegen die Gentrifizierung - vereinfacht: die feindliche Übernahme von Künstler- und Szenevierteln wie St. Pauli durch Immobilienspekulanten - aufruft. Auch Jan Delay zählt zu den Unterzeichnern des Manifests.
Doch dieses Koketieren mit politischer Radikalität nimmt ihm Gaier offenbar nicht ab. Dem Punk-Urgestein selbst ist es dagegen bitter ernst, von ironischen Spaßaktionen hält er wenig: "Ich bin dieser clownesken, überaffirmativen Humorschiene ein bisschen überdrüssig geworden", gesteht er im gleichen Gespräch und kommt zum Schluss: "Es ist nicht verkehrt, in militantem Widerstand auch eine Option zu sehen."
"Silbermond sind reaktionär"
Mut zu markigen Positionen beweisen die Goldenen Zitronen immer wieder. Erst kürzlich hatten sie im laut.de-Interview der Band Silbermond Missbrauch rebellischer Symbole im Dienste neobürgerlicher Zweisamkeitslyrik vorgeworfen: Die Gruppe um Sängerin Stefanie Kloß propagiere den Rückzug in "eine Zweierbeziehung und das kleine bürgerliche Private. Dass das die Lösung sein soll, ist reaktionär, anders kann man es nicht sagen."
http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/kultursozialismus-da-haben-wir-gelacht/
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