laut.de-Kritik

Zeitlos gut: Scott Weiland und Co. tun so, als sei nix gewesen.

Review von

Dass Scott Weiland nach seinem Rausschmiss bei Velvet Revolver zu den Stone Temple Pilots zurückkehren würde, war eigentlich so klar wie mancher Fusel, den sich der drogenerprobte Fronter bereits in den Hals leerte. Genauso unbestritten: Aufgrund der Vorliebe des begnadeten Sängers für chemische Substanzen bleibt die Arbeit mit ihm ein Risisko.

Wie dem auch sei, ähnlich der Bemerkung eines laut.de-Users kann man den Vergleich mit Alice In Chains durchaus bemühen. Beide Gruppen waren zu ihren besten Zeiten enorm einflussreich und mussten nach der Reunion erst wieder beweisen, dass sie noch immer in der Lage sind, gute Musik zu fabrizieren.

Und beide ließen und lassen daran keinen Zweifel, vielmehr geben sie einen trockenen Furz auf angesagte Strömungen. "Stone Temple Pilots" klingt wie direkt aus den 70ern importiert, verzichtet aber auf verdrogte Endlosjams, sondern bringt ein Dutzend frischer, lockerer und zwangloser Songs auf den Tisch.

Rotiert die Scheibe bei 25 Grad und Sonnenschein, funktioniert sie besonders gut, denn bereits der Opener "Between The Lines" erweist sich als dermaßen unbeschwerte Rockmusik mit großartigen Vocals, dass es außer einem Cocktail in der Hand und einem Liegestuhl unter dem Hintern kaum mehr braucht. Ein guter Start, aber es kommt noch besser.

Großartige Refrains wie in "Take A Load Off" oder "Peacoat" kann man dann nur wunderschön nennen. Egal, ob sich dazu Hippies in den Armen liegen oder Blümchen pflücken. Genauso relaxt kommen rockigere Tracks wie "Huckleberry Crumble", "Hickory Dichotomy" oder "Hazy Daze" aus den Boxen. Typische Radioballaden finden sind dagegen keine. Tiefer gehende Klänge gibt es stattdessen mit dem hymnischen "Dare If You Dare" oder dem gemütlicheren Abschluss "Maver".

Der Coolness-Faktor des Albums bleibt insgesamt unbestreitbar, auch wenn es Dean DeLeo in Sachen Feeling wohl nicht ganz mit Slash aufnehmen kann. Seine Songs geben dennoch eine mindestens ebenso gute Grundlage für Scotts Stimme ab, wie die Tracks von Velvet Revolver.

Zwar waren die Stone Temple Pilots nicht mal ansatzweise so lange weg vom Fenster wie Alice In Chains, doch transportieren sie ihre Klasse ähnlich zeitlos in die Gegenwart. Wollen wir hoffen, dass Mr. Weiland den kommenden Herausforderungen gewachsen ist.

Trackliste

  1. 1. Between The Lines
  2. 2. Take A Load Off
  3. 3. Huckleberry Crumble
  4. 4. Hickory Dichotomy
  5. 5. Dare If You Dare
  6. 6. Cinnamon
  7. 7. Hazy Daze
  8. 8. Bagman
  9. 9. Peacoat
  10. 10. Fast As I Can
  11. 11. First Kiss On Mars
  12. 12. Maver

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