Porträt

laut.de-Biographie

Stolen Babies

Es waren einmal: ein Mädchen, das oft stolperte und wenig sprach; ein Junge, der zu viel Junkfood aß, aber nie den Mund halten konnte; sein identischer Zwilling, der vorzugsweise auf Dinge einschlug und noch mehr redete. Schließlich stieß ein Pianist mit Schlangenfingern und Baseball-Cap hinzu. Fortan nimmt das Unglück seinen Lauf.

Denn die 12-köpfige Highschool-Performance-Gruppe The Fratellis, die auf der Bühne überdimensionierte Puppen aus Boxen springen ließ, die erst Babys in Fliegen verwandelte und dann an riesige Spinnen verfütterte, löst sich eines Tages in Wohlgefallen auf. Ein Kern von Vieren bleibt. Größeres Unglück, mehr Junkfood ...

Benannt nach einem Skit aus Fratellis-Tagen, beschreiben sich Stolen Babies selbst als Prog-Pop-Cabaret-Thrash-Quirky-Goth-Rock. Ihr Hauptanliegen sei allerdings, ergänzen sie, dass zu ihrer Musik hemmungslos getanzt, gestolpert und hingefallen werden kann.

Tatsächlich gehen Dominique Lenore Persi (Gesang, Akkordeon), Rani Sharone (Bass), Ben Rico (Keyboard) und Gil Sharone (Drums) ungehört als Tim Burton-Hausband durch. Von der Vorliebe für zentimeterdickes Make-up bis zum düsteren Comic-Artwork von Crab Srambly ruft die Visualisierung ihrer Musik sofort die dunkelromantische Goth-Optik Burtonscher Filme ins Bewusstsein.

Während oberflächlich der Anschein harmloser Verspieltheit evoziert wird, geben sich die Songs industrial-kratzbürstig bis metalisch. Die Attribute "unerbittlich" und "avantgardistisch" kaufen Stolen Babies über die Produzentenverpflichtung von Dan Rathbun dazu. Der werkelt hauptberuflich bei den vergleichbar theatralischen Experimentallärmern Sleepytime Gorilla Museum. Pate für die nötige Schlagkraft steht natürlich auch Drummer Sharone - im Nebenjob Akteur bei The Dillinger Escape Plan.

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