laut.de-Kritik

Sting goes Broadway. Applaus!

Review von

Nach einer zehnjährigen Schaffenspause überraschte Sting seine Fans im vergangenen Jahr mit einem musikalischen Ausflug in keltische Welten ("The Last Ship"). Umgeben von Kindheitserinnerungen ließ der Police-Gründer aus dem englischen Wallsend einen Einblick in sein Innerstes zu. Dort rumort nicht mehr viel. Und so hatte das Klangbild des Albums auch nicht mehr viel mit dem ungestümen Fundament seiner Anfangstage zu tun, sondern präsentierte stattdessen eine ausgewogene Ruhe.

Die Massen waren begeistert und schon bald baten diverse "Häfen" um ein Anlegen des letzten Schiffes. Sting entschied sich letztlich für New York; genauer gesagt den Broadway. Dort feierte "The Last Ship" im Oktober 2014 seine Musical-Taufe. Zwei Monate später dürfen sich die Fans nun über den Soundtrack des von Sting (Musik), John Logan (Buch), Brian Yorkey (Buch) und Joe Mantello (Regie) ins Leben gerufene Bühnenprojekts freuen.

Darauf zu hören sind nahezu alle klanglichen Bausteine, die ein modernes Musical auszeichnet: ausgebildete Stimmen von Frauen und Männern, die ihren Job beherrschen, dramaturgische Wendungen, die dem Ganzen ein Hauch von echtem Leben mit auf den Weg geben und instrumentelle Feinkost, die von Schifferklavier-Träumereien bis hin zu auenländischen Lagerfeuer-Klängen so ziemlich alles auffährt, was das Herz eines jeden Raue-Schale-weicher-Kern-Freundes begehrt.

Die auf typisch britische Art und Weise charmant und melancholisch vorgetragenen musikalisch untermalten Geschichten über Familie, Freundschaft, Loyalität und Menschlichkeit, hinterlassen beim Hörer vor allem als Ganzes bleibende Eindrücke.

Pointierte Speerspitzen, die sich wahlweise mit antiken Police-Federn schmücken ("All This Time"), in berührende Balladen-Welten entschwinden ("August Winds", "When We Dance") oder zu ausladenden Pub-Feierlichkeiten laden ("We've Got Now't Else") setzen dem stimmigen Paket noch die Krone auf. Und wenn der Initiator am Ende auch noch zum aufwühlenden Schluss-Gong ausholt ("What Say You, Meg?") will man als Hörer eigentlich nur noch eins: Ab ins Reisebüro und Tickets ordern.

Trackliste

  1. 1. Island Of Souls
  2. 2. All This Time
  3. 3. August Winds
  4. 4. Shipyard
  5. 5. If You Ever See Me Talking To A Sailor
  6. 6. Dead Man's Boots
  7. 7. The Last Ship (Part One)
  8. 8. Sail Away
  9. 9. The Last Ship (Part Two)
  10. 10. What Say You, Meg?
  11. 11. We've Got Now't Else
  12. 12. When We Dance
  13. 13. The Night The Pugilist Learned How To Dance
  14. 14. So To Speak
  15. 15. Show Some Respect
  16. 16. It's Not The Same Moon
  17. 17. Underground River
  18. 18. Ghost Story
  19. 19. The Last Ship (Finale)
  20. 20. What Say You, Meg?

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