- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Wenn man sich mit einem Album in der Hand auf eine einsame Insel begeben möchte, um nichts anderes mehr wahrnehmen zu müssen als den Einfluss der Musik, stehen die Anzeichen gut, dass es sich bei besagtem Opus um etwas Außergewöhnliches handelt. Genau das ist auch bei "Grace or Drowning" der Fall.
Steven Wilson macht es seinen Hörern aber alles andere als leicht, sich den auf zwei CDs verteilten zwölf Songs zu nähern. Dabei bleibt er seinem künstlerischen Motto treu und schert sich recht wenig um die Erwartungen seiner Anhängerschar. Das hat ihm schon in der Vergangenheit bitterböse Kommentare eingetragen von Seiten derjenigen, die zu wissen meinten, wie ein Wilson- oder PT-Album gefälligst zu klingen hätte.
Auf diese Erwartungshaltung setzt Wilson - wieder einmal - einen großen Haufen. Er serviert uns einen Brocken, der sich allem möglichen annährt oder sich daran anlehnt, kaum aber dem, was der gemeine Fanboy sich von einem weiteren Solo-Werk erwartete. Dabei scheint die Weiterentwicklung des Herrn Wilson dennoch logisch, denn neben einer ordentlich angejazzten Schlagseite hagelt es einmal mehr Zitate seiner Heroen von King Crimson. Aus der Lizard-Ära bedient er sich diesmal. Schön verfrickelt, mit exotischen Instrumenten wie Saxophon oder Flöte versehen.
Daneben fährt Wilson einmal mehr einen musikalischen Film auf, in den man sich fallen lassen kann oder in dem man sich verliert. Bei letzterem sollte man sich vorsehen: Neben eingängigen Harmonien hat der Mann auch verstörend-beängstigende Atmo-Streifen am Laufen, die nicht unbedingt jedermanns Sache sein dürften.
Die bedrohliche Stimmung der "Raider Prelude" flirrt nur so vor Geisterstunden-Gänsehaut. Man darf fast froh sein, dass Wilson die Atmosphäre des Stücks nicht zur Gänze auswalzt, so dass alles schreiend davon rennt. So ganz daneben liegt man mit dem Gefühl letztendlich nicht: Die Audio-Blu Ray hält einiges in dieser Richtung parat.
Der prägendste Eindruck, den "Grace For Drowning" hinterlässt: Statt griffiger Songs bleiben eher Stimmungen im Kopf hängen. Beide CDs ergeben eine fulminante Berg- und Talfahrt durch Schönheit wie auch durch Psychosen, denen sich der Hörer ausliefern muss, um Gefallen an der Musik zu finden.
Die Klammer um diesen Irrwitz aus progressiven Tendenzen, bilden zwei Stücke, die den immanenten Wahnsinn des Doppelalbums bändigen: das zurückgelehnte und mit wunderschönen Gesangsharmonien versehene "Like Dust I Have Cleared From My Eyes" sowie der Titeltrack. Das Artwork spricht diesbezüglich Bände. Wilson wird seine Dämonen nicht los. Was aber wieder einmal zutage tritt, ist Wilsons Gespür für Harmonien und Melodien, die - in ruhigen Momenten - zu Tränen rühren und in rhythmisch ausgeprägterer Natur für Adrenalinschübe sorgen.
Noch eindrucksvoller wäre "Grace For Drowning" geraten, wenn Wilson nicht dem Artrock-Gedanken eines Doppelalbums verfallen wäre und sich statt dessen entschlossen hätte, seinen zweiten Solo-Output auf eine einzige CD zu pressen. Einen musikalischen Bruch hätte dies bei der vorhandenen Stilvielfalt ohnehin nicht bedeutet.
Dann muss man im Koffer für die einsame Insel eben ein klein wenig mehr Platz freischaufeln. Langweilig wird es mit den beiden Scheiben ohnehin nicht. Kann man auch Alben heiraten in Dänemark?
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
![]() |
Steven Wilson - Grace for Drowning | Infos (Lieferzeit/Service) | €9,99 | €3,95 | €13,94 |
![]() |
Steven Wilson - Grace for Drowning (Limited Edition) | Infos (Lieferzeit/Service) | €17,99 | €3,95 | €21,94 |
![]() |
Steven Wilson - Grace for Drowning (Limited Edition) [Vinyl LP] [Vinyl LP] | Infos (Lieferzeit/Service) | €28,99 | €0,00 | €28,99 |
Ein spannendes Album eines brillanten Musikers
Meine Review zu "Grace For Drowning": http://klangkino.blogspot.com/2011/09/musik-review-zu-steven-wilson-grace-for.html
Grandioses Album!
Raider II finde ich übrigens genial.
Ist sicherlich eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber wo hat das Lied denn bitteschön Längen?
Wer es noch nicht gemacht hat, sollte sich übrigens unbedingt den 5.1 Mix anhören.
Einfach abgefahren, was da alles an Details zu Tage tritt!
Auf jeden Fall ein Grower. Nach dem ersten Durchhören war ich fast enttäuscht. Aber seitdem gehts mit jedem Durchlauf aufwärts. "Postcard" ist einfach wunderschön!
mich wundert's immer wieder was der mann einen riesen output hat (solo, produzent, mit pt..) an qualität und qualität
der mann lebt musik 24/7
track one, spätestens zur minute 1.00: bewusstseinsexplosion.
Episch und zutiefst bewegend kann ich nur sagen! Weniger Experiment als bei Insurgentes, führt der Weg dieses erneuten Meilensteins zurück zu den Wurzeln Wilsons. Klangtechnisch kann man wie immer blind kaufen und sich einfach von dieser Welt ausklinken. Ich freu mich übernächste Woche auf nen schönen Abend mit meinem Meister live...CU Steven
Hm, irgendwie komisch.
Porcupine Tree ist glaube ich die einzige Band, mit der ich aus diesem Genre nichts anfangen kann. Auf "In Absentia" sind einige gute Songs drauf, aber auf Albumlänge sind die für mich unerträglich langweilig ("Anesthetize" z.Bsp.).
Hab nun auch bei Wilsons Solo-Sachen reingehört, aber mir gibt das ebenfalss gar nix. Alles plätschert einfach nur so vor sich hin, ständig diese langgezogenen, verhallten Echos/Chöre/Mellotrons. Und ich hab nix gegen weinerliche Stimmen (ich mag Damien Rice, Radiohead, Muse...) aber sobald Wilson anfängt zu raunzen, stellen sich bei mir die Zehennägel auf.
Am schlimmsten find ich's, wenn er versucht sich an den Progressive Rock/Metal anzubiedern
Ich kann gar nicht glauben, dass der Opeth's Damnation (und auch Blackwater Park?) produziert hat.
Wenn man sich zum Beispiel Tool's "Wings For Mary" oder Opeth's "Windowpane" oder meinetwegen Radiohead's "Pyramid Song" anhört, dann sind das auch sehr langsame, repetitive, hypnotische Stücke. Aber die ziehen einen irgendwie sofort in ihren Bann und man hat Lust, weiter zu hören.
Bei Wilson muss ich mich jedes Mal zwingen, überhaupt hinzuhören und nicht ständig die Skip-Taste zu drücken.
Ach ich weiß nicht. Ich würd's ja gerne mögen, aber ich schaff's einfach nicht.
Der hat nicht nur die Blackwater Park produziert, er hat sogar auf ihr gesungen...
Einer der brilliantesten zur Zeit lebenden Musiker. Leicht macht ers seinen Hörern tatsächlich nicht. In Zeiten, in denen viele am liebsten von Höhepunkt zu Höhepunkt gepusht werden, setzt er auf brilliante Atmosphären, zarte Kompositionen und mächtigen Wumms in den richtigen Momenten. Jedes seiner Werke verlangt vom Hörer ein wenig Geduld, viel Aufmerksamkeit und ein Abschütteln seiner vereinfachten Hörkonventionen, und sei es nur in Sachen Instrumentierung oder Aufbau. Mit jedem Durchlauf versteht man allerdings mehr und kann sich danach kaum mehr vorstellen, die Stücke jemals nicht gekannt zu haben.
Tolle Arbeit!
Irgendwie hab ich das gefühl ich werde mit diesem album nichts anfangen können. genauso wenig wie mit "The Fragile" von NIN, von dem auch irgendwie jeder meint, es sei ein ganz tolles album. Nur für mich klingt es wie scheiße.
Na ja mal schauen wies wird
Bevor ihr euch eine Meinung zu dem Album bildet, solltet ihr es mindestens 5 mal durchgehört haben. Es braucht wirklich seine Zeit, bis man sich darin zurechtfindet.
Man muss sich in dem album nicht zurechtfinden, denn so komplex wie viele es offenbar haben möchten ist es meiner meinung nach gar nicht. Auch brauche ich das album nicht 5 mal durchhören, weil es für mich einfach kaum interessante aspekte bietet. Das album ist für mich im Grunde wie jedes PT album. 2 bis 3 lieder finde ich gut und der rest klingt irgendwie öde. Klar, es ist gut produziert(die produktion ist eigentlich das interessanteste am ganzen album) und zwischendurch gibts auch mal ne nette idee. Das problem ist aber, dass alles nur so vor sich hinplätschert. Wer Postrock mag, wird vermutlich auch diese scheibe mögen. Als Soundtrack würden sich die lieder bestimmt auch gut machen, bloß als normale musik ist es auf dauer furchtbar langweilig für mich.
Wenn Wilson irgendwann mal jemand anderem das Mikro überlässt, werde ich ihn und PT wahrscheinlich lieben. Bis dahin verdirbt mir sein Genöhle alles. "In Absentia" ist leider das einzige Album in meinem Regal. Ich würde dies zu gern ändern.
Das Wichtigste bei einem PT- oder SW-Album ist die Komposition. Man kann seine Werke nicht mit einer konventionellen Hernagehensweise begreifen. Hier ist es nicht die Stimme, welche sich in dern Vordergrund drängt, oder daß brav alle 4 Minuten ein brachial fetzender Part einsetzt. Es geht immer um das komplette Paket, jedes Instrument agiert hier vollkommen gleichberechtigt. Es ist auch nicht direkt komplex, aber es kommt dem Hörer nur ein Stück weit entgegen. Aktiv zuhören ist hier die Devise!
Ist man nicht in der Lage, die Musik als Ganzes und gleichzeitig in den Arrangements zu würdigen, kann man Steven Wilson auch nicht verstehen. Vielleicht muss man auch Musiker sein, um den wirklich idealsten Zugang zu bekommen. Aber garantiert: Wer Pocupine Tree einmal live gesehen hat, kann gar nicht anders, als zu verstehen.
Musikalisch ist das alles über jeden Zweifel erhaben. Ich spiele selbst Schlagzeug und mit Gavin Harrison haben die auch einen phantastischen Drummer in der Band. Mir fehlt es aber ab und an an Emotion, wenn die Musik etwas Fahrt aufnimmt, etwas aggressiver wird fehlt mir einfach die gesangliche Unterstützung. Wilson braucht ja nicht zu brüllen als hätte man ihn in Brand gesteckt, aber der Gesang ist so gleichförmig, das nervt mich tierisch. Vielleicht brauche ich noch zehn Jahre... Eigentlich bin ich komplett die Zielgruppe dieser Musik, aber es funkt einfach nicht.
Musikalisch ist das alles über jeden Zweifel erhaben. Ich spiele selbst Schlagzeug und mit Gavin Harrison haben die auch einen phantastischen Drummer in der Band. Mir fehlt es aber ab und an an Emotion, wenn die Musik etwas Fahrt aufnimmt, etwas aggressiver wird fehlt mir einfach die gesangliche Unterstützung. Wilson braucht ja nicht zu brüllen als hätte man ihn in Brand gesteckt, aber der Gesang ist so gleichförmig, das nervt mich tierisch. Vielleicht brauche ich noch zehn Jahre... Eigentlich bin ich komplett die Zielgruppe dieser Musik, aber es funkt einfach nicht.
Ja, das kann man schon sogar "poppig" nennen, wenn man so möchte. Ich höre oft aber eher Pink Floyd heraus, auch wenn der Vergleich seinen Werken nicht ganz gerecht wird. Es ist aber im Grunde sehr ähnlich zu den mittleren PF-Werken: Gefühlvolle und melancholische Kompositionen mit treibenden Progressive-Einflüssen.
Wilson hat eben kein Organ, das sehr aggressiv klingen kann. Hat er sich auch schon drüber beklagt. Andererseits wird seine Stimme für ihre hohe Range und direkte Ausdrucksstärke geschätzt. Selbstverständlich muss man schon ein wenig Folk- oder Pop-affin sein, um den Klang schätzen zu können.
Erstaunlich, dass die Platte für 9,99 bei Müller verkauft wurde, Doppel-CD wohlgemerkt, die neue Björk, deren Aufmachung nicht unbedingt hochwertiger ist dafür für 17,99.
Mir hat es vor allem die zweite CD angetan, die in gewisser Art und Weise sehr spacig ist und vor allem das jazzlastige Raider II lässt mein King Crimson Herz höher schlagen. Mir fehlt nur ein bisschen die nötige Verrückheit, das Ganze ist trotz aller Progressivität etwas zu glatt, teilweise vom Songschema her zu gewöhnlich, was aber immerhin den Einstieg in das Album wesentlich erleichtert. Nach drei bisherigen Durchläufen mag ich jedoch noch nicht endgültig über das Album urteilen, da ergibt sich sicher noch viel mehr beim weiteren Hören.
Auf jeden Fall vorgemerkt für Album 2011. Wem es nicht gefällt - o-k. man kann sich streiten, ob man sich hier drüber auslassen muss.
Klar ist, dieses Album h a t Substanz und zwar reichlich.
Man muss es wirklich mehrmals hören - wobei es schon beim ersten Mal gut ist, aber es wird in jedem Fall immer besser.
Nun - ich sage auch allen Weinfreunden: Wenn ihr mit Chateau Margaux anfangt, bringt das rein gar nix.
Wie auch immer, viel Musik fürs Geld!
Nun ist das zweite Solo Werk von Mr. Wilson schon wieder Vergangenheit und wie schon andere vorgemerkt haben, sollte man sich seine Werke mehrmals anhören! Er macht es seinen Hörern auch nicht einfach, selten bleibt ein Song hängen. Das Wow Gefühl kommt nicht mit einen Schlag, es wird einen Häppchen Weise serviert! Ich habe immer das Gefühl das er es als Blasphemie empfindet wenn man Vergleiche mit seinen andreren Projekten macht, nun der Mensch neigt dazu Vergleiche hinzu zu ziehen. Ja, er brauch nicht ein gegen Stück wie Pink Floyd , wo der Water sein Gilmour hat, das schafft er ganz alleine seine Fans in zwei Lager zu spalten! Und Grace For Drowning macht es da auch nicht einfacher!
Lieber Alexander Cordas, deine Beschreibung mit der einsamen Insel, macht mir Angst, nicht böse sein. Was mir an diesen Werk fehlt, das Mr. Wilson einen es nicht einfach macht ihn auf seine Reise zu begleiten! Auch nach 6 Monaten kommt es mir vor, dass man sich nicht bewegt hat und der bedrückende Eindruck nicht weicht, was man auf einer einsamen Insel nicht braucht. Ja, kommt auch nicht gut wenn man es übersetzt: Gnade Für das Ertrinken! Aber Spaß bei Seite, vermischt man Grace For Drowning mit dem Vorgänger Insurgentes, wird man feststellen dass diese beiden Alben sich nicht viel unterscheiden! Was mich aber irrtet, das GFD die Elemente anders an geordnet sind. Was einen auf Insurgentes mit gerissen hat ist in den Hintergrund gesetzt worden. Was einen zu Innehalten zwingt und dem zu lauschen was man sonst nicht hört. Unterm Strich schafft Mr. Wilson es immer wieder einen zu faszinieren, ob Positiv oder Negativ. Grace For Drowning ist nicht sein bestes Werk, aber es zeigt auch eine Seite, dass seine Art von Musik nicht einseitig ist, die gesamte Palette von Einflüssen die er nutzt kommt hier in den Vordergrund! Wenn man dieses Album mit auf eine einsame Insel mit nimmt, sollte sich im Klaren seinen, dass man nicht wieder so nach Hause kommt wie man sich kannte!
Format
Homepage: