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Mit "Grace For Drowning" begab sich Steven Wilson erwartungsgemäß auf Tour. Zweimal zog es ihn durch die Welt. Ein erstes Dokument seines Soloausfluges 2011 erschien als "Catalog / Preserve / Amass" über Mailorder in einer 3.000er-Auflage. Jetzt kommt die breite Masse dran.
"Get All You Deserve" wurde in Mexiko mitgeschnitten. Zur Stadt und den Menschen hegt Wilson ein recht inniges Verhältnis. Kein Wunder, diente der Moloch schon zu "Insurgentes"-Zeiten als Inspirationsquelle. Die Vorgaben für den Mexiko-Gig sind geradezu ideal. Wilson besitzt - trotz lediglich zweier Alben - einen Solo-Backkatalog der Extraklasse.
Die Zusammenstellung seiner Begleitband bleibt über jeden musikalischen Zweifel erhaben. Neben dem bulgarischen Sessionmusiker Niko Tsonev und dem Saxophonisten Theo Travis sind dies vor allem Ex-Kajagoogoo-Basser Nick Beggs, Fusion-Pianist Adam Holzman und das deutsche Schlagzeug-Ungetüm Marco Minnemann. Die letztgenannten drei bilden die tragenden Säulen des Sounds, auf dem sich Wilson austobt.
Dabei verbinden sich die beiden Alben zu einem wunderbar homogenen Ganzen, das trotz der breiten stilistischen Vielfalt wie aus einem Guss klingt. So mutiert das Material von "Grace For Drowning" zu einer konsequenten "Insurgentes"-Fortsetzung, das in Mexiko seine cineastische Umsetzung erfuhr.
Wie ernst das Publikum Wilson nahm, wird allerspätestens bei Track "Raider II" offenbar. Der Musiker bedankt sich für den schönen Abend und kündigt den Song an mit der Bitte, zu Beginn leise zu sein. Mit fast schon beängstigendem Gehorsam kommt das Auditorium dieser Aufforderung nach. Kein Pieps erklingt während der instrumentellen Pausen zu Beginn und auch nach 14 Minuten, wenn es abermals ruhiger zugeht, stört kein rülpsender Selbstdarsteller.
Nach diesem Longtrack beschließt "Get All You Deserve" die gleichnamige Disc und lässt keinerlei Wünsche offen. Sowohl der Sound als auch die von Lasse Hoile in Szene gesetzten Bilder sind ein Augen- und Ohrenschmaus. Einen Wilson-Overkill sieht man hier nicht. Er lässt seinen famosen Mitstreitern ausreichend Raum und Zeit, um ebenfalls zu glänzen. Das nutzt vor allem Beggs mit einer Wahnsinnsvorstellung am Bass/Chapman Stick und einer ganz famosen Background-Stimme. Das herzzerreißende "Deform To Form A Star" profitiert davon am meisten.
Das optische Gimmick mit dem halbstransparenten Vorhang vor der Bühne fügt sich stimmig in das Gesamtkonzept aus Licht, Bild und Ton. Selbst das elend lange Intro, bei dem fast eine Stunde lang Drone-Sounds vom Band ertönten, ist zu Beginn noch zu sehen. Hoile fängt eine Gruselstimmung à la "The Ring" ein, die einem die Haare zu Berge stehen lässt, wenn die Person vom Strand plötzlich dem Zuschauer ins Gesicht blickt.
Wer die beiden Solooutputs goutieren konnte, bekommt hier das Sahnehäubchen präsentiert, das kaum leckerer schmecken könnte. Und als wäre das noch nicht genug, hat der Mann schon wieder einen Pfeil im Köcher. Das dritte Soloalbum kommt im nächsten Frühjahr und die Tour dazu ist ebenfalls schon gebucht.
Auf der Platte wird auch der Song "Luminol" vertreten sein, der ebenfalls auf der Disc zu hören ist. Wenn dereinst der Sensenmann bei ihm vorbeischauen sollte, dürfte Wilson ihn wohl wieder weg schicken, denn zum Sterben hat er einfach keine Zeit.
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Get all you deserve (DVD) | €9,99 | €2,95 | €12,94 |
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Ich frage mich sehr, warum die DVD nur vier Sterne bekommt. Zum einen hätte sie den fünften mehr als verdient, zum anderen liest sich auch die Kritik so.
Wie dem auch sei: Ein Meisterwerk! Ich bin so gespannt auf die neue Platte!! 
Und jedes Mal versuch ich's wieder. Und jedes Mal frage ich mich auf's Neue, was die Leute an Wilson finden, um jeden seiner Outputs gleich als Meisterwerk zu bezeichnen.
Hab mir jetzt mal die ersten paar Minuten von "Luminol" auf Youtube angehört und für mich klingt das nur mehr nach belanglosem Gedudel. Wenn sowas schon sein muss, dann doch lieber Dream Theater, da stimmt wenigstens auch die Technik.
Der Wilson soll mal lieber wieder das nächste Opeth Album produzieren mischen, das kann er unbestritten!
Ich würde, wie fast immer bei Wilson glatte 5/5 geben.
Mir ist sein Solomaterial und auch dieses Konzert zwar manchmal etwas zu frickelig aber insgesamt ist das Songwriting wie immer genial und der Sound der Dvd ist Wahnsinn.
Und live ist der Sound einfach nur noch unfassbar !
Gut, dass nächstes Jahr eine Tour zum nächsten Album ansteht.
Ich durfte Steven live genießen und wenn jemand den Sound auf einem Tonträger überwältigend rüberbringen kann dann Er! Bild ist natürlich auch nicht zu verachten, schließlich kommt hier die Inspiration nur von den prominentesten Quellen. Ansonsten freu ich mich natürlich auch schon wie nen Auto auf neues PT-Material...bis dahin ist das hier sehr gutes Futter. Ach und Alex rück den 5ten Stern raus, schließlich gibs jetz auch keinen Ficki-Ficki Schnittorgien mehr... 
solo, naja, durchwachsen, mit/als PT besser, hoffe da kommt bald wieder was
mich dünkt, dass das nächste PT-Album noch lange auf sich warten lässt. der hat blut geleckt mit seinem solodings. und der vergleich DT - Wilson ist in der tat ein äpfel und birnen-vergleich. bin nur froh, dass minnemann nicht bei dt eingestiegen ist. dann hätte der nicht auf dieser dvd gespielt.
Ja, das nächste Studioalbum wird sicher noch eine Weile auf sich warten lassen. Aber am 23.11. erscheint immerhin mit "Octane Twisted" neues Live-Material.
Minnemanns Hi-Hat Spielereien am Anfang von ''No Part Of Me'' machen das Lied live sogar noch deutlich großartiger als es sowieso schon ist.
Jeder Output ein "Meisterwerk" hat natürlich ein wenig Fanboy-Charakter, aber dieser Steven W. ist unbestreitbar ein gleichermaßen anspruchsvoller Techniker wie auch leidenschaftlicher Musiker. Und kann definitiv auch "songdienlich".
PT-Platten wie "Signify" oder "In Absentia" (ja, letztere nennt jeder... Meilenstein?) erzeugen ganz andere Gefühle als das oftmals blanke auf die eigene Technik abspritzen des Gespanns Portnoy/Petrucci.
Wer bspw. deren Gewichse mal bei Liquid Tension Experiment erlebt hat, den widern danach die pseudo-dramatischen DT-Eskapismen umso mehr an - da geh ich den längeren Weg schon lieber mit Steven (obwohl beim LTE Tony Levin am Bass natürlich nur ausgeklappte Kinnläden hinterlässt...)
Dennoch hatten auch DT ihre reizvollen Phasen - um mal zu hören "was mit Übung möglich wäre". Bleiben wir bei Äppel und Birnen.
Ein ziemlich mieser Film. 'Mies' im Hinblick auf die meisten denkbaren Bedeutungen dieses Wortes.
Hrn. Minnemanns Arbeiten kenn ich zum Teil, der war später bei Freaky Fukin Weirdoz (German Crossover before it was cool!) und noch später solo, ja - ein Tier, eben.
Und der drummt hier für Wilson? Schade, dass die DVD außerhalb des aktuellen Planbudgets liegt.
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