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"Turn Piracy Into Profit" verspricht die auf Urheberrecht und Abmahnungen spezialisierte Firma DigiProtect. Die wegen eines Splash!-Mixtapes abgemahnten Blog-Betreiber ließen sich aber nicht einschüchtern.
Berlin/Trier (joga) - Gut drei Wochen nach der Abmahnwelle gegen Blogs wegen Links auf ein Splash!-Mixtape haben mehrere Blogbetreiber Bilanz gezogen. Man habe zwar nur eine abgeänderte Unterlassungserklärung unterschrieben und wolle auch nicht mehr als 100 Euro Abmahngebühren akzeptieren. Aber "die Anwälte rieten fast jedem von uns zu zahlen", schreibt der Betreiber von mixtapesammelstelle.
Manche Seiten wie etwa JD's Rap Blog haben nach der Abmahnung ihren Betrieb eingestellt. Diejenigen Blogbetreiber, die weitermachen, ziehen alle ähnliche Lehren aus der Geschichte: sie wollen künftig einen großen Bogen um die Musik von Majorlabels machen.
Immerhin ließen die meisten Blogs sich nicht einschüchtern, sondern taten sich zusammen und suchten Rechtsberatung. So ließen sich in den meisten Fällen die Gebühren auf einen Betrag reduzieren, der den wirtschaftlichen Nutzen von Abmahnungen zunichte macht.
Turn Piracy Into Profit!
Denn die selbsternannten Hüter des (Urheber-)Rechts verfolgen keineswegs hehre, sondern ausschließlich kommerzielle Interessen. "Turn Piracy Into Profit" verspricht Moses Pelhams Firma DigiProtect: So verdient man an Piraten. Der Auftraggeber bekomme eine "transparente Abrechnung" und trage keinerlei Kostenrisiko, heißt es in einer Broschüre der Firma, deren Geschäftsmodell ganz und gar auf illegalem Filesharing beruht.
Die Kollegen von gulli.com berichten von einer Power Point Präsentation von DigiProtect, die genau vorrechne, wie lukrativ das Abmahngeschäft tatsächlich sei. Weil jeder vierte Abgemahnte sofort und ohne Widerspruch zahle, lasse sich mit Abmahnung mittlerweile deutlich leichter Geld machen als mit dem Verkauf von Musik.
Jeder Vierte zahlt sofort
Das nährt dann tatsächlich den Verdacht, dass Rechteinhaber selber ihre Inhalte bei Tauschbörsen hochladen könnten, um möglichst viel Profit aus ihnen zu schlagen. Tatsächlich soll DigiProtect bereits im vergangenen Jahr einen Vertrag mit der Porno-Firma Evil Angel abgeschlossen haben, der Pelhams Firma autorisiert, die Filme - angeblich zu Promozwecken - bei KazAa oder BitTorrent hochzuladen.
Zugleich sei DigiProtect aber bevollmächtigt, Downloader der Filme zu identifizieren, bzw. deren IP-Nummern an eine britische Anwaltskanzlei weiter zu leiten, die die angebliche Rechteverletzung dann abmahne. Der Blog der britischen Piratenpartei bezeichnet diesen Zusammenschluss von Rechte-Inhaber, technischem Dienstleister und Rechtsverdrehern als eine "Kriminelle Vereinigung mit betrügerischen Absichten".
Bloß nicht einschüchtern lassen!
Man kann es also nicht oft genug sagen: Wer eine Abmahnung erhält, sollte sich nicht einschüchtern lassen und keinesfalls sofort bezahlen, sondern sich bei einschlägigen Seiten wie abmahnwahn-dreipage.de genau informieren und am besten von einem Anwalt beraten lassen.
http://www.gulli.com/news/digi-rights-solutions-2009-10-09/
http://cabalamat.wordpress.com/2008/11/20/davenport-lyons-digiprotect-and-evil-angel-criminal-scammers/

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