Porträt

laut.de-Biographie

Sondre Lerche

"Ich kann gar nicht vermitteln, wie toll die Musikszene hier ist. Ich bin begeistert von der Musik, die in Bergen entsteht. Sie ist kreativ und inspirierend. Was soll ich in New York aufnehmen, wenn ich schon alles zuhause habe?", erzählt Sondre Lerche über seine Heimatstadt und die Arbeit zu seinem zweiten Album "Two Way Monologue". New York und Bergen im gleichen Satz zu finden, dürfte Seltenheitswert haben; das Gleiche gilt für Lerches Musik, die viele Einflüsse zu einem neuen Ganzen zusammensetzt.

1982 in der norwegischen Universitätsstadt geboren, begeistert er sich schon als Kind für Musik. Mit dreizehn schreibt er sein erstes Lied, mit vierzehn steht er zum ersten Mal auf der Bühne eines Klubs, in dem seine Schwester arbeitet. Zwar ist der Auftritt nach eigenen Angaben alles andere als mitreißend, aber es gelingt ihm, den lokalen Produzenten H.P. Gundersen auf sich aufmerksam zu machen. "Er gab mir einen guten Rat. Er lehrte mich, erst die Akkorde zu finden, dann Melodie und Harmonien heraus zu arbeiten und schließlich einen Text dazu zu schreiben, der in eine andere Richtung als die der musikalischen Atmosphäre geht", erinnert sich Lerche.

Gundersen erweitert auch den musikalischen Horizonts des Teenagers, der sich für A-ha begeistert. Zu seinen größten Einflüssen zählt er wenige Jahre später Burt Bacharach, Jeff Buckley, High Llamas, Elvis Costello, Steely Dan, Beck, Cole Porter und die Beach Boys. Neben der Schule schreibt er eifrig Lieder und nimmt sie in Gudersens Studio auf. Die Ergebnisse sind die EPs "You Know So Well" (2000) und " No One's Gonna Come" (2001) sowie sein Debütalbum "Faces Down", das ein Jahr nach Fertigstellung 2001 erscheint, um nicht dem Abitur in die Quere zu kommen.

Die Mischung aus "reichen Harmonien, swingenden Texten und panoramahaften Arrangements", wie Lerche seine Musik beschreibt, beschert ihm auf Anhieb Erfolg. Gute Verkaufszahlen in Norwegen führen zur Veröffentlichung in weiteren Ländern Europas und den USA. 2002 gewinnt er die wichtigste Musikauszeichnung seines Landes, den Spellemannprisen als bester neuer Künstler, im selben Jahr zählt Rolling Stone "Faces Down" zu die besten 50 Platten des Jahres.

Einen Namen macht er sich auch mit seiner Tourtätigkeit, die er sowohl solo als mit seiner Begleitband The Faces Down absolviert. Eigentlich "mag ich Konzerte nur selten. Vor allem Rock-artige Shows, wo man zwischen, auf oder unter Leuten eingezwängt ist, bis die Augen vor lauter Rauch rot anlaufen. Ich denke, dass Konzerte sowieso viel zu lang sind. Bis auf meine, natürlich", erzählt er mit einem Augenzwinkern.

Immerhin spielt er in Norwegen im Vorprogramm von A-ha und in Kanada von seinem großen Vorbild Elvis Costello. Dazu absolviert er solo vier Kurztouren in den USA, u.a. als Opener für Nada Surf und Liz Phair. 2003 begibt er sich wieder ins Studio, um seinen Zweitling "Two Way Monologue" aufzunehmen. Neben Produzent Gundersen und seiner Begleitband greifen ihm diesmal auch Sean O'Hagan und Marcus Holdaway von den High Llamas unter die Arme.

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