laut.de-Kritik

Das Licht am Ende des Tunnels.

Review von

Seit im Jahr 2005 Sänger Mani Obeya zu Wolfgang Frisch, Markus Kienzl, Michael Holzgruber und Wolfgang Schlögl hinzugestoßen ist, operieren die Wiener auf einem neuen Level. "Superluminal" schließt nun nahtlos an das Vorgänger-Album "Blindside" an. Langsam kriechende Beats, düster anmutende Klänge und die verschwörerische Stimme des Sängers verschmelzen in einer Hymne an den Herbst: "Out, Damn Light".

Erneut brechen die Österreicher elektronisch hervorgerufene Klang- und Rhythmuselemente mithilfe von Gitarre, Bass und Schlagzeug auf. "Superluminal" verfolgt diesen zuletzt eingeschlagenen Weg mit großem Eifer. Die im Albumtitel angekündigte neue Thematik verspricht einen Weg aus der klanglich düsteren Tiefe bisheriger Soundexpeditionen. "Valid Without Photo" beispielsweise gibt sich sanften Ambientklängen à la Radiohead hin.

Während "Word In A Matchbox" und "Edgelands" noch in bekannten Bahnen surren, fällt in "Broken Together" immer mehr Licht am Ende des Tunnels. Kräftige Dubstep-Elemente paaren sich mit langsam herabrieselnden Synthies zu einer passenden Untermalung von Mani Obeyas Stimme. Um einen weiteren Schritt spannender wird es in "In Vain". Jonny Sass, ein junger Wiener mit amerikanischen Wurzeln, agiert hier als harmonischer Kontrast zu den tiefen Basslagen. Zusammen mit Obeya schafft er in "Begin (The Shadow Line)" einen interessanten Stimm- und Stilmix, der die Hell-Dunkel-Thematik des ganzen Albums unterstreicht.

"Bound" ist ungeahnt melodisch und ohne den wohlgeformten souligen Einfluss Obeyas löst sich die Grundstimmung aus bekannten Mustern. "Can we rearrange and have a change?" erklingt es mehrstimmig passend zu abgehackten Gitarrenriffs.

Zwar klingt "Superluminal" trotz erhellenden Worten ein wenig psychedelischer als erwartet, doch das in verschiedenen Klangfarben erscheinende Soundgewand steht den tief im Trip Hop Verwurzelten unerhört gut. Für die Sofa Surfers gehört es fast schon zum guten Ton, immer neue Seiten an sich zu entdecken. Zum Glück bleibt der gewohnt analoge Charme dabei aber immer als festes Standbein erhalten, der einen unweigerlich in den Bann ihrer poetischen Songs zieht.

Trackliste

  1. 1. Out, Damn Light
  2. 2. Valid Withour Photo
  3. 3. Word In A Matchbox
  4. 4. Edgelands
  5. 5. Broken Together
  6. 6. In Vain
  7. 7. Begin (The Shadow Line)
  8. 8. Bound
  9. 9. Superluminal
  10. 10. Glitches, Chrashes & Ashes

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