Porträt

laut.de-Biographie

Sleater Kinney

"You're No Rock'n'Roll Fun" singen Sleater Kinney auf ihrem 2000er Album "All Hands On The Bad One". Wen auch immer sie damit meinen, sich selbst brauchen Sleater Kinney diesen Vorwurf beim besten Willen nicht machen. Die Rock-Ladies und Ikonen der Riot-Grrl-Bewegung machen Spaß und haben eine eigene Meinung. Von ihnen können sich ihre Nachfolgerinnen mehr als nur ein Scheibchen abschneiden.

Im Jahr 1992 trifft Gitarristin Carrie Brownstein auf dem College in Olympia, Washington ihre Kommilitonin Corin Tucker. Corin spielt damals im Mädchen-Duo Heavens To Betsy Gitarre und engagiert sich in der feministischen Szene. Sie fixt die klassische Pianistin Carrie mit ihren Idealen und Bands wie Bikini Kill an, sich mal an der Gitarre zu probieren. Brownstein gründet ein Jahr nach dem ersten Treffen der beiden ihre eigene Band Excuse 17. Gleichzeitig startenen beide Girls zusammen das Side-Projekt Sleater-Kinney, das sie nach einer Autobahnausfahrt zu ihrem damaligen Proberaum nennen.

Mit der Drummerin Lora Macfarlane aus Australien ergänzen sie sich 1994 zu einem Trio und beginnen zwischen Pop, Rock und Punk ohne Bass umherzuschrammeln. Über das Chainsaw-Label der Bassistin von Team Dresch (einer Lesben-Punk Band) veröffentlichen Sleater Kinney 1995 ihr erstes, selbstbetiteltes Album. Mit ihren provokativen Texten (natürlich so pro-feminin wie möglich) und den in der Gitarren-Härte versteckten Melodien, mausern sich Tucker & Co. bald zu einem der angesagtesten Riot-Grrl-Acts der Stunde.

Mit dem Nachfolger "Call The Doctor" erhaschen sie etwas mehr Aufmerksamkeit und Sleater Kinney ernten eine geballte Ladung Medien-Interesse. Schnell werden sie zu der Mädchen-Sensation schlechthin aufgebauscht und als das nächste große Ding gehandelt. Da verlässt Lora jedoch die Band und wird durch Janet Weiss ersetzt.

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Bevor Sleater Kinney ihren endgültigen Durchbruch mit "Dig Me Out" haben wechseln sie auf Kill Rock Stars, dem Label, das zur damaligen Zeit wie kein anderes die Riot-Grrl-Szene verkörpert. Die ersten bösen Stimmen werden laut, dass Sleater Kinney vermehrt auf ihren Pop-Appeal setzen und das provokante in ihren Texten zurückschrauben. Mit einem immer größer werdenden Erfolg im Gepäck kann das der Band aber relativ egal sein.

Nach "The Hot Rock" und "All Hands On The Bad One" legt die Band eine Pause ein. Janet kümmert sich wieder vermehrt um Quasi, Corrie spielt mit ihrem Nebenprojekt The Spells und Corin bringt einen Sohn auf die Welt. 2002 kehren Sleater Kinney mit gewohnt poppig-rockenden und Ohrwürmern bewaffneten "One Beat" zurück.

Ganze drei Jahre dauert es dann, ehe die Damen mit "The Woods" um die Ecke kommen. Nach wie vor scheinen Sleater Kinney unfähig zu sein, schlechtes Material zu veröffentlichen. Im Anschluss an den Release spielen sie im Vorprogramm von Pearl Jam auf deren Kanada-Tour im September 2005.

Sleater-Kinney - No Cities To Love
Sleater-Kinney No Cities To Love
Triumphale Rückkehr nach einer Pause, die länger war als die Karriere anderer Bands.
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2006 ist die Band für diverse Festivals angesagt und spielt - unter anderem - auf dem Big Day Out sowie dem Lollapalooza. Im Juni 2006 macht dann aber die traurige Nachricht die Runde, dass diese Konzerte wohl die letzten sein werden, die Sleater Kinney spielen, denn sie geben in einer Pressemitteilung bekannt, dass sie eine unbefristete Auszeit nehmen.

Zwischenzeitlich spielen Carrie Brownstein und Janet Weiss bei Wild Flag, bis 2011 sitzt Weiss außerdem bei Stephen Malkmus and the Jicks an den Drums. Im Herbst 2014 kündigen Sleater Kinney für Anfang 2015 das neue Album "No Cities to Love" an, die folgende Tour führt auch nach Deutschland.

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Sleater-Kinney - No Cities To Love: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2015 No Cities To Love

Kritik von Josef Gasteiger

Triumphale Rückkehr nach einer Pause, die länger war als die Karriere anderer Bands. (0 Kommentare)

Termine

Mi 18.03.2015 Berlin (Huxley's Neue Welt)
  • Sleater Kinney

    Offizielle Seite, schlicht und schön.

    http://www.sleater-kinney.com

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