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Mit seinen Äußerungen machte Sizzla nicht immer eine glückliche Figur. Homophobie zählt in Kreisen, in die sich Prinzipien wie Weltoffenheit und Toleranz noch nicht herum gesprochen haben, eben immer noch zum guten Ton. Bei aller Kritik an zelebrierter Engstirnigkeit lässt es sich dennoch schwer leugnen: Dieser Mann ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten im Reggae- und Dancehall-Geschäft.
Ein zusammenfassender Überblick über sein üppiges Schaffen scheint also durchaus angebracht. Der geht bei der Flut an Veröffentlichungen, mit denen Sizzla in den vergangenen zehn Jahren den Markt überschwemmte, nämlich ganz gern flöten. "The Journey" deutet das breite Spektrum seines Outputs zwar lediglich an, verschafft dem interessierten Publikum aber dennoch einen tauglichen Eindruck davon, was Sizzla in eine derart prominente Position katapultierte.
Wie kommt's also, dass ein Anfang-Dreißig-Jähriger den Anschein erweckt, er sei Urgesteins-mäßig seit Anbeginn der Zeiten am Start? Nun, Sizzla prägte zu Beginn der 90er den Roots-Reggae wie kaum ein Zweiter. Sein selbstbewusstes Singjaying, wie er es zu Bobby Digitals kräftigen Bässen in "Good Ways" an den Tag legt, setzte Maßstäbe. Zudem verpasste er dem Genre musikalisch wie inhaltlich einen gehörigen Tritt in eine härtere Richtung.
Das alles dürfte sich allerdings nicht halb so nachhaltig in die Ohren seiner Fans gefräst haben, wie die ungeheuere Vielfalt an Stimmen, über die Sizzla verfügt. Ob gelassen und leicht quäkend wie Kermit der Frosch mit einem Spliff im Maul. Ob aufgeregt kippend, sich in der Höhe überschlagend, atemlos keuchend wie in "Praise Ye Jah". Ob kratzig, finster, entschlossen voran marschierend wie in "Africa Prepare". Ob am Rap entlang schrammendes Toasting wie in "Be Strong". Ob heiser, oder schlicht gefühlvoll wie in "Thank You Mama", der zu zarter Akustikgitarre vorgetragenen Liebeserklärung an die Mütter dieser Welt: In Sizzlas Kehle steckt all das und noch viel mehr.
Besonders augenfällig wird sein Talent zur Wandlungsfähigkeit in "Where Are You Running To": Zu Gitarre und Synthie-Frickeleien schlüpft Sizzla ständig in eine neue Haut. Der warme Klang im Refrain weicht deutlich kompromissloseren Tönen, die wiederum spitziger Kieksigkeit. Alle drei Zeilen scheint ein anderer MC das Ruder zu übernehmen.
Wer seine eigene Crew ist, benötigt keine Mannschaft. So bleibt Luciano in "In This Time" der einzige Gastauftritt vorbehalten. Bei dem stimmlichen Variantenreichtum, denn Sizzla selbst auffährt, erregt dieser Umstand jedoch kaum Aufmerksamkeit. An die 50 veröffentlichte Alben geben zudem schließlich mehr als genug Material her.
So freue ich mich über ein Wiedersehen mit dynamisch stampfenden Klassikern vom Schlage "Like Mountains", das mir zum ersten Mal etwa 1998 auf einem Mixtape der Silly Walks unterkam und sich unmittelbar zu meinem Lieblings-Sizzla-Tune aufschwang. Ein Ausflug in R'n'B- und Hip Hop-Gefilde macht Laune ("Give Me A Try"), ebenso die stark elektronisch verbrämten Klänge von "Rise To The Occasion" oder das mich höchst eigenartig an Steve Millers "The Joker" erinnernde "Ain't Gonna See Us Fall"
Mit "The Solution" bekomme ich darüber hinaus eine mir bis dato völlig unbekannte Nummer serviert. Siehe, es ist nicht alles schlecht, was Sizzla predigt. Hier ergeht er sich in durchaus ehrenwerten Grundsätzen: "Respect the ladies", "exercise humanity", "give love to the people". Die Lösung so manchen Problems könnte, hielten sich alle daran, so einfach sein.
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sorry, aber wieso nur 3 Sterne?
Wegen seiner nach mitteleuropäischen Meinung zurückgebliebenen Ansichten?
Bei einem Best-Of sollte man doch eher die Qualität der Songs und die Qualität der Zusammenstellung und deren Auswahl bewerten...
Immer wenn ich durch eure Kritiken streife,fällt mir auf dass die falschen Leute die guten Platten schlecht bewerten?Ist das eure Arbeitsweise oder habt ihr keinen guten Geschmackt.Am besten bei Britney und co bleiben,da kann man nicht viel falsch machen!
Gute Review...Sizzla koennte bei seinem Output auch jaehrlich ne Best Of rausbringen.
...aber Like Mountains ist auch mein absoluter Ueber-Sizzla-Hit...
Denke die wird - mit Verspaetung, denn ich bin am Arsch der Welt - gekauft und dann in einem Bush-Club gerockt.

Ach so und in welchen Songs steckt jetzt konkret Hass auf Schwule?
[quote:cba24314bf="MannBeißtHund"]Ach so und in welchen Songs steckt jetzt konkret Hass auf Schwule?[/quote:cba24314bf]
Mal ein paar Beispiele? Kein Problem.
Zunächst aus "Pump Up":
Step up inna front line (Step up to the front line)
fire fi di man dem weh go ride man behind (burn the men who have sex with men from behind)
Shot battybwoy, my big gun boom (Shoot queers, my big gun goes boom)
"Get To The Point":
Get To Da Point
Sodomite and batty bwai mi seh a death fi dem (Sodomite and queers, I say death to them)
Mi no trust babylon fi a second yah so (I don't trust Babylon for a second)
Mi a go shot batty bwai dem widdi weapon ya (I go and shoot queers with a weapon [as in gunshots])
Und dann noch "Nah Apologize":
Yuh no see wha' demput inna de paper?
Dem talk 'bout say fi apologize to batty-boy.
Apologhze fuh wha'? Dem fi apologize to Jah!
Gunshot dem fi get!
Das gefällt mir am besten. Schwule sollen sich erstmal bei Jah entschuldigen. Umgelegt werden sie aber so oder so.
Sympathisches Bürschken, was?

[quote:45fa5fa968="MannBeißtHund"]Die von dir erwähnten Songs sind doch garnicht auf dieser Best Of-CD drauf um dies es hier in diesem Thread geht.Und? Ändert doch nichts an meiner Aussage, dass ich dem Mann aufgrund seiner Homophobie kein Geld geben möchte.

@ MbH:
Immer schön, mit vorgefestigten Meinungen zu argumentieren. Dann brauche ich ja gar nicht zu antworten, da du ja eh alles über mich und meine Einstellungen weißt.
@ Lauti:
Bestimmt nicht. Wenn sich die bösen Battyboys den Pimmel reinstecken, isses Sünde, wenn aber der Rastamacho seiner "empress" den Schniedel einführt, ist das in Ordnung.
[quote:975e18bcef="MannBeißtHund"]
Von welcher Website sind denn die zitierten Songtexte?

MannBeißtHund
Dich meinte ich mit Auskenner!
Danke für die Infos. Was hat das Analsex-Verbot (bei Mann und Frau) für eine Bewandnis, religiös begründet?
Ich habe mal gehört, dass es für Weiße in manchen Gegenden Jamaicas nicht grad gesundheitsförderlich wäre und weiße Menschen als Feind und schlecht angesehen werden - aber wenn ich mich getäuscht habe, freu ich mich umso mehr.
und weil die diskriminierung von schwulen und sonstigen popoliebhabern demokratisch gewollt ist, sollen wir natürlich die klappe halten.
euer weltbild möchte ich haben, gleichzeitig aber keine neue sizzladiskussion, kein bock und so.
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