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"Es geht Stufe für Stufe hinauf", scheint "Marschmusik" den beeindruckenden Aufstieg eines Hip Hop-Labels zu illustrieren, dessen Näschen für spezielle und doch vollkommen unterschiedliche Begabungen wohl niemand ernsthaft bestreiten will. Zwar glänzt Shiml in dieser Umgebung weder mit ausgefeiltester Technik noch besonders abstrusem Wortwitz. Das Hoheitsgebiet, über das "der König aus Bremen Ost" aber unbestritten herrscht, heißt Atmosphäre.
In Shimls Paradedisziplin reicht ihm kein noch so zungenfertiger Kollegah, nicht der abgedrehteste Favorite das Wasser. Insofern eine kluge Entscheidung, auf die übliche Selfmade-Besetzung - Features von den Genannten und Boss Slick One, Rizbo an den Reglern - gleich komplett zu verzichten und eine Rückkehr "Im Alleingang" durchzuziehen. "Alles auf dieser Platte ist meins."
Das zieht sich wie ein roter Faden durch den "Ersten Akt" und das komplette Geschehen. Shiml setzt in jeder Hinsicht auf Eigenständigkeit. Neben einem überaus präsenten, nur gelegentlich leicht strauchelnden Hauptakteur springen Montana Max, Tua und Casper in die Bresche, ehe auch nur ein Hauch von Langeweile aufkommt.
Die Routine, die das Zusammenspiel mit Max an den Tag legt, erwächst endlosen gemeinsam beschrittenen Wegen. Casper setzt Shimls hart artikulierten Reimen und dem lässigen Groove, den Mauvais Garcon vorgibt, Zeilen entgegen, die die erzählte Geschichte allein schon im zwingendem Klang der Stimme einfangen. Tua schließlich steigt zusammen mit dem "Weinenden Clown" in die Manege: erfreulich unverbrauchte Begegnungen, die Shiml da inszeniert.
Doch auch ganz alleine schüttelt er das Kaleidoskop kraftvoller Bilder, das er in die Vorstellungswelt seiner Zuhörerschaft pflanzt. Der "Zeitraffer" lässt die gruselige Monotonie uninspirierter Alltäglichkeit noch beängstigender wirken, Drehbuch und Regieanweisungen fürs Kopfkino inklusive.
Die Ausnahmesituation des Berühmt-Seins mit allen ihren Licht- und Schattenseiten reflektiert "Im Alleingang" gleich mehrfach. "Kannst Du Ihn Sehen?" Shiml zeigt nicht nur den fiebrig gefeierten Star im Rampenlicht, sondern darüber hinaus den willen- wie einflusslosen Statisten der "Truemanshow" und die Seelenqualen des "Weinenden Clowns".
Insbesondere 7inches monströs-wuchtiger, von Trommeln und Fanfaren flankierter Beat zu "3000 Watt" zementiert druckvollen, hungrigen Zeilen ein Fundament, auf dem sich ausnahmsweise einmal auch ohne viel Inhalt Einiges reißen lässt. "Du Willst Mehr"? Shiml dreht höchstpersönlich die Regler auf, um sich hektisch der völligen Erschöpfung eines "Tequila"-Katers entgegen zu tanzen. Zur hörbaren Vertrautheit mit dem Suff und seinen Folgen addiert sich das seltene Talent, derlei Erfahrungen in plastische Szenarien umzusetzen.
Die stimmige Instrumentierung geht zum Großteil auf das Konto Alpers. Der schafft ebenso theatralische wie fesselnde Verbundstücke aus flirrenden Streichern, melancholischen Pianoakkorden, wie Blut durch die Venen pumpenden Bässen, Filmsamples und gelegentlich nahezu sakral anmutenden Chören. Angesichts der gebotenen Leistung frage ich mich, warum sie diesem Kerl nicht allüberall die Beats noch warm aus den Reglern reißen.
Möglicherweise ändert sich das ja jetzt. Die Gültigkeit einer Lindenbergschen Weisheit bleibt dagegen unangetastet: Auch bei Shiml geht es "Hinterm Horizont" noch einmal ein beeindruckendes Stück weiter.
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Shiml - Im Alleingang | Infos (Lieferzeit/Service) | €15,99 | €3,95 | €19,94 |
Mittlerweile würde ich dem Album, nach einem ersten, eher durchwachsenen Eindruck ebenfalls 4/5 Punkten geben. Thematisch müsste Shiml nur noch etwas einfallsreicher werden, dann könnte da was richtig krasses entstehen.
Mir fehlen aber auch noch 2-3 weitere Battle-Brecher wie 3000 Watt, einer der wuchtigsten Battle-Tracks seit einiger Zeit.
Also 4 Punkte erscheinen mir dann doch zuviel. Shiml hat's drauf, ohne Zweifel, aber leider sind da viel zu wenig Battle-Tracks drauf oder zumindest ein paar Lieder, auf denen Shiml richtig abgehen kann (z.B. Kannst du ihn sehen).
Die Beats sind fast alle gut, manche sind aber auch extrem grenzwertig (z.B. Alleingang). Den Anfang von "Weinender Clown" fand ich auch irgendwie merkwürdig, weil es mich zuerst an SBM erinnert hat und ich dann die ganze Zeit nur daran denken muss, obwohl TUA wieder einmal einen überzeugenden Part geliefert hat.
Insgesamt ist es ein ganz nettes Album. Aber mehr einfach nicht. Kann man sich ein paar Mal durchhören, doch auf Dauer bleibt da kaum was hängen. Deshalb 3/5.
Von mir auch 3/5. Ordentlich, hab aber nach den Vorabtracks/dem Snippet mehr erwartet. Ich glaube, Hinterm Horizont hab ich damals mehr gefeiert. Die Ideen bleiben die gleichen, und der ein oder andere Battle-Track hätte zwischendurch echt nicht geschadet.
Shiml ist aber der einzige bei SR, dessen Hooks bei mir keinen Brechreiz auslösen...
Leider/Zum Glück nicht...
BTW
Ich verstehe ja schon, daß man Shiml lieber mag als sido, aber überdurchschnittlicher Techniker ist er beim besten Willen nicht.wenn mir ein mittelmäßiger techniker dann aber eine platte liefert, die ich überdurchschnittlich gern anhöre - was dann?
ihr mit eurem zahlenfaschismus.
außerdem werden aggro-releases hier aus prinzip schlecht bewertet. frag sodhahn.

stichwort sbm. immernoch größte unverschämtheit aller laut reviews 
ach ja bzgl massiv: sollte das album noch mehr so shitty songs enthalten wie die jetzt bekannten a la mario,techno,blabla dann befürworte ich problemlos eine "standard-wertung" 
sbm zerpflückt in sachen atmosphäre alles, ganz zu schweigen von der drucklosen stimme.


)Also ohne hier jetzt gleich zerfetzt zu werden, muss ich sagen, dass man einen Shiml ja niemals mit einem Massiv vergleichen kann.
Das sind doch 2 verschiedene Paar Schuhe.
Vor allem ist Massivs Mucke in meinen Augen auf keinen Fall "guter, harter Rap" und würde von mir genauso wie von laut wenn nicht sogar schlechter bewertet werden.
Zum Shiml-Album kann ich noch nicht viel sagen. Hab erst ein bisschen reingehört. Hat mir beim ersten Hören nicht schlecht gefallen, aber auch nicht wirklich sehr gut. Also so wie der hier gefeiert wird, halte ich das für ein wenig übertrieben.
http://rap.de/reviews/music/1777" rel="nofollow">http://rap.de/reviews/music/1777
Bis auf die Sache mit den Beats würde ich das mal so unterschreiben.
Auch wenn die Kritik zu sehr auf einen Verriss aus ist...paar genialere tracks.. vorallem tequila, allerdings auch viele standard sachen. beatmäßig durchaus besser als andere aktuelle sr-releases. weinender clown in der tat exakt den selben anfang wie südberlin maskulin.. fand ich auch etwas störend. auf albumlänge gesehen so oder so nicht so ganz überzeugend wie die vorgängerwerke. schade.. hatte irgendwie mehr erwartet. von den features gefällt mir casper noch am besten... kommt an 4/5 nicht ran, also 3/5
so, habs auch mal durchgehört. klar sein bestes release. ich bin jetzt nicht der krasse shiml fan, aber mich flasht die atmosphäre die der typ aufbauen kann. runde sache das.
favs: erster akt, kannst du ihn sehen, 3000watt, zeitraffer
Irgendwie schon ein bisschen entäuschend: Nur Platz 86! Hätte eine höhere Platzierung erwartet...
Gerade für so einen nicht massentauglichen Mann ist allein der Charteinstieg schon ungewöhnlich. Wir reden hier immer noch von Deutschrap.
Dafür, daß das Album praktisch nirgends erhältlich war/ist, ist Platz 86 sogar sehr gut...
Daß er nicht so erfolgreich ist wie Kolle & Fav, war schon klar... Ich hab ehrlich gesagt gezweifelt, ob er überhaupt in die Charts kommt.
Man muß sich nur auf der Zunge zergehen lassen, daß ein Indielabel alle 3 Acts in die Charts bringt. Gibt es nicht jeden Tag
ob das nun "richtig" ist, darüber lässt sich natürlich streiten. Ich hab ja eher das Gefühl, das die Jungs von Slick One genormt und quadratisch praktisch in das CD Regal gebracht werden.
ziemliche Zuspitzung auf das jeweilige Image, wirkt alles zu geplant auf mich. Wobei ich dann solche ausbrüche wie das Fave & Hollywood Hank Mixtape schon ziemlich großartig finde.
geiles album, viele höhepunkte, die beats wieder sehr geil, auf dauer allerdings etwas anstrengend.
Hmm...ich habe das Album nur zweimal gehört, weil ich doch ziemlich enttäuscht war. Aber ich muss mir das noch öfter geben, denn Shiml hat ja seine einzigartigen Wortspiele, die man erst beim zigsten mal Hören erkennt...trotzdem, "Hinterm Horizont" hat mich deutlich mehr geflasht...nach den ersten beiden Hören würde ich sagen 3 Punkte
Außerdem sind die "s"-Laute auf dem Album extrem nervig, das macht das hören echt anstrengend, jetzt ohne Ignoranz, das kriege sogar ich besser hin, da müsste man nurn Effekt früber legen und gut is, die s-Laute töten ne Menge, ich bleib bei Hinterm Horizont!!!
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