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Selig sind in das kollektive Gedächtnis der deutschen Grunge-Generation eingebrannt. Ende 1997 trennten sich die fünf Musiker, nachdem sie den Großteil der Filmmusik zu "Knockin' On Heaven's Door" eingespielt hatten. Von einem Tag auf den anderen. Bis dahin hatten Jan Plewka und Kollegen den langen Weg zu einer der wichtigsten deutschen Rockbands der Neunziger hingelegt.
In einer Hamburger Kneipe lernen Jan und Christian Neander sich 1993 kennen und beschließen, Selig zu gründen. Schon ein Jahr später erscheint die erste selbstbetitelte CD. In kürzester Zeit läuft die Band (Malte Neumann am Keyboard, Leo Schmidthals am Bass, Stephan Eggert am Schlagzeug, Christian an der Gitarre und Jan am Mikro) mit ihrem "Hippie-Metal" (O-Ton Selig) zu Hochform auf: Das zweite Album "Hier" erobert die deutschen Album-Top 20.
Doch die Band zerbricht am Medienrummel. Nach sehr gemischten Kritiken lösen Selig sich im Januar 1999 auf. Es erscheint noch ein Best Of-Album "Für Immer und Selig", dann herrscht für fast zehn Jahre Grabesruhe. Malte arbeitet bei einer Internetfirma, Leo studiert Komposition und schreibt Streicherarrangements, Christian ist mit Kungfu unterwegs, Stoppel und Jan wirbeln als Zinoba bzw. TempEau durch die deutsche Rockszene.
Keine der Nachfolge-Formationen erreicht allerdings vergleichbare Erfolge. Im August 2008 verkünden Selig schließlich die Wiedervereinigung in Originalbesetzung. Seit 2007 arbeiten Christian Neander und Jan Plewka - die alte Kernzelle - wieder zusammen, seit Anfang 2008 sind auch die drei anderen wieder an Bord. Moses Schneider produziert das für Frühjahr 2009 anvisierte neue Album, dem bereits 2010 ein weiteres Werk folgt. Euphorisiert vom neuen Ideenreichtum legen die Hanseaten Anfang 2013 den dritten Streich seit der Reunion nach. Für Sänger Jan Plewka hat der Abumtitel eine ganz besondere Bedeutung: "Magma ist das Wort, das wir ewig gesucht haben, um die Energie zu beschreiben zu, die uns seit der Reunion umgibt."
Längst haben sich Selig einen festen und unverrückbaren Platz in der deutschen Rockszene erobert. Der harten Grunge- und Alternative-Fixierung der Gründerzeit fügt die Band in den Folgejahren auch Einflüsse von Rock, Blues und Pop und auch etwas Folk und Soul hinzu.
Selig über "Magma", neue Wege und alte Wunden.
Knapp vier Jahre nach der umjubelten Reunion brennt das Feuer im Hause Selig heller und heißer denn je. Die Vergangenheit wurde endgültig zu den Akten gelegt; bei den Hanseaten richtet sich der Blick nur noch nach vorne.
Selig lösten sich im Jahr 1999 praktisch über Nacht auf dem Höhepunkt ihres Schaffens auf. Nach tausenden zurückliegenden Tourkilometern, etlichen Glamour-Momenten und einem jahrelangen 24-Stunden-für-die-Musik-Alltag, standen die Hamburger urplötzlich vor einem riesengroßen seelischen Scherbenhaufen. Es folgte eine zehnjährige Pause, ehe man sich im Jahr 2009 wieder in die Arme schloss, um sich erneut ins Business zu stürzen – mit dem Ergebnis, dass sich zumindest nach außen hin scheinbar nichts verändert hat.
Abermals hagelte es Lobgesänge und wiederholt wurden vor der Band massenhaft rote Teppiche ausgerollt. Bei den Fans gingen nicht ohne Grund die Alarmsirenen an. Doch irgendwie scheinen die Hanseaten in den vergangenen vier Jahren einen gesunden Mittelweg gefunden zu haben, der einer weiteren Kapitulation vor dem Business wie ein massiver Felsen entgegensteht. Kurz vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums "Magma" treffen wir in Berlin auf Sänger Jan Plewka, Gitarrist Christian Neander und Bassist Lenard Schmidthals, drei völlig tiefenentspannte und gut gelaunte Musiker, denen die Freude über das Hier und Jetzt förmlich ins Gesicht geschrieben steht.
"Magma" ist euer mittlerweile sechstes Studioalbum. Wie ist es um die Anspannung und die Vorfreude bestellt? Seid ihr immer noch genauso aufgeregt wie damals vor dem Release eures Debütalbums?
Christian: Absolut. Ich würde sogar behaupten, dass wir diesmal vor lauter Vorfreude besonders derbe am Rad drehen. Eigentlich laufen wir seit Wochen nur noch mit einem Dauergrinsen durch die Gegend. Wir haben diesmal etwas ganz Besonderes auf die Beine gestellt.
Lenard: Natürlich hört man das immer. Ich kenne keine Band, die nicht davon überzeugt ist, dass das neueste Album das Beste ist, was man je gemacht hat (lacht).
Christian: Ja, mag sein, aber dennoch: Ich glaube, dass es belegbar ist, dass ich mich in punkto Euphorie und überschwänglicher Lobdudelei bisher eigentlich immer eher zurückgehalten habe. Diesmal kann ich aber nicht anders.
Jan: Ich glaube, dass diese besondere Vorfreude diesmal auch viel mit der Entstehungsgeschichte des Albums zu tun hat. Wir wurden mit ganz viel Neuem konfrontiert, ähnlich wie damals, als wir für unser Debüt das erste Mal in Hamburg ein Studio betraten. In solchen Momenten entsteht ein ganz besonderes Kribbeln im Bauch. Dieses prickelnde Gefühl hatten wir letzten Sommer während der Aufnahmen auch. Alles war einfach anders. Das fühlte sich super an.
Christian: Wir hatten eigentlich im letzten Februar schon vor, ins Studio zu gehen. Alles war optioniert und im Kasten. Aber irgendwie waren wir nicht so richtig überzeugt von der Gesamtkonstellation. Keine Ahnung, es war einfach ein komisches Gefühl präsent – so, als sollte man mit dem Ganzen noch warten.
Lenard: Wir wollten unbedingt wieder mit einem Produzenten zusammenarbeiten. Die letzten Alben hatten wir ja selbst produziert. Das lief auch gut, aber es ist halt auch verdammt viel Arbeit. Man pendelt permanent zwischen innen und außen hin und her. Das wollten wir diesmal nicht, wir wollten uns voll und ganz auf das Musizieren konzentrieren.
Christian: Unser Toningenieur kam dann auf die Idee Steve Power (Blur, The Bangles, Robbie Williams) anzurufen. Das war schon ziemlich abgefahren. Ich meine, der Typ ist ein Starproduzent. Aber er war sofort Feuer und Flamme und lud uns zu sich nach England ein.
Jan: Wir waren plötzlich wieder total sensibilisiert. Dieses Gefühl, dass man der Meinung ist, nach so vielen Jahren im Business selbst am besten zu wissen, was gut für einen ist, war sofort weg, als wir Steve das erste Mal trafen. Da war sofort Respekt da.
Und dann seid ihr mit ihm aufs Dorf gezogen ...
Lenard: (lacht) Oh ja, wir landeten mitten im Nirgendwo.
Christian: Da gab es nicht einmal einen Pub, nur diese alte Kirche, die zu einem Studio umgebaut wurde. Aber es war super. Wir hatten tolles Wetter, sind ganz oft raus zum Schwimmen gefahren und haben die Abgeschiedenheit genossen.
Jan: Für uns war das wirklich eine komplett neue Welt. Wir waren früher immer überall da, wo die Post abging. Berlin, Brüssel, New York: immer am Puls der Zeit. Und jetzt standen wir plötzlich mit Steve Power in einer Kirche in den East-Midlands. Das war schon ziemlich abgefahren. Aber dieser Typ ist einfach eine Wucht. Er ist verrückt und hat denselben kranken Humor wie wir.
Christian: Wir haben die ersten Sessions immer mitgefilmt. Ich kann mich erinnern, wie er gleich zu Beginn während eines Gitarrensolos plötzlich durchs Bild geflogen kam. Da wusste ich: Das wird lustig. Diese ganze Stimmung dort war einfach der Hammer. Das hat nicht nur musikalisch beflügelt, sondern auch die Gedanken Achterbahn fahren lassen. Ich kann mich noch erinnern, wie wir irgendwann da saßen und uns überlegt haben, ob wir uns nicht in "Magma" umbenennen, oder eine Death Metal-Version von Selig auf die Beine stellen sollen. Es kam zu völlig absurden Ideen, die aber nur entstanden, weil wir uns so dermaßen wohl und frei von allem gefühlt haben, wie noch nie zuvor.
Es hätte mich auch gewundert, wenn das Album unter gängigen Bedingungen entstanden wäre. Denn ich finde, dass man dem Album diese von euch angesprochene Leichtigkeit während der Aufnahmen auch anhört. Ich brauchte bei euren alten Alben bisher immer mindestens zwei Durchläufe um mich zurechtzufinden. Diesmal ging alles viel schneller. Empfindet ihr das ähnlich?
Christian: Ja, schon. Diese neue Eingängigkeit hat aber nichts damit zu tun, dass wir uns vorher überlegt haben, wie wir schneller ins Radio kommen können. Das spielte bei der Entstehung der Songs überhaupt keine Rolle. Es hat sich einfach so entwickelt.
Jan: Nein, ganz im Gegenteil. Diese Zeit damals, in der wir 24 Stunden am Tag nur geklotzt haben, war extrem lehrreich für uns. Wir waren total ausgebrannt, zermürbt und haben uns gegenseitig zerfleischt. Der Cut danach war ein Segen für die Band. Wenn man so etwas mitgemacht hat, dann entwickelt man über die Jahre ein ganz anderes Bewusstsein für die Dinge.
Lenard: Es läuft besser als je zuvor. Und das sagen wir jetzt nicht nur, weil wir auf Promotour sind, sondern weil es wirklich so ist. Wir haben früher nur gemacht, verstehst du? Den ganzen Tag haben wir uns überlegt, wie wir noch größer werden und wo wir noch irgendwo spielen können. Heute machen wir nur noch das, worauf wir wirklich Lust haben.
Hat sich dieses neue Gefühl innerhalb der Band in den ersten Monaten nach der Reunion erst entwickeln müssen, oder war es von Beginn an präsent?
Christian: Für mich war dieses Gefühl sofort da, als wir uns nach der Trennung das erste Mal wiedersahen. Da trafen fünf Menschen aufeinander, die sich völlig neu präsentiert, aber gleichzeitig auch ganz viel Vertrautes mitgebracht haben. Da bedurfte es keiner großen Reden. Natürlich haben wir uns auch unterhalten, ziemlich viel sogar, aber die Essenz, dieser zwischenmenschliche und musikalische Nenner war sofort da. Wir wollten keine Reunion machen, um noch mal ordentlich Kohle abzugreifen. Das war nie unsere Intention. Wir wollten einfach gucken, ob wir noch Musik zusammen machen können. Darum ging es. Wir standen also da im Proberaum und versuchten uns gleich am schwersten Stück, das wir bis dato geschrieben hatten, nämlich "Hey, Hey, Hey". Und ob du es glaubst oder nicht, aber der Song saß wie eine Eins. Bäng! Wir konnten es also noch. Es fühlte sich an, als wenn wir nie eine Pause gemacht hätten.
Jan: Und dann kam der Rheinkultur-Auftritt. Dieser Abend gab uns noch mal einen besonderen Schub. Da standen plötzlich fast 200.000 Menschen, die richtig Bock auf uns hatten. Das war schon krass.
Lenard: Ich meine, wir waren zehn Jahre weg vom Fenster und dann siehst du auf einmal generationsübergreifende Massen, die dich abfeiern, als hätten sie die letzten zehn Jahre auf nichts anderes gewartet. Spätestens da wussten wir, dass die Entscheidung, es noch mal anzugehen, richtig war.
Jan: Dieses Ganze hat jetzt für uns auch einen Namen. Wir haben, noch bevor wir uns für dieses Album mit neuen Songs beschäftigt haben, versucht herauszufinden, wie man dieses neue Glück in Worte fassen kann. Irgendwann warf dann jemand "Magma" in die Runde. Und genau das ist es auch. Wenn Selig also unser Körper ist, dann ist Magma unsere Seele. Es war wichtig für uns, ein Wort zu finden, das diese neue Stimmung in der Band irgendwie auf den Punkt bringt. Wir sind jetzt wieder eine gesunde Band, die ihren Status erstmals auch wirklich lebt und auskostet, ohne ständig auf den Terminplan zu schielen und zu gucken, was man noch alles anleiern kann. Diese Ruhe hatten wir früher einfach nicht.
Christian: Man wird natürlich auch älter und reifer und begreift viel mehr, was Dinge wie Zusammenhalt, Freiheit und Freundschaft wirklich für einen Wert haben. Man muss nur bereit sein dafür.
Lenard: Ich glaube auch nicht, dass sich irgendein Scheiß von damals noch mal wiederholen wird. Dafür genießen wir die Zeit im Hier und Jetzt einfach viel zu sehr. Wir haben in den zehn Jahren Abstinenz insgesamt, glaube ich, zwölf Kinder in die Welt gesetzt, tolle Familien gegründet und uns als Persönlichkeiten weiterentwickelt. Wir wissen jetzt genau was wir wollen und was wirklich wichtig ist.
Selig sind jetzt selig?
Lenard: Ja, genau (lacht). Ich glaube, das umschreibt es sehr gut. Wir fühlen uns als Band endlich so, wie wir heißen.
Jan und Christian über ihre lange Pause und Defizite im Kulturbetrieb.
Auch der Werktag eines Rockstars kann um 10 Uhr beginnen und um 18 Uhr enden. Selig nehmen die Acht-Stunden-Knochenmühle zur Promotion ihres neuen Albums jedoch gerne in Kauf.
Als Arbeitsplatz wählen sie einen kleinen, altmodisch-plüschig ausgestatteten Salon, der sich gegenüber des Hotel-Empfangstresens befindet. Sänger Jan Plewka und Gitarrist Christian Neander begrüßen mich freundlich.
Ihr habt ja eine zehnjährige Pause gemacht, bevor 2009 wieder ein Lebenszeichen von Euch kam. Nun konnte es mit einem weiteren Werk anscheinend gar nicht schnell genug gehen. Wie fühlt ihr euch dabei, und warum jetzt zwei Platten hintereinander?
Jan: Wir sind wirklich sehr, sehr zufrieden mit diesem Album. Es war in Sachen Arbeit irgendwie das leichteste Selig-Album, das wir je geschrieben haben. Das liegt sicher daran, dass wir viel aufmunterndes Feedback erfahren haben, was die Aufnahme draußen fürs "Und Endlich Unendlich"-Album anging. Dazu diese enorme Emotionalität bei den Konzerten. Nach all dem, was 2009 und danach passierte, war das wie das Ein- und Ausatmen einer positiven Zeit. Aber die wollten wir nicht für uns allein behalten.
Christian: Als so schnell habe ich das gar nicht im Gefühl. Für uns ist das neue Album irgendwie zwingend nötig gewesen. Es fühlte sich schon richtig gut an, "Und Endlich Unendlich" zu machen. Ich kann mich auch daran erinnern, dass alle regelrecht traurig waren, als wir den letzten Ton dafür einspielten. Wir hätten ohne Pause weiter schreiben, weiter aufnehmen können.
Nach der Veröffentlichung haben wir ein halbes Jahr lang an weiteren Songs geschrieben und sind dann zum Aufnehmen nach Berlin gegangen. Wir hatten ein großes Haus mit separatem Eingang und separatem Ausgang, und das spiegelt sich auch auf der Platte wieder, eben mit dem Intro und Outro. Wir haben dort wie in einer WG gelebt und gearbeitet, praktisch in einem Raum. Mitsamt integrierter Küche und in gewissem Sinn haben wir da drin unsere Musik gekocht.
Trotz des allgegenwärtigen Selig-Stils schleichen sich auf dem neuen Album stärker als zuvor Pop-Elemente ein. In welcher Stil-Ecke seht ihr euch eigentlich selbst, bei all den Schubladen, in die man euch schon gesteckt hat?
Jan: Also, wir sind definitiv eine Rockband. Dort liegen unsere Grundwurzeln und deswegen haben wir uns damals überhaupt auch zusammengetan. Wir waren jung und wollten der Welt zeigen, dass es möglich ist, gute deutschsprachige Rockmusik zu machen, und das haben wir eben mit unseren Mitteln in Angriff genommen. Selig-Musik ist natürlich auch immer so etwas wie eine Art Zeitdokument.
Dann haben wir bei der dritten Platte versucht, den Zeitgeist mit elektronischen Elementen und all dem Zubehör zu übertrumpfen, sind gerade da auch verstärkt in den Pop-Bereich gegangen. Was dann letztendlich aber schiefging. Danach kam die zehnjährige Pause, und jetzt machen wir einfach das, was wir am Besten können. Es hat auch viel mit unterbewusster Inspiration zu tun. Wenn man jetzt auf der neuen Platte zum Beispiel Moog-Sounds hört, die an Pop erinnern, dann kommt die eigentliche Entscheidung dazu aus dem Unterbewusstsein, eben, weil es sich gut anfühlt und anhört.
Christian: Wir haben darum gebeten teilnehmen zu können, und das klappte auf Anhieb. Der Hintergrund dafür ist: Als Musiker bist du irgendwie immer auf einer Art Reise. Und dabei gibt es eben viele Stationen, an denen man sich eine Extra-Portion Adrenalin abholen kann. Unser Adrenalin-Spiegel war sehr hoch, als wir da auf der Bühne standen. Für uns ist das auch kein Wettbewerb. Da schauen Millionen Menschen zu, das ist es. Der erste oder dritte oder sonstige Platz steht bei so etwas auch nicht im Vordergrund. Das hat alles mehr mit dem Spaßfaktor zu tun.
Hier in Hamburg ist Frank Otto vom Ferryhouse-Label ein bekannter Name, der unorthodox und rührig an die Musikszene herangeht und sich sehr für Kunst und Kultur einsetzt. Er hat vor einiger Zeit in einem Interview die Hamburger Musikszene dahingehend kritisch beleuchtet, dass hier immer weniger stattfindet, was die sogenannte kleine Szene und die kleinen Künstler angeht. Im Gegensatz zu Prestige-Projekten wie die Elbphilharmonie. Liegt aus eurer Sicht tatsächlich so viel im Argen hier?
Christian: Ich glaube, man könnte hier sehr viel mehr machen. Es gibt ja den Pop-Kurs, eine Stiftung von Frank Otto. Wenn der Konzertveranstalter Eventim nicht gewesen wäre, hätte man so etwas schon längst eingestellt, denke ich. Sowas finde ich sehr schade. Wenn man bedenkt, dass gerade Hamburg eine so große Tradition besitzt, angefangen mit den Beatles damals, das war und ist schon eine Rock'n'Roll-Stadt.
Von Seiten der Politik kann man da ganz sicher mehr Akzente setzen. Allerdings kenne ich mich nicht zu 100% aus und weiß nicht, was in dem Bereich von politischer Seite aus so alles geplant ist. Doch was man so hört, geht eher in die Richtung, dass was zugemacht anstatt weiter gefördert wird.
Auch Leute wie Lindenberg sehen diese Entwicklung mit Sorge und haben dazu Stellung bezogen.
Christian: Das ist auch nicht nur auf den musikalischen Bereich bezogen. Es zieht sich über sämtliche Aspekte innerhalb der Kulturszene. Da muss sich Hamburg im Vergleich zu anderen Städten leider momentan etwas hinten anstellen. Die ganzen Künstler gehen momentan einfach lieber nach Berlin, nach Neukölln. Udo Lindenberg hat ja ebenfalls bereits gedroht "Ich verlasse das Atlantic und ziehe ins Adlon!"
Jan: Hamburg muss mit all seinem künstlerischen Potential aufpassen, und sollte - im positiven Sinne - auch gern etwas merkwürdig bleiben. Wie gesagt: Hamburg ist Rock'n'Roll. Aber das muss auch in oberen Führungsetagen so gesehen werden.
Christian: Doch, in meinem Studio gab es in diesem Rahmen eine Songwriter-Werkstatt.
Jan: Ich bin gern dabei, gerade als Besucher. Ich habe da schon eine Menge tolle Konzerte gesehen. Ein besonderes, persönliches Erlebnis für mich gabs auf dem letzten Festival: Ich ging mit meiner Freundin am Lehmitz vorbei und da spielten sie in einem kleinen Lokal plötzlich "Hey Hey Hey" - also einen Selig-Song. Wir rein, und ich saß da die ganze Zeit grinsend am Tresen und hab' mich einfach nur tierisch gefreut.
St. Pauli oder HSV?
unisono: Beides! Beides! Zweimal erste Liga - was willst du mehr?
Wie versteht man sich eigentlich untereinander, wenn man auf Tournee ist? Gibt es da auf Dauer nicht auch Reibungspunkte?
Jan: Es ist ein Ausnahmezustand. Man kann sich das überhaupt nicht als wirkliches, reales Leben vorstellen, es ist immer wie eine Art Schwebezustand. Und wenn man erstmal begriffen hat, was das für ein großes Geschenk ist, was man damit erhalten hat, dann ist das wie eine heilige Zeit. Da geht man richtig drin auf, wir alle. Und wir lieben es, auf Reisen zu sein. Wir gehören eben zum fahrenden Volk!
Christian: Selig ist kein Klassentreffen, es ist wirklich eher eine Family. Blut ist dicker als Wasser, was uns angeht. Unter Brüdern lernt man es eben, das jeweilige Ego zu akzeptieren. Wir wollen niemanden verbiegen, sondern sehen den jeweils Anderen als eigenständige Person. Wir sind ja alle zusammen älter geworden.
Bei euren Texten habe ich oft den Eindruck von 'Harte Schale - weicher Kern'. Trifft das zu?
Jan: Es geht darum, Empfindungen und Emotionen auszulösen. Ums Erforschen und um all das, was das Leben ausmacht. Das Schönste dabei für dich als Künstler ist, wenn diese Empfindungen auch wahrgenommen werden, und irgendwie auch eine heilende Kraft auslösen. Für das Live-Publikum genauso wie für die Leute, die das zuhause hören. Es ist auch ein bisschen Alchemie dabei. Man muss aus schlechten Zeiten auch gute machen können.
Wer spielt eigentlich die Mundharmonika auf "Wirklich Gute Zeit"?
Christian: Hier! Das war ich. First Take! Das Ganze war sehr spontan. Irgendwann sagte ich: "Stopp mal, haben wir eine Mundharmonika hier? Ich hab' da eine Idee!" Und dann haben wirs gleich in einem Rutsch eingespielt.
Abschließend: Wie seht ihr die Entwicklung deutschsprachiger Musik im Allgemeinen im Vergleich zu eurem Start?
Christian: Es ist wundervoll, was sich getan hat! Damals, als wir angefangen haben, fragten uns die Reporter in erster Linie: "Warum singt ihr nicht auf englisch?". Sowas taucht schon längst nicht mehr auf. Heutzutage ist es möglich, sich in allen Musiksparten in der Muttersprache auszudrücken. Du kannst Rap nehmen, du kannst Drum'n'Bass nehmen, ach, eigentlich alles. Das, was jetzt abläuft, ist im musikalischen Bereich die Welt, von der wir früher geträumt haben. Irgendwie fühlt es sich an, als ob man die eigenen, alten Visionen von damals heute wirklich umsetzen kann.
Selig sprechen über die alte Zeit, Thomas Gottschalk und Happy-Metal.
Wer die Neunziger erlebt und nie zu "Ohne Dich" geweint hat, der hat was falsch gemacht. Ja, die Rede ist von Selig, einer ehedem nicht ganz unwichtigen Rockkapelle aus Hamburg, die sich vor Urzeiten, respektive einer ganzen Dekade, aufgelöst hat.
Und nun tatsächlich eine Reunion, noch dazu in Originalbesetzung? Was soll das denn, fragen sich einige, während Fans es kaum erwarten können, Meister Jan Plewka und seine Mannen wieder auf der Bühne zu erleben. Ach ja, ein neues Album ("Und Endlich Unendlich") gibt's obendrein. Nun aber mal Butter bei die Fische: Was ist schief gelaufen damals und woher rührt die neue Eintracht?
laut.de trifft Christian Neander (Gitarre) und Leo Schmidthals (Bass) im Münz Salon in Berlin-Mitte. Das Gespräch findet statt vor einem riesigen, grünen Kamin. Auch wenn dies zu den Temperaturen draußen passen würde, lodert leider kein Holz in dem prächtigen Rauchfang. Von kühler Atmosphäre kann trotzdem keine Rede sein, schließlich sind Christian und Leo stolz wie Bolle aufs vierte Studioalbum. Obwohl wir auch auf Schlaghosen zu sprechen kommen - das unprätentiös-legere Outfit der beiden hat so gar nichts Hippieeskes.
Im Pressetext zur neuen Platte steht: "Das neue Jahr beginnt mit einer musikalischen Sensation." Habt ihr selbst die Reunion als Sensation empfunden?
Leo: Ja, die Sensation ist tatsächlich, dass das geklappt hat. Wir wussten bis zu dem Moment, wo wir Musik gemacht haben, nicht ob das funktioniert. Ob wir noch was zu sagen haben und miteinander musizieren können. Das war wirklich die Sensation auch für uns, dass wir ohne Probleme da weitermachen konnten, wo wir aufgehört hatten.
Christian: Es war ein großes Glück. Jan hatte die Idee und uns angerufen. Dann haben wir uns außerhalb von Hamburg getroffen, ganz konspirativ, und mussten dann sehr viel miteinander sprechen. Es gab schon Sachen, die aufgeräumt werden mussten. Im September 2007 war das und bis Mai 2008 haben wir Gespräche geführt, Emails ausgetauscht. Dann haben wir gesagt: Wenn wir nicht probieren, zu musizieren, dann wissen wir sowieso gar nichts. Wir haben angefangen, alte Sachen zu spielen. Keiner wusste mehr, wie das geht, aber wenn du anfängst, geht es doch. Es war schwer zu verkraften, was da an Bilderfluten und Freude hochkam. Ein Feuerwerk. Ich habe mit vielen tollen Menschen Musik gemacht, aber die Konstellation bei Selig ist was ganz Besonderes.
Leo: Als wir zusammen gespielt haben, kam alles wieder: Bilder, Gerüche, Atmosphären. Es war eine tolle Mischung aus dem Jetzt und der Vergangenheit. Das Gerede vorher war wichtig, weil wir alle Streitigkeiten beseitigt und reinen Tisch gemacht haben. Man konnte sich wieder der Musik widmen. Zuvor aber mussten wir über die Trennung sprechen, auch wenn das nichts mit der Musik zu tun hat.
Damals, Ende der 90er, hieß es, der Erfolgsdruck und Medienrummel hätten zur Trennung geführt. War das so?
Christian: Wir waren einfach süchtig nach Auftritten, ein völliger Rausch, wir wollten die Welt bekehren.
Leo: Das war wie bei einer Droge, wenn du zu viel nimmst. Zu viel Selig.
Christian: Wir haben den Punkt verpasst, wo es zuviel wurde und wir uns tatsächlich ehemäßig auseinander gelebt haben. Wir haben es nicht geschafft, Stop zu sagen und unser Management hat nicht erkannt, dass das eine große Gefahr ist. Und dann war's irgendwann zu spät.
Und nach der Trennung hat jeder erst mal sein eigenes Ding gemacht? Jan hatte sich ja nach Schweden verkrümelt
Leo: Ich hab mich ganz zurückgezogen und andere Musik gemacht.
Christian: Ich war so traurig, dass sich Selig aufgelöst hat, dass ich dem weiter nachgejagt bin und eine andere Band hatte.
Kungfu?
Genau. Mit Tobi und Basti von Seeed. Die Tiefe aber wie bei Selig hat es leider irgendwie nicht gegeben.
Christian: Nein, es war klar, dass wir alles gemeinsam machen. Da sind fünf Menschen, die dafür komplett gemeinsam verantwortlich sind.
Bei aller Freude tauchen im Netz auch Fragen auf wie "Wer braucht denn bitteschön eine Selig-Reunion"?
Leo: Es ist eigentlich ganz einfach: Wenn man es schafft, so eine Energie wieder entstehen zu lassen, wo wir Fünf sagen, das ist ja wirklich toll, dann lohnt sich das. Das haben wir geschafft: Jeder von uns jubelt, hurra, was haben wir für ne' tolle Platte gemacht. Ob die Leute das brauchen, kann ich nicht beurteilen. Für uns ist es ein Gewinn.
Christian: Ob das jetzt die Welt braucht, so weit würde ich nicht gehen. Aber für uns hat es Relevanz, die Platte ist herrlich geworden. Es klingt nach uns. Und es gibt so süße Kommentare zu "Schau Schau" (der ersten Single, Anmerk. d. Red.): "Ich hab im Radio ein Lied gehört, die Musik klang nach Euch, der Sänger klang nach Euch, das seid Ihr!" Das ist total berührend. Und ganz im Ernst: Wir haben mit nichts gerechnet, was bis jetzt passiert ist, ist total abgefahren. Das ist keine Koketterie.
Viele Fan-Kommentare im Netz gehen in die Richtung: Hoffentlich wird es so wie früher. Als gebe es eine Angst, dass ihr euch neu erfindet
Christian: Darum geht es auch gar nicht. Wir klingen einfach so, weil wir so sind. Und das was wir damals waren, hat nicht nur mit dem Sound, sondern auch mit unserer Leidenschaft und Energie zu tun. Dass wir jetzt wieder bemalt mit Schlaghosen da stehen, meinen die Fans wohl auch nicht.
Trotzdem: Welche Rolle spielt die Nostalgie beim neuen Album?
Christian: Überhaupt keine.
Leo: Es geht echt nach vorne. Die Musik ist jetzt entstanden und nicht rückblickend. Und wir haben schon auch Sachen ausprobiert. Auch wenn es nach Selig klingt.
Zum Beispiel?
Leo: "Die alte Zeit zurück" oder "Immer wieder", da geht schon eine andere Welt auf.
Christian: Aber wir können nichts machen. Es klingt dann doch immer irgendwie nach uns.
Gerade der Titel "Die alte Zeit zurück" riecht doch sehr nach Nostalgie?
Christian: Es ist eigentlich eher eine Warnung auch an uns selbst. Dass man Dinge ausprobiert und nicht denkt: Ach, früher war alles so schön.
Leo: Es ist eben nicht so, dass wir uns alte Zeiten zurückwünschen.
Hofft ihr, mit der Platte neue Fans und nicht nur Mittdreißiger zu erreichen?
Christian: Klar! Das wird auch spannend bei den Konzerten. Ich glaube, letztendlich hat Musik immer ne' Chance, wenn sie irgendwie brennt. In manchen unserer Texte spiegelt sich vielleicht nicht gerade das 16-jährige, hungrige Herz, aber Stücke wie "Die alte Zeit zurück" sind vielleicht ein Hinweis: Genauso will ich nicht werden.
In Selig-Porträts taucht meist der Begriff Grunge auf. Habt ihr euch überhaupt je als deutsches Äquivalent zu Bands wie Pearl Jam gesehen?
Leo: Eine gewisse Ähnlichkeit gab's schon. Wir haben damals viele Dinge abgelehnt aus politischer Korrektheit. Da waren wir voll drin. Wir wollten eine bestimmte Größe bei Konzerten nicht überschreiten und keine Absperrungen haben, auch wenn das manchmal blöd war. Man hätte Absperrungen haben müssen.
Christian: Eigentlich war der Grunge-Vergleich der verzweifelte Versuch, uns irgendwie einzusortieren. Natürlich gab es Parallelen: Gitarrenmusik, das Wahrhaftige. Und natürlich haben uns Bands wie Pearl Jam, Soundgarden, Nirvana sehr beeindruckt.
Was habt ihr damals noch alles abgelehnt?
Christian: "Wetten, Dass?", weil wir da nicht live hätten spielen können.
Leo: Das war kategorisch: Wenn wir im Fernsehen nicht live spielen können, dann machen wir's nicht.
Christian: Oder Bravo. Wir haben nur einen Selbstversuch gemacht mit denen. Während des Interviews sind wir nach und nach weggegangen, bis der Typ am Ende alleine da saß. Das war so lustig. Von Anfang an war das total angespannt, weil die wussten, dass wir Bravo scheiße finden. Ein völlig zickiges Ätz-Interview. Für beide Seiten totaler Schwachsinn. Wir haben einiges abgelehnt, unsere Plattenfirma hat total drunter gelitten.
Und wenn Thomas Gottschalk heute anrufen würde?
Leo: Man wäre nicht mehr so: Oh Gott!. Damals waren wir echt extrem.
Christian: Den Hippie-Aspekt gab's auf jeden Fall. Das war aber auch eine selbstironische Art, uns zu kategorisieren. Ich find das klingt ganz gut.
Leo: Klingt so nach Happy.
Christian: Happy-Metal genau, mit Anleihen in der Grunge-Ära (lacht ).
Denkt ihr, dass Selig zu einer größeren Akzeptanz deutscher Texte im Rockkontext beigetragen haben?
Leo: Das war damals schon so, dass die Leute uns gefragt haben, warum singt ihr auf Deutsch. Das war was Neues. Es gab die Fantastischen Vier und es gab Nationalgalerie. Jedes Interview kam die Frage: Warum singt ihr auf Deutsch?
Christian: Die beiden Fragen: Wie seid ihr auf den Namen gekommen? Warum singt ihr auf Deutsch?
Leo: Man kann sich die Frage heute kaum noch vorstellen, weil sich das so etabliert hat. Jan hat eine tolle Art, die deutsche Sprache in den Rockkontext einzufügen, ohne dass man darüber stolpert. Wenn Ausländer unsere Sprache hören, denken die ja immer, man streitet sich. Jan arbeitet viel daran, dass das funktioniert.
Zeilen wie "Langeweile besäuft sich" sind ja fast in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen
Christian: Jan fällt das aber nicht nur zu. Er geht die ganze Zeit durch die Gegend und saugt auf. Das ist was ganz Besonderes bei ihm.
"Ich singe nicht von Highways sondern von der Autobahn" soll Jan mal gesagt haben. Muss man sich auch erst mal trauen
Christian: Deutsche Texte treffen dich viel schneller ins Herz.
Wen habt ihr mit der Kombination Rock plus deutsche Texte beeinflusst?
Christian: Silbermond haben gesagt, dass wir eine wichtige Band für sie waren. Das hört man recht häufig.
Habt ihr euch damals bewusst von der so genannten Hamburger Schule um Bands wie Blumfeld abgegrenzt. War euch das zu verkopft?
Christian: Wir waren nie da, immer auf Tour. Im Ernst.
Aber ihr habt das doch mitbekommen?
Christian: Wir haben das vor allem wahrgenommen, weil aus einer bestimmten Szene so komisch über uns geschrieben wurde. Da kam sehr viel Häme.
Leo: Bands aus dieser Richtung nehmen einen Preis an, um den dann abzulehnen. Und wir waren im Grunde genommen viel politischer, nur dass wir das nicht so an die große Glocke gehängt haben. Ich will aber kein altes Fass aufmachen.
Christian: Ich hatte auch das Gefühl, dass das eher von befreundeten Journalisten der Bands kam, als von den Bands selbst. Es gab ein paar Interviewer mit so einer Vorfreude, mit einer Lust, irgendwas zu versenken. Die kamen dann überhaupt nicht klar damit, dass wir nicht völlig stulle sind. Jan hat von einem Schreiber erzählt, der uns schlimm gedisst hat, fast schon als Lebenszweck, der dann irgendwann vor Jan einen Knicks gemacht und gesagt hat: Es tut mir Leid.
Das neue Album knüpft eher an die beiden ersten Platten als an eure dritte an. Habt ihr es bereut, "Blender" gemacht zu haben, es gab einige negative Kritiken?
Christian: Ne, also ich nicht.
(Leo überlegt)
Du guckst so nachdenklich?
Leo: Bisschen bereut vielleicht, dass wir nicht die Pause gemacht haben, die man vor "Blender" hätte machen können. Das hört man der Platte auch an, da ist einfach zu viel Druck auf dem Kessel.
Christian: Es ist eben eine Zustandsbeschreibung. Du kannst immer genau ablesen, wie es uns geht. Die erste Platte: Wir wollen die Welt erobern. Die Zweite: Tournee, Drogen, Miteinander. Und die Dritte: Uns geht’s nicht gut und tschüss.
Leo: Zusammengeschraubtes Sammelsurium, auch wenn tolle Lieder dabei sind. Da haben wir es verpasst, Pause zu machen. Und jetzt haben wir eben zehn Jahre ausgesetzt.
In diesen zehn Jahren habt ihr beide für so verschiedene Leute wie Echt oder Heinz Rudolf Kunze gearbeitet. Wie hat das die Platte beeinflusst?
Christian: Das schlägt sich so nieder, dass man ein Bewusstsein hat dafür, dass wir mit Selig etwas ganz Besonderes haben. Klar, wir haben auch viel gelernt, können jetzt Alben produzieren. Letztlich ist es aber einfach eine Selig-Platte.
Dein Gitarrenspiel erinnert zum Teil an die Red Hot Chili Peppers
Christian: Es gibt zwei Gitarristen, die mich zutiefst berühren: John Frusciante und Hendrix.
Und es stört dich nicht, wenn man sagt, das klingt wie Frusciante?
Christian: Ne, das freut mich.
Seid ihr überhaupt noch eine Hamburger Band?
Christian: Nur ich lebe in Berlin.
Trotzdem habt ihr das Album im Berliner Sommer aufgenommen. Hat das den Sound beeinflusst?
Leo: Auf jeden Fall. Christian hat ein tolles Studio in Berlin. Und wir hatten das Glück, dass wir da Zeit hatten und probieren konnten. Das hat so gebrannt, die fünf Leute zusammen. Und natürlich ist Berlin im Sommer super.
Was erwartet die Fans bei den Konzerten. Werden die alten Schlaghosen ausgepackt?
Christian: Genau, wir werden bemalt sein, freier Oberkörper und Schlaghosen (lacht)
Oder ist das nur ein Klischee, dass ihr früher Schlaghosen anhattet?
Christian: Nein, ne' Zeit lang auf jeden Fall. Wir haben die selbst bemalt. Das war, als Jan die Idee hatte, den Frühling zu begrüßen. Wieder so ein Super-Jan-Schachzug.
Apropos Jan. Wo wir hier unter uns sind: Habt ihr drunter gelitten, dass Jan stets im Mittelpunkt stand?
Christian: Im Gegenteil hab ich mir Sorgen gemacht, ob das für ihn gut ist. Und ich glaube auch, dass wir jetzt alle erschöpfende Interviews geben können.
Stimmt. Vielen Dank!
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14.08.08, 10:22 hoshi13 |
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