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Vergangenen Donnerstag attackierte ein Trüppchen Randalierer Künstler des Labels Selfmade. Unter den Festgenommenen soll sich der Berliner Rapper Joe Rilla befunden haben.
Berlin (dani) - Am vergangenen Donnerstag stürmte ein Trupp junger Männer die Bühne des Kreuzberger Clubs Kato, in dem gerade Rapper von Selfmade Records mit ihrer Mittelfinger Hoch-Tour Station machten. Zwei Musiker, darunter Montana Max, wurden leicht verletzt. Die Musikanlage nahm so erheblichen Schaden, dass die Show abgebrochen werden musste. "Es ist uns wichtig zu betonen, dass Selfmade Records diesen Vorfall aufs Schärfste verurteilt", so ein Statement auf der Selfmade-Labelhomepage.
Joe Rilla unter den Festgenommenen?
Während der Polizeibericht zwar von "besonders schwerem Landfriedensbruch", in Folge aber lediglich von "zehn Personen im Alter von 18, 21, 25, 26, 27, 31 und 34 Jahren" spricht, die in Tatortnähe festgenommen worden seien, weiß ein Artikel in der Online-Ausgabe der Berliner Morgenpost mehr: "Unter den Festgenommenen: der Berliner Rapper Joe Rilla" heißt es da unter Berufung auf Informationen "aus Polizeikreisen". Den Verhafteten werfen die Ordnungshüter Landfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung vor.
Vom Saulus zum Paulus
Eine mögliche Beteiligung des Labelchefs von Ostblokk Plattenbau an der Randale verwundert trotz dessen in der Vergangenheit häufig angeprangerter Nähe zu Hooligan-Kreisen, glänzte Joe Rilla in letzter Zeit doch eher mit durchdachteren Tönen. "Klar seid ihr ein Vorbild für die Kids aus der Unterschicht / Wen haben sie denn, wenn Mama säuft und Papa abgehauen ist?", erinnerte er gewaltverherrlichende Rap-Kollegen erst unlängst in einem Beitrag auf dem Benefiz-Sampler "Deutschlands Vergessene Kinder" an ihre zu oft in Vergessenheit geratene Vorbild-Funktion.
Sich dahingehend an die eigene Nase zu fassen, erschiene angebracht, sollte er tatsächlich an der Schlägerei in Kreuzberg beteiligt gewesen sein. Die dürfte in direktem Zusammenhang mit der im Vorfeld vom Zaun gebrochenen verbalen Auseinandersetzung zwischen Künstlern von Selfmade Records und anderen aus dem Dunstkreis von Aggro Berlin stehen. Auch Joe Rilla stand dem Label mit dem Sägeblatt nahe, das erst kürzlich seine Geschäfte einstellte.
Alle Seiten halten sich bedeckt
Über die Hintergründe, Motivation und möglichen Drahtzieher des Zwischenfalls wird seit letzter Woche munter spekuliert. Die Betroffenen halten sich jedoch sämtlich bedeckt. Joe Rilla war für einen Kommentar erst gar nicht zu erreichen, schrieb bereits die Morgenpost. Die Berliner Polizei kommentiert laufende Ermittlungen nachvollziehbarerweise ebenfalls nicht.
Dem Hause Selfmade rangen Nachfragen von laut.de immerhin die Mitteilung ab, dem verletzten Montana Max gehe es den Umständen entsprechend gut. Weiter wollte man sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht aus dem Fenster lehnen, sondern den Ausgang der Ermittlungen abwarten.



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