laut.de-Kritik

Breitbeiniger Rock mit bluesigem Einschlag.

Review von

Retro-Rock im Stil der 70er Jahre ist offenbar gekommen, um zu bleiben. Die Labels werfen fröhlich immer neue Veröffentlichungen auf den Markt. Man kann das kritisch sehen - muss es aber nicht. Nehmen wir einfach hin, dass sich eine Musikrichtung etabliert hat, die ihre Inspiration fast ausschließlich aus der Vergangenheit zieht. Musik, die vor vierzig Jahren gut war, muss 2013 nicht schlechter sein.

Scorpion Child also, fünf Kerle aus Austin, Texas. Wenn sich jemand eine Wüstenstraße aufs Cover pappen darf, dann diese Gesellen. Machen die irgendwas anders als die Konkurrenz? Nö. Sie nennen in diversen Interviews zwar eine Menge an Einflüssen, darunter auch Bands bis in die 90er hinein, aber wenn man das auf der Platte entdecken möchte, muss man schon sehr genau hinhören. Machen sie es denn genauso gut wie die Konkurrenz? Auf jeden Fall. Konkurrenz sind in diesem Fall alle Bands, die breitbeinigen Rock mit bluesigem Einschlag spielen.

Das Alleinstellungsmerkmal von Scorpion Child hört auf den Namen Aryn Jonathan Black und ist ihr Sänger. Wer da nicht hin und wieder den jungen Robert Plant raushört, hat Wüstensand in den Ohren oder liegt unter einer Schicht Tumbleweeds begraben.

Der Opener "Kings Highway" beginnt mit Grillengezirpe und entwickelt sich zu einer schön groovenden Bluesrock-Nummer mit Wiedererkennungswert. "Polygon Of Eyes" zieht das Tempo deutlich an, nimmt es zwischendurch wieder raus und bleibt mit griffem Refrain im Gedächtnis. Scorpion Child geben sich auf ihrer Homepage und den Pressetexten ja etwas großkotzig. Tenor: Entweder man hat Hooks in seinen Songs - oder nicht. Man muss konstatieren, sie haben nicht zu viel versprochen.

"Liquor" lässt sich bestimmt gut mit einem kühlen alkoholischen Getränk auf dem sommerlichen Balkon kombinieren, der Verfasser dieser Zeilen hat allerdings noch keinen Selbstversuch gestartet. Der Song erinnert, wie auch einige andere, an die Black Crowes. Freunde der Robinson-Brüder sollten in dieses Debüt unbedingt mal reinhören.

Ein schönes Solo in "Salvation Slave", eine langsam wachsende Ballade namens "Antioch" - das ganze Album klingt, als sei es mit einer ordentlichen Portion Herzblut eingespielt worden. Wer hier reine Trittbrettfahrerei vermutet, liegt falsch, denn die Texaner musizieren bereits seit sechs Jahren zusammen, allerdings in wechselnden Besetzungen. Aus dem kompletten Zeitraum stammen diese neun Songs, ein Nachfolger ist auch schon in der Mache. Immer her damit!

Trackliste

  1. 1. Kings Highway
  2. 2. Polygon Of Eyes
  3. 3. The Secret Spot
  4. 4. Salvation Slave
  5. 5. Liquor
  6. 6. Antioch
  7. 7. In The Arms Of Ecstasy
  8. 8. Paradigm
  9. 9. Red Blood (The River Flows)

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