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Phoenix machen den Jacko. Außerdem: Led Zeppelin, The Killers, Billy Corgan, Darwin Deez, ein Nick Cave-Gewinnspiel und 5 Fragen an Gin Wigmore.
Inside The Shit (mis) - Als 2009 das Phoenix-Album "Wolfgang Amadeus Phoenix" bei uns reinkam, waren sich alle Kundigen mal wieder einig: Sitzt, passt und groovt, so wie man diese elenden Frickel-Franzosen kennt. Melodiös, leicht, elegant, unbekümmert; Rezensent Dobler hatte seine liebe Mühe, sich nach zwei Album-Besprechungen überhaupt noch neue Adjektive ...

Er kam dann auf "romantisch", "unverwechselbar", "unwiderstehlich" und zückte erstmals die 5/5-Wertung, und obwohl die Superlativ-Luft jetzt langsam arg dünn wird, besteht Dobler auch Ende April auf der inhaltlichen Auseinandersetzung mit "Bankrupt", dem fünften Phoenix-Album. Der Starrsinn im Alter, man kennt das ja aus der eigenen Familie. Auf mein Angebot, ihm die Bürde mit Phoenix abzunehmen, kam nur die biestige Antwort: "Dann mach' ich aber die Depeche Mode."

Oder wars eher Weitsicht als Starrsinn? Schließlich springt meinem geschätzten Kollegen nun schon US-Labelboss Daniel Glass bei: "Es ist nahezu unmöglich, ein weiteres Album zu machen, das so gut ist wie 'Wolfgang Amadeus Phoenix'. Aber das hier könnte tatsächlich eine Revolution auslösen."
Thomas Mars und Kollegen, die auf aktuellen Pressefotos natürlich immer noch wie verschüchterte Langzeitstudenten aussehen, die ihre Klamotten in Second Hand-Läden kaufen, haben sowas schon geahnt. Gitarrist Christian Mazzalai steckte nun dem Q Magazine, dass "Bankrupt" nicht nur zum Teil im Studio der Beastie Boys entstand, sondern auch auf dem Mischpult, das Michael Jackson für "Thriller" verwendet hat. Näher an den Pop-Olymp kommt man kaum.

Die Entstehungsgeschichte zu der Soundboard-Sache ist gelinde gesagt bizarr: "Das Mischpult stand auf Ebay. Natürlich dachten wir zuerst, es sei ein Fake. Es stellte sich heraus, dass der Verkäufer ein Freak war, der in den Südstaaten Christian Rock-Sachen aufnimmt. Er war wirklich komplett verrückt, und wir vermuten, dass das der Hauptgrund war, warum ihm keiner glaubte, das Original-Mischpult zu besitzen.
Wir haben dann ein bisschen herum recherchiert und mit dem Typ von den Westlake Studios in L.A. gesprochen, wo 'Thriller' aufgenommen wurde. So stellte sich nach ein paar Wochen heraus, dass es sich wirklich um das Original handelte. Witzigerweise wollte der Typ zuerst eine Million Dollar dafür, aber weil kein Mensch ein Gebot abgab, haben wir es am Ende für weniger als 20.000 Dollar bekommen."
Und als hätte Mazzalai Bedenken, dass irgend einer trotz dieser prächtigen Schicksalsstory allmählich regierenden Geldadel in der bodenständigen Truppe vermutet, fügt er an, dass neben dem Mischer vor allem ein gebrauchtes Keyboard den neuen Sound prägen würde: "Wir fanden es beim Pfandleiher in Versailles, eine Art Kinderkeyboard aus den frühen 80ern. Wir haben es vor allem gekauft, weil es billig war und cool aussah. Später fanden wir heraus, dass drei fantastische Sounds drauf waren. Der Rest klang total beschissen, aber die drei Sounds haben wir auf fast jedem Song verwendet."
Der Vorabsong "Entertainment" klang jedenfalls mal arg Wolfgang-nah und der lustige Asia-Touch erinnerte mich an Indochine à la 1983.
Wer den Livestream des Nick Cave & The Bad Seeds-Konzerts aus dem Fonda Theatre in L.A. verpasst hat, sollte jetzt ganz schnell auf "Play" klicken, denn am Dienstag Mittag wird das Internet abgeschaltet, zumindest was dieses Live-Video betrifft. Wer diese Zeilen nach dem 26. Februar 12 Uhr liest, muss aber nicht weinen, denn wir haben noch ein kleines Nick Cave-Gewinnspiel für euch.

So, genug jetzt mit diesen neumodischen CDs. Auch uns geht es schließlich um Nachhaltigkeit, deshalb verlose ich diese Woche drei rabenschwarze Vinyl-Ausgaben des aktuellen Nick Cave-Albums "Push The Sky Away". Alle geschmackssicheren Leser schreiben bitte unter Angabe ihrer vollständigen (!) Postadresse eine Mail an gewinnen@laut.de, Subject: Geburtstagsparty.

Dass Cave überhaupt sein Okay für einen Livestream gab, war letzte Woche noch nicht unbedingt zu erwarten. Der 55-Jährige absolvierte offensichtlich widerwillig eine Q+A-Session mit Fans via Twitter, deren Verlauf er gleich recht präzise vorweg nahm: "Worum es hier auch geht, ich wurde dazu gezwungen (...) Ich hasse es schon, bevor es überhaupt los geht." Später fiel ihm noch ein geeigneteres Wort für die Promo-Aktion ein: "Bullshit". Ansonsten erfuhr der geneigte Anhänger, dass "Jack The Ripper" Caves Lieblingssong aus dem eigenen Repertoire sei und "Nocturama" sein Lieblingsalbum, "in erster Linie weil es jeder hasst, vielleicht mag es ja jetzt jemand anhören."
Für den besten Auftritt, den er je von einem Künstler gesehen habe, sei Nina Simone verantwortlich, Johnny Cashs Cover seines Songs "The Mercy Seat" nannte Cave immerhin "wunderschön". Als ihm dann aber User mit Fragen im "Hello Magazine"-Modus auf den Pelz rückten, wurde er zunehmend unleidlicher: Auf die Frage, was er heute zum Abendessen empfehlen würde, antwortete Cave: "Deine Frau.
Dass ein Mann seines Kalibers überhaupt zu solcherlei Frondiensten gezwungen werden kann, ist ja schon amüsant genug, nun legte Cave aber richtig los ...




Led Zep-Reunion? Dass ich dieses Thema noch einmal aufgreifen würde ... Aber nun war es eben so, dass Plant, ausgerechnet Robert Plant, in einem TV-Interview hinaus posaunte, dass er 2014 noch nichts vor habe. Das Gespräch fand zwar in Australien statt, aber Plant konnte sich sicher trotzdem denken, dass auch der Rest der Welt sich schnell einen Reim auf diese Aussage machen würde.
In der Tournee-Frage müsse man, so Plant überraschend unkryptisch, mit den Kollegen Page und Jones sprechen. Dieser Satz kam ihm zwar erst über die Lippen, als er von der Reporterin sanft bedrängt wurde ("Sie sind doch der Bad Guy in dieser Frage"), doch für jemanden wie Plant, der die Fragen nach einer Reunion-Tour stets am lautesten als würdelose Frechheit bezeichnete, ist diese Entwicklung schon interessant.
Noch dazu geriet eine seiner ausführlicheren Begründungen, warum eine neuerliche Zeppelin-Tournee für ihn schwierig sei, äußerst plausibel: "Musik und Kompositionen sind unvergleichlich, aber ich hadere mit einigen Texten. Je älter ich werde, desto weniger fühle ich mich angesprochen. Ich versuche immer noch heraus zu finden, wovon ich eigentlich singe, wie jeder andere Idiot auch."
Apropos, auch Drummer Jason Bonham hörte von Plants Worten Down Under und stellt nun seinerseits Fragen:


Iggy Pop-Fans können aufatmen: Der Godfather of Punk parkt seinen roten Ferrari neuerdings nicht nur vor Nobel-Studios, in denen Gören wie Kesha mit Dollarscheinen wedeln, sondern schaut auch hin und wieder bei den Bingo-Abenden seiner alten Kumpels Scott Asheton und James Williamson vorbei. Nach dem Tod des Stooges-Gitarristen Ron Asheton 2009 erklärte Iggy das Kapitel The Stooges zwar für beendet. Noch im selben Jahr überraschte er aber mit der Nachricht, dass er die spätere "Raw Power"-Besetzung mit Gitarrist Williamson noch einmal ins Studio bekommen will: "Ich traf James letzte Woche in L.A. zum ersten Mal nach dreißig Jahren. Da kam auch eine Kollaboration zur Sprache.".
Am 30. April soll nun der "Raw Power"-Nachfolger namens "Born To Die" erscheinen. Anstelle Ron Asheton, der auf jenem Album Bass spielte, sprang erwartungsgemäß Mike Watt ein. Für das Album erteilte Iggy dem Fat Possum-Label den Zuschlag (Melody's Echo Chamber, 2:54, Friends).
Wenn ich letzte Woche zufällig in Manchester gewesen wäre, hätte ich sicher Besseres zu tun gehabt, als auf ein The Killers-Konzert zu gehen. Aber Typen wie mich brauchen die eh nicht, ihre Shows sind sowieso immer ausverkauft. Brandon Flowers' Mannschaft war dann so nett, den lieben Mancunians tatsächlich einen guten Song vorzuspielen, nämlich New Orders "Crystal" und weil sich die Killers nach der fiktiven Band aus besagtem Video benannt haben, begrüßte man New Order-Sänger Bernard Sumner auf der Bühne. Nette Geste.
An dieser Stelle noch ein Wort an die drei Gewinner der New Order-Shirts vor ein paar Wochen: Sie sind leider immer noch in der zuständigen Manufaktur, wie uns das Label versichert. Ein bisschen Geduld bitte noch.
Billy Corgan kommt ja seit Jahren nicht mehr ausschließlich aufgrund seiner Musik in die Schlagzeilen. Doch Jessica Simpson als Liebschaft, schwulenfeindliche Fan-Beleidigungen oder die Eröffnung eines Teeladens in Chicago waren nicht die obskursten Meldungen des einstigen Songwriting-Genies.
Nun geistert Corgan in einem bizarren Werbevideo durchs Netz, dessen Hauptrollen seine Wrestling-Firma Resistance Pro sowie das Chicagoer Möbelunternehmen Walther E. Smithe übernehmen. Was hier genau verkauft wird, bleibt unklar, beworben wird jedenfalls beides. Die Chicago Tribune schreibt, Smithe habe für Corgans Auftritt 50.000 Dollar an die Tierrechtorganisation Paws überwiesen. Was das Ergebnis nicht witziger macht.

Was war deine letzte gekaufte Platte?
Gin: Das war eine "Greatest Hits" von Irma Thomas.
Welchen Song hast du zuletzt nicht mehr aus dem Kopf gekriegt?
Ich kam vor zwei Tagen von einem Radio-Interview und da lief der Song "All Time Love" von Will Young, seitdem ist der Song präsent.
Deine drei Platten für die einsame Insel.
"Closing Time" von Tom Waits, irgendein Album von Mahalia Jackson und "Songs For The Deaf" von Queens Of The Stone Age. Ich kann es kaum erwarten bis das neue Album endlich erscheint (lacht).
Was war dein größter Spinal Tap-Moment bisher?
Oh, da kann ich den Klassiker anbieten: Ich bin mal derbe von der Bühne gefallen, das war ziemlich peinlich. Zum Glück ist mir nichts passiert. Ich hatte an dem Abend einige Drinks intus und trug während des Konzerts eine dunkle Brille. Der Veranstalter hatte die Monitor-Boxen am Bühnenrand mit schwarzen Tüchern bedeckt, so dass man nicht wirklich erkennen konnte, wann genau die Bühne aufhört. Naja, es kam also wie es kommen musste: Ich tanzte, torkelte ein bisschen und plötzlich lag ich im Fotograben.
Welcher Star, den du persönlich getroffen hast, hat dich richtig beeindruckt und warum?
Pat Benatar, eine wundervolle Frau und Sängerin.
Gin Wigmore veröffentlichte vor kurzem ihr Debütalbum "Gravel & Wine" und ist ab morgen auf Deutschland-Tournee (Frankfurt, Berlin, Hamburg, Köln, München).

Ich bin erst spät auf Darwin Deez aufmerksam geworden, und hätte man mir seine Musik nicht zuerst vorgespielt, wäre ich mit Sicherheit nach Anblick derartiger Bilder neugierig geworden. Der Mann hat definitiv ne Menge Humor, weshalb wir letzte Woche auch unseren Praktikantenkasper zum Interview nach Köln geschickt haben. Er kam mit der Anekdote zurück, dass Deez vor dem Gespräch mehrere Paracetamol eingeworfen hat, was in Teilen das Zustandekommen von Videos wie "You Can't Be My Girl" erklären könnte.
Michael Schuh hört die ganze Woche lang Musik, beobachtet Kollegen, die Musik hören und plaudert an dieser Stelle aus dem Redaktions-Nähkästchen. Personen, Orte und Handlung sind definitiv nicht erfunden.
- Phoenix hängen mir jetzt schon zum Hals raus.
- Nick Cave bleibt der Chef.
- Bitte KEINE Led Zep Reunion. Lasst sie als die Legenden ausklingen, die sie sind.
- Braucht man ne neue Iggy + Stooges Platte? Abwarten...
- Billy Corgan wird an Peinlichkeit eh nur noch von Oomphie übertroffen. Schade um diesen einst so großartigen Songwriter... also Corgan jetzt. Nicht Oomphie.
- @Oomphie, Jennifer Weist hat angerufen. O-Ton: "Wir habens kapiert, du bist Österreicher. Wenn du so weiter machst, wollen wir keine Oomph T-Shirts mehr auf unseren Konzerten sehen."
oomphie ist ein kacktroll.
und ne stooges-platte ohne ron asheton ist bitter. da fällt mir ein, ich hab 'the weirdness' immer noch nicht gehört, bin mir aber auch nicht sicher ob ich das überhaupt will.
ich mag Corgans Werbespot irgendwie.
Er ist ja schon seit langem im Wrestling-Biz, da passt sowas doch.
@Morpho: Also ich freu mich ja auf die neue Phoenix Platte
Alles andere was du schreibst: /sign
Wobei man als Nicht-so-krass-Pumpkins-Fan den Corgan Werbespot immerhin auch ein bisschen witzig finden kann... weil er so absurd schlecht ist
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