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Die Terrorgruppe hat den "Film für Arschlöcher". Außerdem: Mike Patton, Nick Cave, Black Sabbath, Tusq, Morrissey, Johnny Marr, Bowie etc.
Inside The Shit (mis) - Was war das für eine Aufregung letzte Woche: Bowie verkündet ein neues Studioalbum. Der Mann der vom Himmel, die letzten Jahre aber in die Versenkung fiel, ausgelöst von einer dramatischen Herz-Operation 2004.
Fragten sich natürlich nur die, die den Namen Bowie erst in Google eingeben mussten, um mitreden zu können. Natürlich wird das was. Die richtig miesen seiner insgesamt 29 Alben kann man an zwei Fingern abzählen und das ist ewig her. Der Vorabsong ist von melancholischer Erhabenheit, auch wenn Textzeilen wie "Sitting in the Dschungel on Nürnberger Straße" zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig sind.

Geradezu fabelhaft die offensichtlich ernst gemeinte Idee, das bekannte "Heroes"-Cover als Grundlage für das neue Artwork zweitzuverwerten und einfach ein weißes Quadrat über Bowies jüngeres Konterfei zu setzen. Minimalistisch und mit Berlin-Bezug, dazu eine neue oder zumindest ungewöhnliche Form von Design-Recycling: Passt alles zu Bowie, bringt Aufmerksamkeit und ist einfallsreicher als ein Banksy-Cover.
Song und Albumcover waren kaum im Netz, da hielt man schon wieder den Atem an: Diverse Medien berichteten: "Bowie wird nie wieder auf Tour gehen." Laut Produzent Tony Visconti habe ein Musiker Bowie während der Aufnahmen gefragt, wie man das Material denn live umsetzen solle, woraufhin der kühl geantwortet haben soll: "Überhaupt nicht".
Nun trat Visconti der hundertfach verbreiteten Darstellung, der Thin White Duke würde nie wieder live spielen, via Twitter entschieden entgegen: "Ich habe nie gesagt, dass Bowie nicht mehr auftreten würde (...) Ich sagte nur, dass er für dieses Album nicht live auftreten wird."

Ich kann mir bildlich vorstellen, wie die E-Mails bei Tony Iommi und Geezer Butler eingingen. Absender: Ozzy, nein, natürlich Sharon Osbourne: "Leute, wir brauchen immer noch einen Titel für das neue Album, verdammt. Soll ich mich denn um alles kümmern? Rick Rubin hat eben angerufen und klar gemacht, dass es schade um die neuen Songs und das ganze Comeback wäre, wenn wir da nicht mit einer richtigen Titel-Breitseite rausgehen. Die Leute an den Eiern packen. Ihr erinnert euch. Und Rick teilt meine Meinung, dass eure Songtitel da kaum kompatibel sind. Also lasst euch gefälligst auch mal was einfallen."
Plötzlich Ozzy aus dem Hintergrund: "Schatz, die Nachbarn stellen grade den Müll raus, welcher Tag ist denn heute?" Sharon: "Der 13.". Bingo. Im Juni soll "13" erscheinen, wie das Label Universal heute bestätigt. An den Drums sitzt anstelle des Ur-Sabbath-Drummers Bill Ward dann ein Mann, der vermutlich nicht allein wegen, aber auch aufgrund der phonetischen Nähe zu Bill ausgewählt wurde: Brad Wilk, Mitglied der ebenfalls legendären RATM.
"Sündige Säuglinge hinter Klostermauern" - so nennt sich der neue Anschlag der Berliner Terrorgruppe. Die sicherlich legitime Doku für die Deutschpunks hat ihre Zielgruppe genau im Visier: "Ein Film für Arschlöcher", nämlich. So schauts dann wohl aus.
Auch schon wieder drei Jahre her: Das letzte BRMC-Lebenszeichen "Beat The Devil's Tattoo" mit Leah Shapiro, der neuen Frau an den Drums. Mittlerweile ist sie so gut integriert, dass sie sogar Studio-Videotrailer kommentieren darf, wie hier zur Arbeit an "Specter At The Feast", das am 22. März erscheint.
Dass sie dabei weder auf die Aufnahmen im Studio von Dave Grohl in L.A. eingeht, noch auf die Sessions im Wüstenrock-Mekka Rancho De La Luna in Joshua Tree, mag uns promigeile Online-Honks enttäuschen, aber gut, letztendlich zählt ja nur die Musik.
Am 1. Februar ist wieder Tomahawk-Tag, wenn das in Dan Auerbachs Easy Eye Studios in Nashville aufgenommene Werk "Oddfellows" erscheint. Sich für Albumpromozwecke einpannen zu lassen, ist Mike Pattons Sache indes nicht, weshalb die neue Platte in dem sehr lesenwerten Interview mit dem US-Magazin "The Believer" auch gar nicht zur Sprache kommt. Vielleicht hat man sich ja zum Essen getroffen, denn das Blatt stammt ebenso wie Patton aus San Francisco. So geht es munter und entspannt um Pattons Verhältnis zur eigenen Stimme, seine Liebe zu Improvisation und Film sowie um Fehler in der eigenen Musik.
Eine Fortsetzung der umjubelten Faith No More-Reunion tendiert laut Patton jedoch eher in Richtung "no more": "Sie ist praktisch ausgelaufen. Schließlich wollen wir alle heil aus der Sache rauskommen. Es gibt ja eine ganze Reihe an Bands, die früher mal was Tolles gemacht haben, plötzlich Geld brauchten und dann mehr oder weniger ihr gesamtes Werk mit Dünnschiss besprenkelten. So etwas macht uns traurig. Daher wollen wir es nicht übertreiben."

Schon länger nicht mehr bei uns in den Schlagzeilen: Morrissey (2.v.r.). Ein für den Sänger selbstverständlich untragbarer Zustand, und da Auftritte bei David Letterman nur den amerikanischen Teil seiner Fans interessiert, muss er sich ab und an eben auch zu europäischen Themen äußern, um bei uns Gehör zu finden. Wie die Daily Mail speicheltriefend berichtet, lästerte Our Mozzness nun über die Beckhams, natürlich in der ihm eigenen, für Vegetarierer-Verhältnisse recht brutalen Sprache: "Man sollte die Beckhams an den Rand des Dorfes treiben und auspeitschen, weil sie unerträglich sind für jeden, der auch nur einen Funken Verstand im Kopf hat."
Es sei nur eine Frage der Zeit, bis das Glamour-Paar von der Queen in den Adelsstand erhoben werde, was alles über den Zustand seiner ehemaligen Heimat England aussage. Nicht minder alarmierend sei die Tatsache, dass Fußballer heute 200.000 Pfund die Woche verdienen würden, ohne die Spur einer Ahnung zu haben, wie eine Mundharmonika aussieht. Wisst ihr es? Nicht googeln!
Amüsante, wenn auch im Kern verzweifelte Aussagen, die verschleiern sollen, dass Morrissey musikalisch gerade kein Bein auf den Boden bekommt. Da sich scheinbar immer noch kein einziges Label seiner Heiligkeit erbarmt, tourt er derzeit mal wieder vertragslos als Last Man Ranting durch Amerika. Besser sieht es derzeit künstlerisch - und wann konnte man das zuletzt sagen - für Morrisseys Ex-Smiths-Kollege Johnny Marr (2.v.l.) aus.
Die Videopremiere seiner neuen Single "Upstarts" war uns natürlich eine Herzensangelegenheit, aber wenn mir mal Marrs A&R unter die Augen treten sollte, schlage ich vor, ihn an den Rand des Dorfes ... ihr wisst schon. Grund: Marrs neues Studioalbum "The Messenger" (1. März) ist ein Manifest an goldenen Indie Pop-Hymnen, die "Upstarts" zu einer besseren B-Seite degradieren. Macht euch auf was gefasst!
Kleine Preisfrage: Von welcher Band stammen die folgenden, leicht skurrilen Tourdaten?


That's the way life is: Eben noch heißer Sonar-Samba an der Copacabana, danach "Se A Vida E" auf der stickigen Zeltbühne in Freiburg. Keine Frage, die Pet Shop Boys lieben ihre deutschen Fans abgöttisch. Anders ist diese Spinal Tap-artige Tourdatenkonstruktion nicht zu erklären. Und mit Spinal Tap kennt sich Neil Tennant ja aus, wie eifrige Leser dieser Kolumne eventuell noch wissen: "Wenn du jemals in einer Band getourt hast, hast du alle diese Momente schon mal gelebt. Grauenhaft. Ich kann den Film kaum gucken. Es ist alles zu traurig, zu wahr." Man darf gespannt sein, wie ihre Riesen-Bühnenscreens aus der O2 Arena im Glanze deutscher Zelt-Festivals zur Geltung kommen.
Was war deine letzte gekaufte Platte?
Holger: The Flaming Lips and Heady Fwends.
Welchen Song hast du zuletzt nicht mehr aus dem Kopf gekriegt?
I Follow Rivers von Lykke Li, leider seit ein paar Monaten schon ...
Deine drei Platten für die einsame Insel.
Radiohead "Ok Computer"
Dennis Wilson "Pacific Ocean Blue"
The dB's "Stands For Decibels"
Was war dein größter Spinal Tap-Moment bisher?
Als wir im Rahmen der Plattenladenwoche ein Konzert im Plattenladen in einer kleineren Stadt spielen sollten, war dort kein Konzert angekündigt und die Frau hinter der Theke meinte: "Nee, ihr spielt nicht hier, ihr spielt woanders, kommt mal mit." Sie führte uns in die ca. 1 Kilometer entfernte Fußgängerzone, wo gerade ein riesiges Einkaufszentrum eröffnet wurde. Um uns rum Leute in Tierkostümen, die Rabatt-Flyer fürs Möbelhaus verteilten, überall Schlagermucke und Kirmes-Stimmung.
Im Einkaufszentrum war dann ne Bühne aufgebaut zwischen H&M und McPaper. Der Einkaufszentrumsdirektor kam zu uns, schüttelte allen die Hand und meinte: "Ich wünsch' euch 'nen geilen Gig!" Nix von Plattenladenwoche, geschweige denn von Plattenladen. Da ham wir uns dann ganz schnell wieder verkrümelt. Absolut skurrile Situation, völlig andere Welt ...
Welcher Star, den du persönlich getroffen hast, hat dich richtig beeindruckt und warum?
Dave Grohl. Er hat mich vor zwei Jahren auf dem Highfield im Backstage wegen meines Cowboy-Shirts angesprochen. Er fand es wohl ziemlich cool und ich durfte anschließend mit ihm ein Foto machen und einen Jägermeister trinken. Ein wirklich sehr angenehmer Mensch.
Die 2009 zwischen Hamburg und Berlin gegründete Band Tusq spielte bereits im Vorprogramm von Kashmir, Teenage Fanclub und The Soundtrack Of Our Lives und veröffentlichte im Folgejahr auf Strange Ways das Debüt "Patience Camp". Am Freitag erscheint "Hailuoto".
Die Zeichen stehen so günstig wie nie: Die neue Nick Cave-Platte wird nicht nur gewohnt hochklassig, sondern sensationell. Der neue Vorabtrack "Jubilee Street" toppt sogar noch das kürzlich veröffentlichte "We No Who U R". Das Studioalbum "Push The Sky Away" erscheint am 15. Februar.
Michael Schuh hört die ganze Woche lang Musik, beobachtet Kollegen, die Musik hören und plaudert an dieser Stelle aus dem Redaktions-Nähkästchen. Personen, Orte und Handlung sind definitiv nicht erfunden.
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